Der Baum – ein Portrait

Der Baum – ein Portrait

Der Baum liefert das Holz, das als Heizmaterial, als Baustoff, für Möbel und für viele andere Produkte benötigt wird. Daneben trägt der Baum Nüsse oder Früchte, die Menschen oder Tieren als Nahrungsmittel dienen.

Der Baum ist der Wohnraum vieler Tiere, spendet im Sommer Schatten und prägt das Bild einer Landschaft. Außerdem hat der Baum eine kulturelle Bedeutung. Der Baum ist also ein echtes Multitalent.

Grund genug, dem Baum einmal ein Portrait zu widmen:

Der Baum als Pflanze

Aus botanischer Sicht handelt es sich beim Baum um ein langlebiges Gewächs mit einem deutlich ausgeprägten, verholzten Stamm als charakteristisches Merkmal. Beim überwiegenden Teil aller Baumarten verzweigt sich der Stamm ab einer gewissen Höhe. Hier bildet er dann die sogenannte Krone, die aus vielen belaubten Zweigen und Ästen besteht.

Baumarten wie Palmen oder Baumfarne hingegen haben einen durchgehenden Stamm mit einem Schopf aus großen Blättern am Ende. Einige Bäume tragen Laub, das viele unterschiedliche Formen und Färbungen haben kann. Andere Bäume haben lange, dünne und spitze Nadeln an ihren Ästen und Zweigen. Im Unterschied zu den immergrünen Bäumen werfen die sommergrünen Bäume ihr Laub im Winter ab.

Bäume können über 100 Meter hoch werden und ein Alter von mehreren tausend Jahren erreichen. Wie alt ein Baum war, lässt sich an den Jahresringen ablesen, die innen auf dem Baumstamm zu sehen sind. In den tropischen Wäldern, in den gemäßigten und in den nördlichen Klimazonen stellen Bäume die mit Abstand größte Pflanzengruppe.

In einem gesunden, natürlich gewachsenen Wald sind üblicherweise mehrere Baumarten zu Hause. Die verschiedenen Wuchsformen und Höhen führen dazu, dass das Licht, das Wasser und die Nährstoffe im Boden optimal ausgenutzt werden können. Gleichzeitig sorgen die verschiedenen Baumarten dafür, dass ein Lebensraum für andere Pflanzen und Tiere entsteht. So wachsen die Pflanzen im Schatten der Bäume, auf ihren Ästen oder an ihrem Baumstamm, während Tiere am oder im Baum Unterschlupf finden.

Der Baum als Wirtschaftsfaktor

Bäume liefern Holz und damit ein sehr wichtiges Wirtschaftsgut. So ist Holz zum einen ein nachwachsender Rohstoff, der weltweit als Wärme- und Energielieferant genutzt wird. Zum anderen wird Holz als Baustoff verwendet und als Werkstoff zu verschiedensten Produkten verarbeitet. Außerdem dient Holz als Rohstoff für unzählige andere Materialien, angefangen bei der Zellulose für die Papierproduktion bis hin zu Viskose für die Textilindustrie. Auch Samen, Früchte, Nüsse und Harze sind Produkte, die ein Baum liefert.

Aus den Zweigen und Ästen wiederum werden verschiedene Farb-, Bitter- und Gerbstoffe gewonnen. Insgesamt gibt es rund 30.000 verschiedene Holzarten. Nur etwa 1.000 davon sind aber wirtschaftlich von Bedeutung.

Etwas weniger als 30 Prozent der weltweiten Landmasse sind bewaldet. Die Waldbestände der Erde verringern sich jedoch jedes Jahr, denn in vielen Ländern wird mehr Holz geschlagen als nachwächst. In Deutschland ist die Waldfläche heute größer als noch in den 1960er-Jahren. Allerdings sind große Waldflächen hierzulande oft als Monokulturen mit nur einer Baumart angelegt.

Der Baum als Klimahelfer

Vor allem in Städten leisten Bäume sehr wertvolle Dienste in Sachen Klima. So liefert ein großer, ausgewachsener Baum bis zu 1.200 Liter Sauerstoff pro Stunde. Damit produziert er während seiner Wachstumsphase im Sommer genug Sauerstoff für zehn Menschen. Gleichzeitig bindet ein Baum pro Stunde ungefähr 2,4 Kilo Kohlendioxid und über 100 Kilo Staub pro Jahr.

An einem warmen und sonnigen Sommertag dunstet er bis zu 400 Liter Wasser aus. Dadurch erhöht sich die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur in seiner Umgebung sinkt um ein paar Grad. Wirklich leicht hat es ein Baum in der Stadt dabei aber nicht.

Oft können sich die Wurzeln kaum ausbreiten und müssen sich mühsam einen Weg durch Beton und über Rohre und Leitungen bahnen. Um den Baumstamm herum ist häufig nur wenig unbedecktes Erdreich vorhanden.

Diesen Boden braucht der Baum aber, denn nur so kann Wasser versickern und die Baumwurzeln mit der lebensnotwendigen Feuchtigkeit versorgen. Auch die feinen Abgas- und Staubpartikel machen dem Baum zu schaffen, denn sie setzen die Spaltöffnungen der Blätter zu. Übrigens blühen Bäume in großen Städten meist früher als in ländlichen Regionen.

Dies liegt daran, dass die Durchschnittstemperaturen in Städten das ganze Jahr über etwas höher sind als auf dem Land. Die höheren Temperaturen kommen unter anderem durch eine höhere Konzentration an Kohlendioxid und Flächen aus Asphalt oder Beton, die sich durch die Sonne aufheizen, zustande. Um jedes zusätzliche Grad verschiebt sich die Blühzeit der Bäume um etwa eine Woche nach vorne.

Der Baum als Kulturgut

In vielen Kulturen werden Bäume als Sitz von Göttern, Geistern und anderen mystischen Gestalten gesehen. Viele Heilige sollen der Legende nach in der Nähe von Bäumen und Wäldern erschienen sein oder hier besondere Werke vollbracht haben. Deshalb waren Bäume früher oft Opferstätten und auch einige Wallfahrtsorte gehen darauf zurück.

Vor allem sehr alten und großen Bäumen wird nicht selten eine Seele zugeschrieben. Zahlreiche religiöse und rituelle Zeremonien sehen deshalb vor, einen Baum zu pflanzen.

So gab es beispielsweise den Brauch, einen Baum zu setzen, wenn ein Paar heiratete oder ein Kind geboren wurde. Das Wachsen und Gedeihen dieses Baumes sollte dann Auskunft darüber geben, welches Schicksal die jeweilige Person zu erwarten hatte. Auch heute noch ist der Baum fest in der Kultur verankert, so zum Beispiel als Maibaum oder als Weihnachtsbaum.

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