Basis-Anleitung zum Bauen mit Paletten

Basis-Anleitung zum Bauen mit Paletten

Ob Bett, Tisch, Regal, Sofa oder Möbel für den Garten: Aus Paletten lassen sich die verschiedensten Dinge bauen. Die geradlinige Form passt zu jedem Einrichtungsstil und macht sich in der Wohnung genauso gut wie draußen.

Basis-Anleitung zum Bauen mit Paletten

Außerdem kann auch ein weniger geübter Heimwerker gut mit Paletten arbeiten. Denn spezielle Kenntnisse oder umfangreiches Werkzeug braucht es dafür nicht. Als weitere Pluspunkte kommen dazu, dass Paletten nicht nur robust und strapazierfähig sind, sondern sich auch einfach und für recht kleines Geld besorgen lassen.

Kein Wunder also, dass Palettenmöbel aus dem DIY-Bereich längst nicht mehr wegzudenken sind.

Ein paar Kleinigkeiten sollte der Heimwerker aber trotzdem wissen und beachten, wenn er Möbel aus Paletten bauen will.

Welche das sind und wie es geht, erklären wir in dieser Anleitung:

Ein paar grundlegende Infos zu Paletten

Durch den rustikalen Look, die solide Machart und die geringen Kosten sind Paletten ein optimales Material für Selbstbau-Projekte. Von Vorteil ist zudem, dass Europaletten genormt sind. Das Standardmaß liegt nämlich immer bei 80 x 120 x 14,4 cm.

Und nicht nur die Paletten selbst, sondern auch ihre Einzelteile sind genormt. Die Bretter auf den Paletten zum Beispiel sind 10 und 14,5 cm breit. Die Standardmaße machen es zum Kinderspiel, mehrere Paletten passgenau miteinander zu verbinden. Bei größeren Möbelstücken wie Betten oder Sofas ist das ein klarer Pluspunkt.

Für sein Projekt kann der Heimwerker sowohl neue als auch gebrauchte Paletten verarbeiten. Paletten, die schon im Umlauf waren, erfordern zwar den einen oder anderen Arbeitsschritt mehr. Aber dafür sind sie auch kostengünstiger.

Während der Heimwerker für eine neue Palette um die 20 Euro einplanen sollte, gibt es eine gebrauchte Palette nämlich oft für weniger als die Hälfte.

Auf Paletten sind Buchstaben aufgedruckt. Die Buchstaben informieren darüber, wie das Holz bearbeitet wurde:

  • EUR steht für eine Palette, die die europäischen Normen erfüllt.

  • EPAL besagt, dass die Palette eine Qualitätsprüfung durchlaufen hat und international ausgetauscht werden kann.

  • HT kennzeichnet hitzebehandeltes Holz.

  • DB bedeutet, dass die Palette aus entrindetem Holz besteht.

Übrigens:

Für sein Projekt muss der Heimwerker nicht unbedingt Euro-Paletten verwenden. Einwegpaletten eignen sich genauso gut. Deshalb kann es sich lohnen, in einem Möbelgeschäft, einem Elektromarkt oder einem anderen Laden nachzufragen.

Mit etwas Glück liegen im Holzcontainer ein paar Paletten, die der Heimwerker kostenlos oder gegen eine kleine Spende für die Kaffeekasse mitnehmen kann.

Eine Basis-Anleitung zum Bauen mit Paletten

Aus Paletten lassen sich zwar viele tolle Möbelstücke bauen. Gedacht sind sie für diese Verwendung aber ursprünglich nicht. Deshalb müssen Paletten für den Möbelbau erst vorbereitet werden.

Je nachdem, ob der Heimwerker neue oder gebrauchte Paletten besorgt hat, hat er dann folgende Arbeitsschritte vor sich:

  1. Reinigen und Makel ausbessern

Gebrauchte Paletten können verschmutzt sein. Um sie zu reinigen, sollte der Heimwerker die Paletten mit einer Wurzelbürste und einer Mischung aus warmem Wasser und etwas Spülmittel abbürsten. Auf diese Weise lösen sich grobe Verschmutzungen.

Risse in den Brettern sollte der Heimwerker schließen. Dazu sollte er die Spalten zunächst mit einem Schraubendreher vorsichtig weiten. Anschließend kann er die Risse mit Holzleim füllen.

Vermischt er den Holzleim zuvor mit etwas Schleifstaub, sind die ausgebesserten Stellen später praktisch unsichtbar. Sind die Risse aufgefüllt, kann der Heimwerker das Brett mit Schraubzwingen zusammenpressen, bis der Holzleim trocken ist.

 

  1. Schleifen

Ein ziemlich aufwändiger, aber sehr wichtiger Schritt ist das Abschleifen. Paletten bestehen aus sägerauem Holz. Doch die fertigen Möbel sollen glatte Oberflächen haben. Um abstehende Holzfasern zu entfernen, sollte der Heimwerker die Paletten in mindestens zwei Durchgängen abschleifen.

Der erste Durchgang erfolgt mit einem groben Schleifpapier mit einer 60er Körnung. Für den zweiten Durchgang verwendet der Heimwerker ein fein gekörntes Schleifpapier.

Wichtig ist, dass der Heimwerker nicht nur die geraden Oberflächen, sondern auch alle Kanten bearbeitet. Gut ist außerdem, wenn er die Schleifarbeiten nach draußen verlegen kann. Denn beim Schleifen entsteht viel Staub.

Die abgeschliffenen Paletten kann der Heimwerker dann mit einem Handfeger oder einer weichen Bürste abkehren. Außerdem kann er mit einem feuchten Tuch über das Holz wischen.

Die Feuchtigkeit bewirkt, dass sich lose Holzfasern aufstellen. Streift der Heimwerker dann mit der Hand über das Holz, weiß er, ob er irgendwo noch nacharbeiten muss.

  1. Zuschneiden oder auseinanderbauen

Je nach Möbelstück wird der Heimwerker nicht nur ganze Paletten verbauen, sondern mit Teilen davon arbeiten.

Um eine Palette zu zersägen, kann der Heimwerker eine Führungsschiene auflegen und den Schnitt mit einer Handkreissäge durchführen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass sich der Heimwerker die Schnittkante mit dem Bleistift markiert und anschließend zur Stichsäge greift.

Beim Auseinandernehmen einer Palette kommt es darauf an, ob der Heimwerker die Bretter für sein Projekt braucht oder nicht. Will er die Bretter verwenden, kann er ein Brecheisen zwischen den Brettern und den Klötzen ansetzen oder mit einem Hammer Holzkeile eintreiben.

Auf diese Weise kann er die Bretter dann vorsichtig abhebeln und danach die Nägel aus dem Holz herausziehen.

Braucht der Heimwerker die Hölzer nicht mehr, kann er die Palette spalten und die Bretter lösen. Die überstehenden Nägel kann er anschließend herausziehen oder abzwicken und die Spitzen ins Holz schlagen.

  1. Grundieren oder lackieren

Paletten bestehen in den meisten Fällen aus Nadelholz. Damit die Möbel lange halten und auch mal feucht abgewischt werden können, sollte der Heimwerker auf jeden Fall eine Grundierung oder einen Lack als Schutz auftragen.

Kiefer-, Fichten- und Tannenholz neigt zu einem Befall mit Bläuepilzen. Sichtbar wird so ein Pilzbefall durch dunkel verfärbte Stellen. Eine gesundheitliche Gefahr geht von den Pilzen zwar nicht aus.

Abgesehen von der nicht ganz so schönen Optik, kann durch den Pilzbefall aber Feuchtigkeit leichter ins Holz eindringen. Das führt dazu, dass die Holzfasern aufplatzen. Entdeckt der Heimwerker dunkel verfärbte Flecken auf seinen Paletten, sollte er deshalb besser einen Bläueschutz auftragen.

Ansonsten kann der Heimwerker die Paletten so gestalten, wie es ihm am besten gefällt. Soll der Look nicht großartig verändert werden, ist ein transparenter Schutzlack eine gute Wahl. Um die Holzoptik zu betonen, kann der Heimwerker zu Leinöl oder Holzwachs greifen.

Eine Lasur, eine Beize, eine Kreidefarbe oder eine mit viel Wasser verdünnte Acrylfarbe färbt das Holz ein, während die Holzstruktur dezent durchschimmert. Für einen deckenden Anstrich sorgt ein Holzlack.

Palettenmöbel kennzeichnen sich durch ihre offene Struktur mit sichtbaren Ebenen und Zwischenböden. Beim Streichen sollte der Heimwerker die Paletten deshalb immer wieder umdrehen. Auf diese Weise verhindert er, dass er eine Fläche oder Kante vergisst.

  1. Möbel bauen

Die Reihenfolge der Arbeitsschritte kann sich natürlich ändern. Muss der Heimwerker die Palette zum Beispiel zersägen, kann er erst den Zuschnitt erledigen und die Hölzer danach schleifen und lackieren.

Sind die Paletten vorbereitet, geht der Rest aber umso schneller. Denn der Heimwerker muss die Hölzer dann nur noch zu Möbeln zusammensetzen. Je nach Möbelstück genügt es dabei, wenn er die Paletten lose aufeinanderstapelt.

Ansonsten kann er die Hölzer mit Schrauben und Winkeln oder Flachverbindern fixieren. Außerdem kann er Griffe, Schubladen, Türen oder Rollen montieren. Zusätzliche Bretter als Böden, Tischplatten aus Glas oder Acryl und Polster oder Kissen machen die selbstgebauten Möbel dann komplett.

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.
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