Bauanleitung für einen Drachen

Bauanleitung für einen klassischen Drachen 

Der Herbst ist die ideale Zeit, um Drachen steigen zu lassen. Nun gibt es im Handel Drachen in den unterschiedlichsten Ausführungen und Preisklassen fertig zu kaufen, aber besonders viel Spaß macht es, selbstgebaute Drachen steigen zu lassen. 

Einen klassischen Drachen aus Holzleisten selber zu bauen, ist dabei auch wirklich nicht schwer und sollte auch von weniger geübten Heimwerkern ohne größere Schwierigkeiten umzusetzen sein.

Hier nun also die Bauanleitung für einen klassischen Drachen:

Materialliste

Für einen klassischen Drachen werden folgende Materialien benötigt:

·         1 Holzleiste aus Fichte, 100cm x 1cm x 0,5cm

·         1 Holzleiste aus Fichte, 83cm x 1cm x 0,5cm

·         Drachenschnur

·         Drachenpapier oder Folie

·         Kleber für Holz sowie Kleber für Papier oder Folie 

Bauanleitung für den Drachen

Im ersten Arbeitsschritt werden die Holzleisten vorbereitet. Dazu werden zuerst etwa 2mm tiefe Nuten mittig in die Endkanten der Leisten gefräst oder gefeilt. Durch diese Nuten verläuft später die Drachenschnur, über die die Bespannung gezogen wird. Außerdem werden mittig Löcher mit einem Durchmesser von 2mm in die Holzleisten gebohrt. 

Die längere Leiste erhält je ein Loch 15cm von der oberen und der unteren Kante entfernt sowie ein Loch 1,5cm von der unteren Kante entfernt. Die kürzere Leiste wird mit zwei Löchern versehen, die jeweils 1,5cm von den Kanten entfernt sind. 

Im nächsten Arbeitsschritt werden die beiden Leisten miteinander verbunden. Dazu wird die kürzere Leiste als Querleiste mit etwas Holzkleber so auf die längere Holzleiste als Längsleiste geklebt, dass die Querleiste exakt mittig ist und der Abstand bis zum oberen Endpunkt der Längsleiste 29,5cm beträgt. 

Um die Verbindung zusätzlich zu stabilisieren, wird die Verbindungsstelle über Kreuz mit Drachenschnur umwickelt. 

 

Jetzt wird der Drachen bespannt: 

Dazu wird die Drachenschnur in die vorbereiteten Nuten eingelegt, fest um das gesamte Holzkreuz gespannt und verknotet. Danach wird die Bespannung aus Drachenpapier oder Folie zugeschnitten, indem das Holzkreuz auf das ausgebreitete Material gelegt und das Papier oder die Folie mit einem Überstand von etwa 3cm zurechtgeschnitten wird. Der überstehende Rand wird dann über die gespannte Schnur auf die Innenseite geklappt und mit ausreichend Kleber festgeklebt.

Nun müssen noch die Schnüre gearbeitet werden, die die Flugeigenschaften des Drachens bestimmen. Zunächst wird dazu Drachenschnur in den beiden jeweils 15cm von den Kanten entfernten Löchern auf der Längsleiste verknotet. 

Dabei sollte diese Schnur so lang sein, dass sich ein Dreieck mit einer 30cm und einer 60cm langen Seite ergibt. In die beiden Löcher auf der Querleiste wird ebenfalls Drachenschnur geknotet. 

Diese sorgt dafür, dass sich der Drachen wölbt und dadurch besser fliegt. Sollte sich später herausstellen, dass der Drache nicht optimal durch die Lüfte gleitet, können die Flugeigenschaften durch diese beiden Schnüre verändert werden.

Jetzt fehlt nur noch der Schwanz des Drachens. Auch dieser beeinflusst die Flugeigenschaften und gibt dem Drachen außerdem sein typisches Aussehen. Die Schwanzschnur des Drachens wird in dem unteren Loch in der Längsleiste befestigt und sollte gute 3m lang sein. Verziert wird der Drachenschwanz mit Rechtecken aus Papier, die in der Mitte zusammengefasst werden und dadurch wie kleine Schleifen aussehen.

drachen-bauen

Sicherheitsvorschriften beim Steigenlassen von Drachen

Es gibt einige Sicherheitsvorschriften, die beachtet werden sollten, um weder sich noch andere zu gefährden. So dürfen Drachenschnüre kein Metall enthalten. Zudem dürfen Drachenschnüre höchstens 100m lang sein, in einigen Stadtgebieten sogar nur 60m. 

Sind die Drachenschnüre länger, müsste dafür eine Genehmigung von der zuständigen Luftfahrtbehörde vorliegen. Außerdem müssen die Orte, an denen die Drachen fliegen sollen, einige Anforderungen erfüllen. So müssen die Abstände zu Freistromleitungen und elektrischen Bahnstrecken 600m betragen, zu einer Straße 500m, zu Sportflughäfen 3km und zu Flughäfen 6km. 

Zudem ist das Drachensteigenlassen in Natur- und Vogelschutzgebieten meist nicht erlaubt.  Akute Lebensgefahr besteht, wenn der Drachen bei einem Gewitter steigen gelassen wird oder wenn er sich in einer Stromleitung verfangen hat. In letztem Fall darf auf keinen Fall versucht werden, den Drachen selbst wieder zu lösen, sondern stattdessen sollte der Störungsdienst des Energieversorgers benachrichtigt werden. 

Ansonsten gilt, dass Drachen nicht flach über die Köpfe von Menschen und Tieren fliegen sollten, denn dadurch könnte es zu Unfällen kommen. Natürlich benötigt ein Drachen Wind, um richtig fliegen und gleiten zu können. Ist der Wind jedoch so stark, dass eine Kontrolle nur eingeschränkt möglich ist, sollte die Flugstunde verschoben werden. 

Dies gilt insbesondere dann, wenn Kinder mit dabei sind. Generell sollten Eltern aber sehr genau darauf achten, ob die Kinder den Drachen sicher kontrollieren können oder ob die Zugkräfte nicht doch in zu großem Umfang auftreten.

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