Holz-Spachtelmasse selbst herstellen

Holz-Spachtelmasse selbst herstellen

Um bei Möbeln und anderen Gegenständen aus Holz Schadstellen auszubessern oder Fugen zu verschließen, wird üblicherweise Holz-Spachtelmasse verwendet. Eine solche Spachtelmasse gibt es im Baumarkt fertig zu kaufen.

Genauso gut lässt sich Holz-Spachtelmasse aber auch selbst herstellen. Dies wiederum ist nicht nur kostengünstiger, sondern bietet auch den Vorteil, dass der Farbton der Spachtelmasse exakt auf das vorhandene Holz abgestimmt werden kann. Dadurch ist später kaum zu sehen, dass überhaupt gespachtelt wurde.

 

Die Bestandteile von Holz-Spachtelmasse

Holz-Spachtelmasse besteht im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen, nämlich zum einen aus einem Bindemittel und zum anderen aus einem Pigment. Als Bindemittel können beispielsweise Holzleim, Acryllack oder Klarlack verwendet werden. Als Pigment kommt Schleifstaub zum Einsatz.

Dabei erfüllt der Schleifstaub als Zutat der Spachtelmasse gleich zwei Funktionen. So dient er einerseits als Füllstoff, der der Spachtelmasse die richtige Konsistenz verleiht und dafür sorgt, dass sie beim Trocknen einen festen Körper ausbildet. Dadurch fällt die gespachtelte Masse nicht in sich zusammen, sondern es entsteht eine stabile Fläche oder Fuge.

Andererseits färbt der Schleifstaub die Spachtelmasse ein. Wird für die Spachtelmasse der Holzstaub verwendet, der beim Anschleifen des Holzes anfällt, das gespachtelt werden soll, erhält die Spachtelmasse automatisch den richtigen Farbton.

 

Der Farbton der Holz-Spachtelmasse

Wird für die Spachtelmasse Schleifstaub von dem zu bearbeitenden Holzstück oder von einem Holz der gleichen Holzart verwendet, bekommt die Spachtelmasse automatisch einen passenden Farbton. Allerdings kann das Bindemittel den Farbton verändern.

Dies liegt daran, dass Leime und Lacke unterschiedliche Lösungsmittel enthalten. Je nachdem, wie aggressiv das enthaltene Lösungsmittel ist, kann es zu einer chemischen Reaktion zwischen dem Bindemittel und dem Schleifstaub kommen. Das Ergebnis davon ist, dass die Holz-Spachtelmasse ihren Farbton verändert.

Soll das Möbelstück oder der Gegenstand später in einem bestimmten Farbton lackiert werden, ist der Farbton der Spachtelmasse zweitrangig. Durch die gleichmäßig deckende Lackierung ist vom Holz ohnehin nichts mehr zu sehen, so dass es keine Rolle spielt, wie die Holzfläche darunter aussieht. Die Spachtelmasse hat dann lediglich die Aufgabe, Löcher und Risse zu füllen und so für eine ebene Fläche zu sorgen.

Anders sieht es aber aus, wenn der Holzgegenstand nur mit einem Klarlack überzogen werden soll. Damit die ausgebesserten Stellen optisch nicht auffallen, ist wichtig, dass Holz und Spachtelmasse farblich aufeinander abgestimmt sind. Im nassen Zustand sieht die Holz-Spachtelmasse allerdings anders aus als nach dem Trocknen.

Aus diesem Grund ist es ratsam, zuerst einen kleinen Farbtest durchzuführen und erst dann mit den eigentlichen Spachtelarbeiten zu beginnen.

 

Anleitung – Holz-Spachtelmasse selbst herstellen

Das Herstellen einer eigenen Holz-Spachtelmasse gliedert sich in zwei Schritte:

  1. Zunächst wird der Schleifstaub benötigt, der als Füllstoff und Färbemittel dient. Dafür wird entweder das Holzstück selbst oder ein Holz der gleichen Sorte abgeschliffen. Der Schleifstaub, der beim Schleifen anfällt, wird aufgefangen und in eine kleine Schüssel gefüllt.
  2. Danach wird der Schleifstaub mit Bindemittel vermischt. Dabei wird dem Schleifstaub soviel Bindemittel hinzugefügt, bis eine homogene, streichfähige Masse entsteht. Die Spachtelmasse sollte ungefähr die Konsistenz von Zahnpasta haben. Als Rührwerkzeug bietet sich der Spachtel an, mit dem die Spachtelmasse auch auf das Holzstück aufgebracht wird.

 

Sind Schleifstaub und Bindemittel miteinander verrührt, ist die Holz-Spachtelmasse auch schon fertig und einsatzbereit. Um sicherzugehen, dass der Farbton stimmt, bietet es sich aber an, zuerst eine Farbprobe durchzuführen. Dazu wird zunächst nur eine sehr kleine Menge Spachtelmasse angemischt.

Anschließend wird die Spachtelmasse an einer unauffälligen Stelle aufgetragen. Nach dem Trocknen zeigt sich, wie gut die Spachtelmasse und das Holz farblich zusammenpassen. Sollte der Farbunterschied zu groß sein, kann ein anderes Bindemittel ausprobiert, etwas weiße Holzfarbe hinzugefügt oder der Schleifstaubanteil erhöht werden.

 

Die Weiterbearbeitung des gespachtelten Holzstücks

Passt der Farbton der Holz-Spachtelmasse, wird sie auf das angeschliffene Holzstück aufgetragen. Dazu werden die Risse, Löcher oder Fugen mit der Spachtelmasse befüllt. Anschließend wird der Spachtel über die ausgebesserte Stelle gezogen, um so überschüssige Spachtelmasse abzunehmen. Ist alles fertig, muss die Spachtelmasse aushärten.

Die Trocknungszeit hängt von der Dicke der aufgetragenen Schicht ab. Mehrere Stunden sollten aber auf jeden Fall eingeplant werden. Die Zeit, die auf der Verpackung des verwendeten Bindemittels als Trocknungszeit angegeben ist, ist dabei übrigens wenig hilfreich. In der Spachtelmasse braucht das Bindemittel nämlich deutlich länger zum Trocknen, weil es in einer viel dickeren Schicht aufgebracht wird als sonst üblich. Auf der sicheren Seite ist der Heimwerker deshalb, wenn er sein Werkstück mindestens 24 Stunden lang in der Werkstatt aushärten lässt.

Ist die Spachtelmasse komplett durchgetrocknet, kann das Holzstück noch einmal geschliffen werden. Dadurch verschwinden Unebenheiten auf der Oberfläche. Anschließend kann das Holzstück wie gewünscht lackiert werden.

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