Grundkurs zur Holzschnitzerei

Kleiner Grundkurs für die Holzschnitzerei 

Holz gehört nicht nur zu den wichtigsten Bau- und Werkstoffen, sondern auch zu den Materialien, die die Menschen schon von Beginn an begleiten. Dabei wird Holz seit jeher in unterschiedlichster Weise genutzt, für den Bau von Häusern und für die Herstellung von Alltags- und Gebrauchsgegenständen genauso wie als Brennholz und zu dekorativen Zwecken. 

Im Unterschied zu vielen anderen Materialien bietet Holz dabei den Vorteil, dass es verhältnismäßig leicht zu bearbeiten ist und sich durch seine natürliche, lebendige Optik auszeichnet. 

Wer schon einmal einem Holzbildhauer über die Schulter geschaut hat, war sicherlich beeindruckt, wie schnell und scheinbar mühelos die unterschiedlichsten Figuren und Objekte entstehen.

Ganz so einfach ist die Holzschnitzerei in der Praxis zwar nicht, denn genauso wie jede andere handwerkliche oder künstlerische Tätigkeit erfordert auch das Schnitzen von Holz etwas Übung und Erfahrung. Aber die künstlerische Bearbeitung von Holz kann recht schnell erlernt werden und wird dann zu einer idealen Möglichkeit, um handwerkliches Geschick mit künstlerischer Kreativität und Phantasie zu verbinden. 

Hier daher nun einer kleiner Grundkurs für die Holzschnitzerei:

Die geeigneten Hölzer

Grundsätzlich muss das Holz, das für die Holzschnitzerei verwendet werden soll, trocken und abgelagert sein. Frisches, noch feuchtes Holz arbeitet stark und würde die mühe- und kunstvolle Arbeit zunichte machen. Laub- und Obsthölzer eignen sich für die ersten Versuche nur bedingt, denn Hölzer wie Eiche, Nussbaum, Ahorn oder Esche sind nicht ganz so einfach zu bearbeiten. 

Sehr gut geeignet hingegen sind Hölzer wie Linde, Pappel, Erle, Weide, Kastanie oder Birke. Diese Hölzer sind leicht und erfordern bei der Bearbeitung keinen allzu großen Kraftaufwand. 

Die benötigten Werkzeuge

Für die Holzschnitzerei werden neben dem Holz, einer Säge und einer guten Idee vor allem Schnitzmesser und Holzbildhauereisen benötigt. Diese gibt es in vielen unterschiedlichen Größen und Formen, beispielsweise gerade, schräg, gekröpft oder entgegengesetzt gekröpft. 

Gekröpft bedeutet gebogen, so dass die Schnitzeisen also entweder nach oben oder nach unten gebogen sind. Im Handel gibt es die Werkzeuge aber nicht nur einzeln, sondern auch als Set und ein solches Einsteigerset reicht als erste Grundausstattung völlig aus. 

Wichtig ist jedoch, darauf zu achten, dass die Messer und Eisen immer gut scharf sind. Stumpfe Messer und Eisen führen zu unsauberen Schnitten und Kanten, zudem steigt die Verletzungsgefahr erheblich, weil deutlich mehr Kraft benötigt und mehr Druck ausgeübt werden muss und es damit schneller zu einem schmerzhaften Abrutschen kommen kann.    

Eine Vorlage als Muster

Gerade bei den ersten Versuchen ist es empfehlenswert, erst eine Vorlage anzufertigen, bevor mit der eigentlichen Holzschnitzerei begonnen wird. Für die Vorlage wird das gewünschte Motiv auf ein Blatt Papier gezeichnet. 

Exakte Details sind hierbei nicht unbedingt notwendig, denn es geht vor allem darum, die Grundform anzulegen, um sich so einen ersten Eindruck von der späteren Arbeit zu verschaffen. Ratsam kann zudem sein, vorab ein Modell anzufertigen. 

Hierfür eignen sich vor allem Materialien wie Gips, Ton oder Knetmasse. Diese Materialien bieten den Vorteil, dass jederzeit Korrekturen möglich sind, indem einfach etwas Masse abgetragen oder hinzugefügt sind. Bei der eigentlichen Holzschnitzerei sind solche Korrekturen nur bedingt möglich, denn das Holz, das entfernt wurde, kann nicht einfach wieder angeklebt werden. 

Die Bearbeitung des Holzes

Steht die Idee und hat der Hobbykünstler eine Vorstellung davon, wie sein Werkstück aussehen soll, kann die Schnitzarbeit beginnen. Bei der Bearbeitung des Holzes ist wichtig, auf die Maserung zu achten, denn diese unterstreicht die spätere Optik. Im ersten Schritt werden mit der Säge und einem großen Eisen die Partien entfernt, die für die Figur nicht benötigt werden. Zuerst wird also der grobe Grundriss der späteren Figur gearbeitet. 

Danach geht es mit der Struktur der Figur und den Details weiter. Hilfreich ist hier, kleine Markierungen und Hilfslinien mit einem Bleistift aufzuzeichnen, um sich daran orientieren zu können. Nach und nach wird das Holz dann weiterbearbeitet, bis alle Feinheiten fertig sind und die Figur ihre endgültige Form erreicht hat. Beim Umgang mit den Werkzeugen sind zwei Punkte sehr wichtig. 

Zum einen wird nie gegen die Faserstruktur gearbeitet, denn dies könnte dazu führen, dass das Holz reißt oder Holzteile abplatzen. Zum anderen wird nie zum Körper hin gearbeitet, sondern die Werkzeuge werden immer vom Körper oder der Hand weg geführt, um Verletzungen zu vermeiden.  

Die unterschiedlichen Schnitztechniken

Für den Anfang ist die plastische Schnitzerei am besten geeignet. Diese ist recht leicht umzusetzen und durch das figürliche, dreidimensionale Arbeiten entstehen sehr schöne Werkstücke. Deutlich schwieriger, aber mindestens genauso effektvoll ist die Reliefschnitzerei. Hierbei wird das Motiv aus dem Holz herausgearbeitet. 

Die Schwierigkeit an dieser Technik liegt darin, dass zwar eine räumliche Tiefe entstehen muss, insgesamt aber nur wenig Holz abgenommen, also mit einer nur geringen Arbeitstiefe gearbeitet wird. Weitere Schnitztechniken sind die Wurzel- und die Astschnitzerei. Bei diesen Techniken nutzt der Künstler die natürliche Wuchsform des Holzstücks und verändert diese nur geringfügig.

Er verändert die Form des Holzes also weniger nach seinen Vorstellungen, sondern lässt sich von der vorliegenden Form inspirieren, nutzt diese als Grundlage und arbeitet sie letztlich nur etwas nach.

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