Holztisch reinigen und ölen – so geht’s

Holztisch reinigen und ölen – so geht’s

Massivholzmöbel sind robust und eigentlich ziemlich pflegeleicht. Und weil Holz ein Naturprodukt ist, arbeitet es und dunkelt im Laufe der Zeit etwas nach. Wenn sich der Holztisch verändert, ist das also eher ein Qualitätsmerkmal und weniger ein Mangel.

Doch wenn der Holztisch irgendwann unansehnlich geworden ist, kann ihn der Heimwerker selbst wieder aufarbeiten.

Wer einen Holztisch mit geölter Oberfläche sein Eigen nennt, wird das Problem kennen: Obwohl der Tisch immer pfleglich behandelt und regelmäßig nachgeölt wurde, ist die Tischplatte stumpf geworden und hat Flecken, Kratzer, kleine Dellen oder andere Beschädigungen.

Dann wird es Zeit, den Holztisch aufzuarbeiten. Doch diese Arbeit kann der Heimwerker gut und gerne selbst erledigen.

Wie es geht, erklärt die folgende Anleitung!

 

Holztisch reinigen und ölen – so geht’s

Bevor der Heimwerker mit der Arbeit beginnt, sollte er zunächst sicherstellen, dass es sich tatsächlich um einen Tisch aus Massivholz handelt. Er kann nämlich problemlos mit Schleifpapier und Öl bearbeitet werden. Bei einer furnierten Tischplatte hingegen funktioniert das nicht.

Rückt ihr der Heimwerker mit Schleifpapier zu Leibe, würde er das Furnier durchschleifen. Dadurch käme die Trägerplatte zum Vorschein und der Schaden wäre noch größer. Ist also sichergestellt, dass der Heimwerker einen Tisch aus massivem Holz vor sich hat, kann er mit dem Aufarbeiten beginnen. Und das erfolgt in vier Arbeitsschritten.

 

  1. Schritt: den Holztisch reinigen

Als erstes muss der Tisch oder die Tischplatte gereinigt werden. Bei leichten Verschmutzungen reicht es meist aus, das Holz mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Sind die Verschmutzungen hartnäckiger, sollte der Heimwerker zu Kern-, Schmier- oder Neutralseife greifen. Diese Seifen sind milde Pflanzenseifen ohne zusätzliche Fette. Anders als Spülmittel, Universalreiniger und andere chemische Reinigungsmittel hinterlassen Pflanzenseifen keinen Film auf dem Holz.

 

  1. Schritt: starke Flecken entfernen und Beschädigungen ausbessern

Starke Verschmutzungen, die in das Holz eingezogen sind und sich deshalb mit Wasser und Pflanzenseife nicht beseitigen lassen, muss der Heimwerker mit Schleifpapier bearbeiten. Dazu nimmt er ein 280er Schleifpapier und schleift die schmutzige Stelle behutsam ab.

Wichtig dabei ist aber, dass der Heimwerker vorsichtig vorgeht und mit wenig Druck arbeitet. Geht er zu rabiat vor, riskiert er tiefe Rillen, die sich nur schwer wieder beseitigen lassen. Außerdem wird immer nur mit der Holzmaserung geschliffen, nie gegen die Holzmaserung.

Je nach Verschmutzung kann der Heimwerker aber auch andere Methoden versuchen:

  • Flecken durch Wachsreste kann der Heimwerker mit dem Haarföhn erhitzen, bis das Wachs weich und flüssig ist. Dann nimmt er das Wachs mit einem Tuch auf. Anschließend wischt der Heimwerker die Stelle mit einer Mischung aus Wasser und wenig Essig ab. Auch bei Hitzeflecken, die durch das Abstellen von heißen Töpfen oder Kannen entstanden sind, hilft oft ein Erwärmen mit dem Föhn.
  • Gummiabrieb von beispielsweise Spielzeugautos oder Schuhsohlen an den Tischbeinen lassen sich oft mit einem sogenannten Schmutzradierer beseitigen.
  • Bei hartnäckigen Fettflecken hilft Pfeifenerde. Pfeifenerde ist in der Drogerie oder Apotheke erhältlich. Sie wird mit Wasser angerührt und auf den Fleck aufgetragen. Nach einer Einwirkzeit von 24 Stunden sollte der Fettfleck weitestgehend verschwunden sein.

Hat die Tischplatte kleine Dellen, legt der Heimwerker ein feuchtes Tuch auf die beschädigte Stelle. Anschließend stellt er das Bügeleisen auf Wolltemperatur ein und bügelt damit über das Tuch.

Durch die Kombination aus Feuchtigkeit und Wärme sollten sich die eingedrückten Holzfasern wieder aufstellen. Kleine Kratzer kann der Heimwerker kaschieren, indem er mit einer Nusshälfte über die Stelle reibt. Dabei verwendet er bei hellem Holz eine Haselnuss und bei dunklem Holz eine Walnuss. Sind die Kratzer oder Dellen tief, wird der Heimwerker die Beschädigungen aber mit farblich passendem Holzkitt auffüllen müssen.

 

  1. Schritt: den Tisch schleifen

Ist das Holz gereinigt, beginnt die eigentliche Behandlung der Oberfläche. Dabei wird das Holz in mehreren Gängen abgeschliffen. Der erste Schleifgang erfolgt mit Schmirgelpapier mit einer 80er oder 100er Körnung. Nach dem Schleifen wird der gesamte Schleifstaub gründlich entfernt. Anschließend wird das Holz gewässert.

Dafür wird der Holztisch mit Wasser eingesprüht, damit sich die Holzfasern aufstellen. Ist das Holz trocken, folgt der nächste Schleifgang. Dann wird das Holz wieder gewässert und danach erneut abgeschliffen. Dabei wird die Körnung bei jedem Schleifgang feiner. Der letzte Schleifgang erfolgt mit einem 240er oder 280er Schleifpapier.

Damit ein gleichmäßiges Ergebnis entsteht, sollte der Heimwerker neben der Tischplatte auch die Stirnseiten abschleifen. Und bei einem hellen Holz ist wichtig, flächig zu arbeiten. Denn Hölzer wie beispielsweise Fichte dunklen stark nach. Würde der Heimwerker hier das Holz unterschiedlich weit abtragen, hätte sein Tisch später verschiedene Farbtöne.

 

  1. Schritt: den Holztisch ölen

Wenn sich der Tisch nach dem Schleifen im Rohzustand befindet und der gesamte Schleifstaub gründlich entfernt wurde, wird der Tisch geölt. Prinzipiell könnte hierfür jedes Öl verwendet werden, also beispielsweise auch Oliven-, Sonnenblumen- oder Rapsöl. Und viele würden ein Speiseöl bevorzugen, weil sie es für unbedenklich halten.

Allerdings ist Speiseöl keine gute Idee, denn ein Speiseöl härtet nicht aus. Stattdessen bleibt ein Film zurück, der für Flecken auf der Tischwäsche und der Kleidung sorgt. Hinzu kommt, dass ein Speiseöl mit der Zeit ranzig wird. Aus diesem Grund sollte der Heimwerker entweder zu Leinölfirnis oder zu einem speziellen Holzöl aus dem Fachhandel greifen.

Das Holzöl trägt der Heimwerker großzügig mit einem Tuch oder Pinsel auf. Ist das Holzöl komplett eingezogen und getrocknet, wird der Tisch ein zweites Mal geölt. Ob das Öl trocken ist, stellt der Heimwerker dadurch fest, dass sich die Oberfläche nicht mehr klebrig anfühlt. Beim zweiten Ölen wird aber etwas weniger Öl verwendet.

Ist auch die zweite Schicht eingezogen und trocken, wird das Ölen wiederholt, und zwar so oft, bis das Holz kein Öl mehr aufnimmt. Bleibt überschüssiges Öl auf dem Holz stehen, sollte es der Heimwerker aber gleich mit Küchenkrepp aufnehmen. Andernfalls entsteht ein zäher Film, der sich nur durch Schleifen wieder beseitigen lässt. Ganz zum Schluss kann der Heimwerker den Tisch mit einem weichen, fusselfreien Mikrofasertuch abreiben. Danach sollte der Holztisch wieder wie neu aussehen!

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