Vorbehandlung von Holzoberflächen

Basiswissen zur Vorbehandlung von Holzoberflächen  

Bei einem Blick auf Möbel und andere Holzobjekte wird recht schnell deutlich, wie vielseitig Holz eingesetzt werden kann. 

Dabei belegen schon Möbel und Einrichtungsgegenstände aus längst vergangenen Zeiten, dass nicht nur der Werkstoff Holz als solches beliebt war, sondern dass das Holz sehr sorgfältig verarbeitet und mitunter überaus kunstvoll und aufwändig verziert wurde. Bei den dekorativen Arbeiten ging es jedoch nicht nur darum, die Objekte zu verschönern. 

Im Vordergrund stand vielmehr, ihnen eine individuelle Note zu verleihen, durch die sich deutlich von anderen Objekten in ähnlicher Machart unterschieden. Im Laufe der Zeit änderte sich dann der Geschmack immer wieder und regelmäßig gab es neue Trends und Moden. Heute haben viele das Aufarbeiten und Dekorieren von Möbeln und Einrichtungsgegenständen als Hobby für sich entdeckt. 

Die Ziele sind jedoch andere als früher. Zwar sollen die Werkstücke auch heute einen besonderen, individuellen Charakter erhalten, aber in keiner anderen Epoche wäre es denkbar gewesen, Holzoberflächen beispielsweise so zu bearbeiten, dass sie alt und abgenutzt aussehen. Ein großer Pluspunkt im Vergleich zu früher ist, dass eine enorme Palette an unterschiedlichsten Materialien und Hilfsmitteln zur Verfügung steht. 

Dadurch kann auch der Laie Effekte erzielen, die früher bestenfalls erfahrenen Kunsttischlern vorbehalten waren. Unverändert geblieben ist jedoch, dass eine Holzoberfläche immer vorbehandelt werden muss, bevor die eigentliche Bearbeitung beginnen kann.  

Basiswissen zur Vorbehandlung von Holzoberflächen

Grundsätzlich gilt bei den meisten Dekorationstechniken, dass eine Holzoberfläche glatt und eben sein muss und weder alte Farbreste noch Löcher, Risse oder Käferschäden aufweisen darf. Schad- und Fehlstellen bleiben nämlich trotz Weiterbearbeitung in vielen Fällen sichtbar und könnten damit das gewünschte Ergebnis beeinträchtigen. 

Am einfachsten lassen sich rohe, unbehandelte Holzoberflächen bearbeiten, denn hier reicht als Vorbehandlung oft schon aus, die Oberfläche leicht abzuschleifen. Aber auch bei alten Möbeln, die aufgearbeitet werden sollen, ist die Vorbehandlung nicht allzu schwierig.

Die wichtigsten Methoden, wenn es darum geht, eine Holzoberfläche für die Weiterbearbeitung vorzubereiten, sind dabei folgende: 

Das Abbeizen 

Um alte Farb- und Lackschichten zu entfernen, ist ein chemisches Abbeizmittel meist die beste Lösung. Es gibt zwar auch andere Methoden, um Farb- und Lackreste zuverlässig zu beseitigen, allerdings haben auch sie ihre Schwachstellen. So ist es beispielsweise möglich, den alten Farbauftrag mit einem Heißluftföhn zu erwärmen und anschließend mit einem Spachtel abzuheben. Hierbei kann es allerdings recht leicht passieren, dass das Holz versehentlich angesengt wird oder der Spachtel unschöne Kratzer im Holz hinterlässt. 

Ähnliches gilt für den Einsatz von Metallbürsten und ähnlichen Werkzeugen, die nur dann verwendet werden sollten, wenn die Farbe bereits abblättert. Andernfalls könnten die Holzfasern unnötigerweise beschädigt werden. Daneben ist möglich, alte Holzmöbel abzulaugen. Nicht alle Anstriche lassen sich jedoch mit Lauge entfernen und nicht alle Hölzer eignen sich für eine solche Behandlung. Hinzu kommt, dass der Umgang mit Natronlauge Erfahrung, eine entsprechende Ausstattung und eine sehr vorsichtige Arbeitsweise erfordert, weil ansonsten schwere Verletzungen und Schäden drohen. 

Abbeize ist ein aggressives Produkt, das eine geleeartige Konsistenz hat. Abschnitt für Abschnitt wird die Abbeize in einer dicken Schicht auf die Oberfläche aufgetragen, damit sichergestellt ist, dass das Mittel in sämtliche Ecken und Ritzen eindringt. Nach rund 15 Minuten Einwirkzeit und bevor die Abbeize angetrocknet ist, wird sie mit einem Spachtel wieder abgenommen. 

Wichtig beim Arbeiten mit Abbeize ist aber, die Haut mit Handschuhen und langer Kleidung und die Augen mit einer Schutzbrille zu schützen. Außerdem sollte am besten im Freien oder zumindest in einem gut gelüfteten Raum gearbeitet werden. Um die Wirkung der Abbeize zu stoppen und zu neutralisieren, sollte die Holzoberfläche nach der Behandlung mit Terpentin abgerieben werden. Danach muss das Werkstück vollständig trocknen und kann dann genauso wie ein neues, unbehandeltes Möbelstück mit verschiedensten Techniken weiterbearbeitet werden.   

Das Verfüllen mit Holzkitt

Vor allem auf alten Nadelhölzern sind häufig Spuren zu finden, die Käfer hinterlassen haben. Um sicherzugehen, dass Bockkäfer und Holzwürmer keine weiteren Schäden verursachen, sollte das Werkstück mit einem Insektizid behandelt werden. Je nach Mittel erfolgt der Auftrag mit dem Pinsel oder durch Besprühen. 

Bei Möbelstücken und Holzobjekten, die nicht allzu groß sind, ist es ratsam, das Werkstück luftdicht mit Folie einzuwickeln und das Insektizid mehrere Tage lang einwirken zu lassen. Um Risse, Löcher und andere Fehlstellen aufzufüllen, kommt Holzkitt zum Einsatz. Holzkitt ist eine Spachtelmasse, die meist aus Weißleim und Holzmehl besteht und mit dem Spachtel aufgetragen und geglättet wird. Ist die Spachtelmasse trocken, wird die Holzoberfläche mit Schleifpapier in mittlerer Körnung in Maserrichtung abgeschliffen. 

Neben Holzkitt in Form von Spachtelmasse sind auch Wachskittstangen erhältlich, die sich ebenfalls eignen, um oberflächliche Schadstellen im Holz auszubessern. Allerdings kann die Holzoberfläche dann nicht mehr mit Farben auf Wasserbasis bearbeitet werden, weil das enthaltene Wachs wasserabstoßend wirkt.  

Das Füllen der Poren

Um eine Holzoberfläche zu versiegeln und sich dadurch die weitere Bearbeitung zu erleichtern, werden häufig Porenfüller eingesetzt. Dies gilt insbesondere bei Holzarten mit groben Poren wie beispielsweise Eiche. Am häufigsten werden in Alkohol gelöste Harze als Porenfüller verwendet. Da Porenfüller transparent sind, bleibt die Maserung weiterhin sichtbar. Vor dem Auftrag des Porenfüllers wird die Holzoberfläche zunächst abgeschliffen. Der Porenfüller selbst wird dann in kreisenden Bewegungen und mithilfe von einem mehrfach gefalteten Leintuch aufgetragen. 

Überschüssige Füllmasse wird anschließend mit einem sauberen Tuch quer zur Maserung abgenommen. Nach dem Trocknen wird die Holzoberfläche dann vor der weiteren Bearbeitung noch einmal abgeschliffen.       

Das Grundieren mit Gesso

Bei einigen Dekorationstechniken ist eine Grundierung mit Gesso erforderlich. Gesso ist eine Substanz, die sich als deckende Schicht auf die Holzoberfläche legt. Früher wurde Gesso aus Kreide, Zinkweiß und einem Bindemittel auf Wasserbasis wie Kasein oder Tierleim hergestellt, heute besteht der im Handel erhältliche Gesso üblicherweise aus Gips, Kunststoff und Weißpigment. 

Prinzipiell kommt Gesso immer dann zum Einsatz, wenn eine absolut glatte und einheitlich weiße Oberfläche benötigt wird. Der Auftrag erfolgt mit einem flachen Pinsel und in einer dünnen Schicht. Ist die erste Grundierung trocken, wird die Holzoberfläche mit feinem Schleifpapier abgeschliffen. Je nachdem, wie glatt die Oberfläche werden soll, folgen danach eine oder mehrere weitere Schichten Gesso, die nach dem Trocknen jeweils auch geschliffen werden.

Mehr Anleitungen, Tipps und Ratgeber zum Thema Holz:

Thema: Basiswissen zur Vorbehandlung von Holzoberflächen

Kommentar verfassen