Die wichtigsten Arbeitstechniken bei Holzarbeiten

Übersicht: Die wichtigsten Arbeitstechniken bei Holzarbeiten   

Es gibt ein paar elementare Arbeitstechniken, die bei nahezu allen Holzarbeiten zum Einsatz kommen, auch wenn die genaue Vorgehensweise immer davon abhängt, was für welchen Zweck angefertigt wird.

So kommt es bei einer Holzarbeit, die für den Außenbereich gedacht ist, in erster Linie darauf an, dass das Holz robust und widerstandsfähig ist. Bei Möbeln und dekorativen Holzarbeiten für den Innenbereich wiederum steht eine solide, aber gleichzeitig saubere und optisch ansprechende Verarbeitung im Vordergrund.

Trotzdem gibt es grundlegende Arbeitsschritte und hier die wichtigsten Arbeitstechniken
bei Holzarbeiten in der Übersicht: 
 

Das Messen und Anreißen

Der erste Schritt besteht üblicherweise im Messen und Anreißen der Hölzer, also dem Festlegen und Anzeichnen der Maße. Der Begriff Anreißen erklärt sich damit, dass die angezeichneten Maßlinien auch als Risse bezeichnet werden.

Das Übertragen der Schnittkanten erfolgt mit einem Bleistift, einem Messer oder einer Reißnadel und mithilfe von einem Zollstock, einem Anschlagwinkel, einem Lineal oder notfalls auch einem geraden Brett. Den Ausgangspunkt bildet eine gerade Kante, die auch Bezugskante genannt wird.

Von der Bezugskante ausgehend werden dann die Länge und die Breite ermittelt und entsprechend markiert.   

Der Zuschnitt

Das Zuschneiden der Hölzer auf die benötigte Länge und Breite erfolgt üblicherweise mithilfe einer Säge, wobei unterschiedliche Sägen in Frage kommen. Für alle Sägen gilt aber, dass sie scharf sein sollten. Bei einer stumpfen Säge muss nämlich nicht nur deutlich mehr Kraft aufgewendet werden, sondern es ist auch wesentlich schwieriger, der angezeichneten Maßlinie exakt zu folgen.

Außerdem kann sich das Sägeblatt verbiegen, was Schäden an Säge und Holz zur Folge haben kann. Beim Sägen sollten Säge, Arm und Schulter eine Linie bilden und es sollte möglichst immer senkrecht gearbeitet werden.

Das bedeutet, das Holz sollte entsprechend hingelegt oder aufgestellt werden, so dass die Säge oder das Sägeblatt dann in regelmäßigen Schwüngen durch das Holz hin- und herbewegt werden kann.  

Das Hobeln

Durch das Hobeln wird die Holzoberfläche begradigt und geglättet. Um ein Holzstück plan zu hobeln, wird der Hobel an den höchsten Stellen angesetzt und anschließend nach und nach die gesamte Fläche bearbeitet.

Soll ein Kante gehobelt werden, wird in der Mitte begonnen und zu den Rändern hin gearbeitet. Ähnlich wie für die Säge gilt auch für den Hobel, dass dieser möglichst scharf sein sollte. Zudem muss der Hobel natürlich entsprechend eingestellt sein.

Um sich die Arbeit zu erleichtern, sollte der Hobel zwischendurch gewachst werden. Hierfür ist aber kein spezielles Wachs erforderlich, sondern ein Kerzenrest reicht völlig aus. Ist die Arbeit abgeschlossen, wird die Sohle mit Terpentinersatz gereinigt, um so Harzreste zu entfernen.

Zum Aufbewahren sollte der Hobel dann auf der Seite liegend verstaut werden. Dadurch kommt die Schneidkante nicht mit anderen Materialien in Kontakt und wird weniger schnell stumpf.  

Das Bohren

Herkömmliche Bohrmaschinen können Bohrer mit Schaftdurchmessern zwischen einem und 13 Millimetern aufnehmen. Je nach Holzarbeit werden die Löcher mit Spiral-, Zentrums-, Forstner- oder Schlangenbohrern gebohrt. Um ein Loch zu bohren, wird der Bohrer an der entsprechenden Stelle aufgesetzt und die Bohrmaschine anschließend mit ausreichend Druck senkrecht nach unten gedrückt, so dass der Bohrer das Holz möglichst gerade durchdringt.

Soll das Holz nicht ganz durchgebohrt, sondern das Loch nur mit einer bestimmten Tiefe gebohrt werden, kann ein sogenannter Tiefensteller verwendet werden. Eine solche Bohrhilfe ist im Handel erhältlich, ein Stück Klebeband, das als Markierung um den Bohrer geklebt wird, erfüllt aber die gleiche Funktion.   

Das Schleifen

Meist muss Holz nach dem Zuschnitt geschliffen werden, bevor die Holzarbeit abgeschlossen und die Oberfläche lackiert oder versiegelt werden kann. Schleifmittel für Holz haben meist eine Unterseite aus Papier, Gewebe oder Metall und sind je nach Körnung in unterschiedliche Klassen eingeteilt.

Die Palette reicht dabei von 12 bei einer sehr groben Körnung bis zu 800 für eine sehr feine Körnung. Die Schleifpartikel sind in unterschiedlicher Dichte aufgebracht. Dabei gilt, dass ein Schleifmittel umso besser schleift, je geringer die Dichte der Schleifpartikel ist, denn dadurch setzen sie sich nicht so schnell mit Schleifstaub zu.

Beim Schleifen wird mit einer groben Körnung begonnen und danach erst mit einer mittleren und zum Schluss mit einer feinen Körnung weitergearbeitet. Das Schleifmittel wird dabei immer längs zur Faser geführt. Wird mit einer elektrischen Schleifmaschine gearbeitet, wird das Gerät zuerst eingeschaltet und erst dann auf das Holz aufgesetzt. 

Nageln und Schrauben

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um zwei Hölzer miteinander zu verbinden. Neben dem Leimen sind dabei das Nageln und das Schrauben die gängigsten Verbindungen. Werden zwei Hölzern vernagelt, sollten die verwendeten Nägel zwei- bis dreimal so lang sein wie die Dicke des Bretts.

Für ein 2cm starkes Holzbrett eignen sich also 40 bis 60 Millimeter lange Nägel. Erfolgt die Nagelverbindung an einer Kante oder bei Hartholz, sollten die Löcher bis etwa in die Mitte des Holzes vorgebohrt werden. Dadurch lässt sich ein Splittern oder Reißen des Holzes vermeiden. Um die Verletzungsgefahr zu minimieren und den Nägeln gleichzeitig einen festeren Halt zu geben, können sie versenkt werden.

Dazu wird ein Senkstift oder ein großer Nagel auf den eingeschlagenen Nagel aufgesetzt und dieser dann durch einen kräftigen Schlag bis etwa drei Millimeter unter die Oberfläche versenkt.  Schraubenverbindungen sind haltbarer als genagelte Verbindungen und lassen sich zudem auch wieder lösen.

Wichtig ist aber zunächst, die richtigen Schrauben zu verwenden. So sollte bei Verbindungen, die mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen, immer mit Schrauben aus einem rostfreien Material gearbeitet werden. Die Länge und Stärke der Schrauben hängt vom Verwendungszweck ab. Als Faustregel gilt hier aber, dass für die untere Hälfte der Verbindung zwei Drittel der Schraube verwendet werden sollten. Damit das Holz nicht ausreißt, werden die Schraublöcher in aller Regel vorgebohrt, wobei der Bohrer etwas kleiner gewählt wird als der Durchmesser der Schraube.

Damit sich die Schraube besser eindrehen lässt, kann sie leicht gefettet, geölt oder über Seife gezogen werden. Bleibt die Schraube sichtbar, wird sie meist versenkt. Zudem werden die Schraubenköpfe so gedreht, dass ihre Schlitze in Faserrichtung verlaufen.

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