Anleitung zur Versiegelung von Holzböden

Tipps und Anleitung zur Pflege und Versiegelung von Holzböden mit Wasserlack 

Eine ganze Zeit lang gehörten Fliesen, Teppichböden und Beläge aus Kunststofffasern zu den sehr beliebten und angesagten Bodenbelägen. Mittlerweile geht der Trend aber wieder zurück zu natürlichen Baumaterialien, sowohl im Hinblick auf die Einrichtung und die Accessoires als auch hinsichtlich der Fußböden. 

Holz bietet eine Reihe von Vorteilen und Pluspunkten und insgesamt sind Holzböden recht pflegeleicht. Dennoch wollen auch Holzböden vor Schmutz und Abnutzungserscheinungen geschützt werden und ein ideal geeignetes Mittel in diesem Zusammenhang ist Wasserlack. 

Hier die wichtigsten Tipps und Anleitung zur Pflege und Versiegelung von Holzböden mit Wasserlack in der Übersicht: 

Warum Wasserlack?

Vielen ist zwar klar, dass auch ein Holzboden durch Verschmutzungen und Abnutzungserscheinungen im Laufe der Zeit unansehnlich wird. Aber um den natürlichen Holzbelag nicht mit chemischen Mitteln zu behandeln und mit einer Schicht aus Kunststoffen zu überziehen, greifen sie zu ebenfalls natürlichen Mitteln wie Bienenwachs, Balsamterpentin oder Naturharzlack. 

Auch wenn es sich bei diesen Mitteln um natürliche Mittel handelt, heißt das nicht automatisch, dass sie völlig unbedenklich sind. Auch natürliche Harze und andere rein biologische Produkte können Bestandteile enthalten, die sich nachteilig auf die Gesundheit und die Umwelt auswirken können. So können beispielsweise pflanzliche Lösungsmittel enthalten sein. Hinzu kommt, dass rein biologische Produkte einen höheren Pflegeaufwand erfordern. 

In stark beanspruchten Räumen müssen Holzböden, die mit rein natürlichen Mitteln behandelt sind, deutlich häufiger abgeschliffen und neu behandelt werden. Verfärbungen, die tief in das Holz eingedrungen sind, können teilweise nicht mehr beseitigt werden. Insofern kann es durchaus sinnvoll sein, für die Pflege und Versiegelung des Holzbodens auf künstliche Mittel zurückzugreifen und sehr gut geeignet hierfür ist Wasserlack. Wasserlack versiegelt den Holzboden als feiner Kunststofffilm und übernimmt dabei drei wichtige Aufgaben. 

Zum einen füllt Wasserlack die Poren und verhindert dadurch, dass das Holz beispielsweise beim Reinigen mit Wasser aufquillt. Zum anderen bildet der Wasserlack einen Film, der fest an der Oberfläche haftet und damit einem vorzeitigen Verschleiß entgegenwirkt. Außerdem können Verunreinigungen nicht in das Holz eindringen, weil dieses ja durch die Lackschicht versiegelt ist.     

Was ist Wasserlack?

Wasserlack ist ein Lack, der überwiegend aus Wasser besteht. Hinzu kommen unterschiedliche Zusatzstoffe wie beispielsweise Substanzen, die einen Film bilden, oder Mittel, die ein Schäumen verhindern oder die Oberfläche matt oder glänzend aussehen lassen. In Wasserlack sind kleine Kunststoffteilchen aus Acryl enthalten. 

Wenn der Lack trocknet, verdunstet das Wasser. Gleichzeitig verbinden sich die Acrylteilchen miteinander und zusammen mit den Zusatzstoffen entsteht ein Film. Die Kosten für Wasserlack können recht unterschiedlich ausfallen. 

Allerdings sagt der Preis nicht viel über die Qualität aus. So muss ein verhältnismäßig teurer Wasserlack nicht zwangsläufig qualitativ hochwertig sein, während ein günstiger Wasserlack nicht unbedingt schlecht sein muss. Vor dem Kauf sind daher eine ausführliche Beratung und Recherche sinnvoll. 

Wie wird Wasserlack aufgetragen?

Zunächst ist wichtig, dass der Holzboden gut abgeschliffen, trocken und sauber ist. Reste von Schleifstaub, Wachs, Öl und andere Verschmutzungen führen zu unschönen Spuren und sollten daher unbedingt sorgfältig entfernt werden. Die Zimmertemperatur sollte nicht unter 13 Grad liegen, wichtig ist aber auch eine gute Belüftung. 

Zugluft ist zwar ungünstig, die Fenster sollten aber so lange geöffnet bleiben, bis der Lack vollständig durchgetrocknet und der Geruch verschwunden ist. Aufgetragen wird der Wasserlack mit einer Rolle oder einer breiten und dichten Bürste. Dabei ist ein möglichst gleichmäßiger Auftrag wichtig, denn wenn sich der Lack an einigen Stellen sammelt und so eintrocknet, müssen diese Stellen später mühsam nachgeschliffen werden. 

Wenn die erste Lackschicht aufgetragen und getrocknet ist, sollte der Holzboden mit einem feinkörnigen Sandpapier abgeschliffen werden. Durch das Wasser im Lack können sich feine Holzfasern nämlich aufstellen und dies wiederum kann eine raue Oberfläche zur Folge haben. Nach dem zweiten Schleifen wird der Holzboden dann gereinigt und ein weiteres Mal versiegelt. 

Wie wird der versiegelte Holzboden gepflegt?

Vor allem unmittelbar nach der Versiegelung ist der Holzboden noch empfindlich und sollte daher möglichst schonend behandelt werden. Erst nach einer Woche sollten Teppiche ausgelegt oder der Holzboden feucht gereinigt werden. Sehr schwere Möbelstücke sollten ebenfalls erst nach einer, besser sogar erst nach zwei Wochen aufgestellt werden. 

Nach dieser Zeit ist der Holzboden recht unempfindlich. Allerdings haben Sand und Schmutz eine ähnliche Wirkung wie Schleifpapier. Daher sollten sie möglichst zeitnah entfernt werden, entweder mit dem Besen oder mit dem Staubsauger. Zur Reinigung reicht es aus, den Boden hin und wieder mit einem feuchten Tuch und klarem Wasser zu wischen. 

Große Wassermengen sollten dabei natürlich vermieden werden, denn trotz Versiegelung können stehende Pfützen dazu führen, dass das Holz aufquillt. Ist der Holzboden durch die Versiegelung recht rutschig, kann ein flüssiges Parkettpflegemittel ohne Lösungsmittel Abhilfe schaffen. Wird dieses dem Putzwasser beigemischt, wird die Oberfläche nämlich etwas stumpfer.

Mehr Anleitungen, Tipps und Ratgeber zum Thema Holz:

Thema: Tipps und Anleitung zur Pflege und Versiegelung von Holzböden mit Wasserlack 

Kommentar verfassen