Anleitung und Basistipps zum Beizen

Anleitung und Basistipps zum Beizen

Beize macht es möglich, Holz ein neues Aussehen zu verleihen, ohne dabei die natürliche Struktur und die schönen Maserungen komplett zu überdecken. Anders als ein Lack, der sich als geschlossene Schicht auf die Oberfläche legt, bleibt das Holz nach dem Beizen erkennbar. Wir haben eine Anleitung und Basistipps zum Beizen zusammengestellt!

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Anleitung und Basistipps zum Beizen

Die möglichen Effekte vom Beizen

Welches Ergebnis das Beizen hat, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören der Farbton der Beize und das angewendete Beizverfahren. Außerdem spielen die Holzart, die Beschaffenheit der Holzoberfläche und die anschließende Versiegelung eine Rolle.

Auf der anderen Seite eröffnet das Beizen viele Möglichkeiten. So ist es zum Beispiel möglich, den Farbton von einer Oberfläche aus Holz oder Echtholzfurnier zu verändern, den ursprünglichen Farbton zu intensivieren oder die Holzmaserung zu betonen.

Auch Farbunterschiede auf der Holzoberfläche können ausgeglichen werden, so dass ein einheitliches Bild entsteht.

Vor allem bei Weichhölzern können die Kontraste im Holz gut herausgearbeitet werden. Und ein einfaches, kostengünstiges Holz kann durch Beize eine edlere, hochwertige Optik bekommen. Daneben ist Beize eine gute Wahl, wenn neues Holz oder ein modernes Möbelstück einen Vintage- oder Antiklook bekommen soll.

Die verschiedenen Beizverfahren

Im Unterschied zu einem Lack bleibt Beize nicht an der Oberfläche haften. Stattdessen dringt die Farbe tiefer ins Holz ein. Dass die Farbschichten nicht richtig halten oder im Laufe der Zeit rissig werden und abplatzen, kann deshalb nicht passieren.

Allerdings heißt das auch, dass das Beizen praktisch nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Mit Blick auf das Beizen selbst sind drei verschiedene Verfahren gängig:

  1. Das Farbstoffbeizen

Beim Farbstoffbeizen werden entweder flüssige Farbpigmente auf das Holz aufgetragen. Oder für die Beize wird ein Farbpulver in Wasser aufgelöst und mit etwas Spiritus oder Terpentinöl angereichert. Aus diesem Grund wird das Verfahren auch als Wasserbeizen oder Spiritusbeizen bezeichnet.

Durch das Auftragen der flüssigen Beize dringt die Farbe in die weichen Holzteile ein. Das Ergebnis ist ein negatives Farbbild, das die Holzfläche betont, während die Maserung und Äste eher in den Hintergrund treten. Das Holz wirkt dadurch natürlicher.

Das Farbstoffbeizen eignet sich sowohl für feinporige Hölzer als auch für Holzarten mit groben Poren. Der Effekt wird schnell sichtbar.

  1. Das chemische Holzbeizen

Dieses Beizverfahren beruht auf einer chemischen Reaktion zwischen der Beize und den Gerbstoffen im Holz. Weil die Gerbstoffe hauptsächlich in den harten Holzteilen enthalten sind, ist das Farbbild positiv. Die Maserung des Holzes, Äste und andere Einschlüsse werden hervorgehoben.

Anders als beim Farbstoffbeizen kann das Holz beim chemischen Beizen auch in mehreren Tönen eingefärbt werden. Das Verfahren macht allerdings oft zwei Arbeitsschritte erforderlich, nämlich eine Vor- und ein Nachbeize.

Im Handel sind aber auch sogenannte Zwei-Phasen-Beizen erhältlich, die beide Arbeitsschritte auf einmal erledigen.

  1. Das Kombinationsbeizen

Wie der Name schon vermuten lässt, werden beim Kombinationsbeizen das Farbstoffbeizen und das chemische Beizen miteinander kombiniert.

Tolle Effekte lassen sich damit vor allem bei Hölzern erzielen, die reich an Gerbstoffen sind. Denn durch die positiven und die negativen Farbbilder entstehen sehr lebendige und abwechslungsreiche Strukturen.

Die Vorgehensweise beim Beizen

Einige Hölzer lassen sich besser beizen als andere. Pauschale Aussagen dazu, ob ein Holz eine Beize gut annimmt, sind aber nicht möglich. Am besten ist deshalb, vorab an einer nicht sichtbaren Stelle auszuprobieren, wie das Holz auf die Beize reagiert.

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Bevor es losgeht, sollte sich der Heimwerker außerdem die Hinweise auf der Verpackung immer sehr aufmerksam durchlesen.

Das Beizen gliedert sich dann in drei Schritte:

  1. Schritt: das Holz vorbereiten

Zunächst sollte der Heimwerker Beschläge abmontieren und Schrauben oder Nägel entfernen. Denn das Metall könnte mit der Beize reagieren und unschöne Farbänderungen verursachen.

Damit die Holzporen die Beize gut aufnehmen können, wird das Holz vor dem Beizen gewässert. Dazu ist es aber nicht notwendig, das Holz in Wasser einzuweichen. Es genügt, einen Schwamm oder ein Tuch in lauwarmes Wasser einzutauchen und die Holzoberfläche damit zu befeuchten.

Es kann sein, dass sich die Holzfasern durch den Kontakt mit der Feuchtigkeit aufstellen. In diesem Fall sollte der Heimwerker die Oberfläche mit einem feinen Schmirgelpapier abschleifen. Je glatter die Holzoberfläche geschliffen ist, desto schöner und gleichmäßiger wird das spätere Ergebnis.

  1. Schritt: das Holz beizen

Ist das Holz soweit vorbereitet, sollte sich der Heimwerker Handschuhe überziehen und seine Beize einmal gut durchrühren. Dadurch ist sichergestellt, dass die Farbpigmente und alle anderen Bestandteile gleichmäßig verteilt sind.

Um die Beize aufzutragen, kann der Heimwerker entweder einen Pinsel oder einen fusselfreien Stofflappen verwenden. Den Pinsel oder Lappen taucht er in die Beize und streicht damit in Faserrichtung über das Holz.

Dabei sollte der Heimwerker die Beize in einer gleichmäßigen Schicht zunächst von unten nach oben auftragen. Anschließend sollte er noch einmal quer zu Maserung über das Holz gehen. So bleibt die Farbe gut am Holz haften.

Wichtig ist, dass der Heimwerker lieber weniger und dafür öfter Beize auf den Pinsel oder Lappen nimmt. Denn wenn die Beize auf die Holzoberfläche tropft, lassen sich die Kleckse kaum wieder verstreichen. Stattdessen bleiben sie als Flecken sichtbar.

Ist das ganze Holz gebeizt, muss es trocknen. Wie lange dauert, hängt von der Art der Beize und den Bedingungen im Raum ab. Als ungefähre Richtlinie gilt, dass eine Farbstoffbeize nach zwei bis zehn Stunden trocken ist. Bei einer chemischen Beize beträgt die Entwicklungs- und Trockenzeit zwölf bis 24 Stunden.

  1. Schritt: die Holzoberfläche versiegeln

Eine Beize dringt in das Holz ein. Deshalb verfärbt sie es zwar, schützt die Oberfläche aber nicht vor Schmutz, Feuchtigkeit oder Schimmel. Ist die Beize getrocknet, sollte das Holz deshalb versiegelt werden. Dazu kann der Heimwerker ein Holzöl, ein Wachs oder auch einen transparenten Lack auftragen.

Übrigens:

Bei einer großen Fläche wie zum Beispiel einer Wandverkleidung bietet sich eine spezielle Spritzbeize an, die mit einem Druckluft-Sprühgerät aufgetragen wird. So ein Gerät kann der Heimwerker zwar im Werkzeug-Verleih oder Baumarkt mieten.

Besser ist aber, wenn er einen Profi beauftragt. Denn für ein gleichmäßiges Ergebnis muss die Beize langsam und ohne zwischendurch abzusetzen aufgesprüht werden. Und das erfordert Übung.

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Veröffentlicht von

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Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

Ein Gedanke zu „Anleitung und Basistipps zum Beizen“

  1. Mein Sohnemann und ich haben vor uns einen schönen, massiven Holztisch zu bauen, den wir dann in die Kellerbar stellen.
    Es soll natürlich auch nach was aussehen und ein affiner Kollege meinte wir sollen doch ans Beizen denken – mal schauen, was bei rumkommt!

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