6 Pflegetipps für geöltes Parkett

6 Pflegetipps für geöltes Parkett

Ein geölter Parkettboden liegt absolut im Trend. Doch damit der Bodenbelag lange schön bleibt, sollten ein paar Dinge beachtet werden. Hier sind 6 Pflegetipps für geöltes Parkett!

Geöltes Parkett galt lange Zeit als sehr schöner, natürlicher und behaglicher, aber auch recht pflegeintensiver Bodenbelag. Deshalb entschieden sich viele Verbraucher lieber für eine Versiegelung. Doch inzwischen gibt es neue Holzöle, durch die der edle Holzboden seine Vorteile ausspielen kann und gleichzeitig erstaunlich pflegeleicht ist.

Grundsätzliches zum Parkett

Holz ist ein warmer und natürlicher Fußbodenbelag aus nachwachsenden Rohstoffen. Erhältlich ist der hölzerne Fußbodenbelag zum einen als Massivparkett und zum anderen als Fertigparkett.

Massivparkett ist die teurere Variante, denn hier besteht der Bodenbelag aus vielen einzelnen Holzstäben, die vor Ort in einem bestimmten Muster verlegt und erst nach dem Verlegen geölt oder versiegelt werden. Im Unterschied dazu handelt es sich bei Fertigparkett um größere Holztafeln, die ähnlich wie Laminat verlegt werden können.

Die Holztafeln wiederum bestehen aus zwei bis drei Schichten Nadelholz als Trägerschicht, einer mindestens 2,5 Millimeter dicken Nutzschicht aus Edelholz und einem Holzschutz. Je dicker die Nutzschicht ist, desto langlebiger ist das Parkett. Denn wenn der Boden aufgearbeitet und dabei abgeschliffen werden muss, wird bei einem Schleifgang höchstens ein halber Millimeter Holz abgetragen. Ein Parkett mit einer nur drei Millimeter dicken Nutzschicht lässt sich so schon mindestens zweimal aufarbeiten.

Damit weder Feuchtigkeit noch Schmutz in das Holz eindringen kann und die mechanische Belastung verringert wird, braucht jeder Parkettboden einen Oberflächenschutz. Dabei kann die Oberfläche entweder mit einem Lack versiegelt oder mit einem Holzöl behandelt werden.

 

Versiegeltes Parkett

Früher wurden Versiegelungen verwendet, die aus Kunstharzen oder Polyurethanlacken bestanden. Heute kommen lösemittelfreie Polyacrylatlacke zum Einsatz. Diese Lacke bilden einen geschlossen und harten Film mit einer seidenmatten bis glänzenden Oberfläche.

Wird der Boden poliert, kann der Glanzgrad noch erhöht werden. Allerdings führt die Versiegelung dazu, dass die feuchtigkeitsregulierende Wirkung des Holzes reduziert ist. Zudem kann auch die beste Versiegelung nicht verhindern, das Wasser ins Holz eindringt.

Vor allem die Fugen bleiben empfindlich. Tiefe Kratzer können dem Wasser ebenfalls einen Eingang bieten. Durch die Versiegelung wird der Trocknungsprozess verzögert. Die Folge davon ist, dass das Holz aufquillt und der Lack reißt oder absplittert. In diesem Fall bleibt nur noch die Möglichkeit, den Boden großflächig abzuschleifen und eine neue Lackschicht aufzutragen. Auch bei anderen Beschädigungen auf versiegeltem Parkett muss meist der Fachmann ran.

Übrigens: Statt eine frische Lackschicht aufzubringen, kann das abgeschliffene Parkett auch geölt werden. Im Unterschied dazu ist es nicht möglich, ein geöltes Parkett mit Lack zu versiegeln. Denn das Holzöl dringt tief in das Parkett ein. Dadurch haftet der Lack nicht mehr richtig.

 

Geöltes Parkett

Geöltes Parkett liegt absolut im Trend. Ein Grund dafür sind die neuen Holzöle und Hartwachsöle. Letztere kombinieren natürliche Öle wie Lein- oder Sonnenblumenöl mit Wachs. Holzöle dringen tief in die Holzzellen ein und härten durch Oxidation aus.

Besondere Härtungsverfahren wie beispielsweise eine UV-Härtung lassen das geölte Parkett sehr widerstandfähig werden. Erhältlich sind die Holzöle inzwischen auch in lösemittelarmen und sogar komplett lösemittelfreien Varianten. Ein anderer Grund für die große Beliebtheit von geöltem Parkett ist die Optik. Denn Holzöl verstärkt die Holzmaserungen und die Holzfarbe. Zudem wirkt geöltes Parkett insgesamt viel natürlicher.

Eine glänzende Oberfläche lässt sich mit Holzölen zwar nicht erzielen, der Boden wird immer nur samtig bis matt glänzend bleiben. Andererseits ist dadurch aber die Trittsicherheit höher. Das Holzöl verhindert, dass Wasser und Schmutz ins Holz einziehen. Gleichzeitig sorgen spezielle Zusätze für eine schnelle Trocknung. Aus diesem Grund wird auch dann ein zuverlässiger Schutz erreicht, wenn das Parkett breitere Fugen hat.

Eine Fußbodenheizung ist bei einem geölten Parkett ebenfalls kein Problem. Geöltes Parkett ist antistatisch und kann die Leuchtfeuchtigkeit besser aufnehmen und wieder abgeben als versiegeltes Parkett. Doch geöltes Parkett hat noch einen weiteren, wichtigen Pluspunkt:

Flecken, Kratzer, Kerben und andere Beschädigungen kann der Heimwerker problemlos selbst ausbessern. Und falls der gesamte Boden aufgearbeitet werden muss, ist das kostengünstiger möglich als bei einem versiegelten Parkett.

 

6 Pflegetipps für geöltes Parkett

Anders als oft vermutet, ist geöltes Parkett in Sachen Pflege keineswegs anspruchsvoll. Und es ist auch nicht notwendig, teure Spezialreiniger und besondere Putzutensilien zu kaufen. Ein paar Kleinigkeiten sollten aber trotzdem beachtet werden.

Mit den folgenden Pflegetipps bleibt der geölte Parkettboden lange schön:

  1. Für die Bodenpflege sollten keine Reinigungsmittel verwendet werden, die die Ölschicht beeinträchtigen könnten. Alkalische Reiniger, entfettend wirkende Tensidlösungen wie Spülmittel, Schmierseifen oder Reinigungsmittel wie Glasreiniger oder Orangenölreiniger, die Lösemittel enthalten, sind nicht geeignet. Gleiches gilt für Pflegemittel auf Basis von wässrigen Kunststoffdispersionen. Denn das enthaltene Wasser dringt in das Holz ein, während die Kunststoffschicht, die sich auf der Oberfläche bildet, verhindert, dass das Holz wieder abtrocknen kann. Auch auf Tücher und Wischmopps aus Mikrofasern sollte verzichtet werden. Sie haben ebenfalls eine entfettende Wirkung.
  2. Der geölte Parkettboden sollte regelmäßig abgesaugt oder gekehrt werden. Die feinen Staubkörnchen und Schmutzpartikel wirken sonst wie Schleifpapier. Beim Kehren sollte ein Besen mit Naturborsten zum Einsatz kommen.
  3. Schmutz, der anhaftet, wird beseitigt, indem das geölte Parkett mit klarem Wasser gewischt wird. Stärkere Verschmutzungen können zuvor mit einem weißen und weichen Pad entfernt werden. Gewischt wird der Boden nur nebelfeucht und mit einem Tuch oder Mopp aus Baumwolle. Nach spätestens fünf Minuten sollte der Parkettboden wieder komplett trocken sein.
  4. Bei jedem dritten Wischen oder ungefähr im 4-Wochen-Rhythmus wird dem Wischwasser etwas Holzbodenseife beigemischt. Holzbodenseife besteht aus natürlichen Seifen, Wachsen und Ölen. Durch die enthaltenen Seifen wird der Boden gereinigt, durch die Wachse und Öle gepflegt. Beim Putzen wird das Seifenwasser nebelfeucht auf einen Abschnitt aufgetragen. Das Tuch oder der Mopp wird dann erst in klarem Wasser ausgespült, bevor er für den nächsten Abschnitt wieder in das Seifenwasser getaucht wird. Sollte das Tuch oder der Mopp beim Aufbringen der Seifenlösung zu nass gewesen sein, kann der Boden mit einem trockenen Tuch nachgewischt werden. Und falls sich auf dem Boden Schlieren bilden, muss die Seifenlösung mit Wasser verdünnt werden. Beim nächsten Wischen mit klarem Wasser wird die Holzbodenseifenschicht zusammen mit dem Schmutz wieder abgenommen. Unschöne Vergrauungen auf dem Holzboden werden dadurch verhindert und der Boden behält viele Jahre lang seine schöne Optik.
  5. Schuhabrieb kann meist einfach wegradiert werden. Flecken, Wasserränder und ähnliche Beschädigungen verschwinden, wenn sie mit einem grünen Schleifpad, beispielsweise von einem Topfschwamm, behandelt werden. Nachdem der Schleifstaub gründlich entfernt ist, wird die Stelle neu geölt oder mit stärker konzentrierter Holzbodenseifenlösung überzogen. Flecken, die eisenoxidhaltige Metalle verursacht haben, lassen sich mit Oxalsäure entfernen.
  6. Nach einigen Jahren oder bei falscher Pflege kann es notwendig sein, die Ölschicht zu erneuern. Dafür wird der Parkettboden abgeschliffen. Manchmal reicht es auch aus, den Boden mit einem Holz-Intensivreiniger zu bearbeiten. Das Holzöl wird dann sehr sparsam aufgebracht und überschüssiges Öl mit einem Tuch sofort wieder abgenommen. Nach dem Ölen darf der Parkettboden einige Tage lang nicht feucht gewischt, sondern nur abgesaugt oder gekehrt werden.

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