Die Vorteile und Nachteile von Bambusparkett

Die Vorteile und Nachteile von Bambusparkett

Es muss nicht immer nur das klassische Eichenparkett sein. Eine tolle Alternative kann ein Parkettboden aus Bambus sein. Allerdings muss der Heimwerker bei dem exotischen Gewächs ein paar Besonderheiten beachten.

Ein Parkettboden sieht schön aus, sorgt für ein angenehmes Wohnklima und ist vergleichsweise pflegeleicht. Das klassische Holzparkett ist jedoch mitunter etwas langweilig.

Wer es ausgefallener mag, kann zu einem Parkett aus Bambus greifen. Bambusparkett punktet mit seiner ungewöhnlichen Optik. Außerdem eignet sich diese Parkettart ideal für Feuchträume. Und Bambusparkett hat noch mehr Vorteile zu bieten. Allerdings stehen den Vorteilen auch ein paar Minuspunkte gegenüber.

 

Was ist Bambus?

Bambusstämme können bis zu 40 Meter hoch werden und die Flächen, auf denen die meterhohen Gewächse mit ihren grünen Blättern nebeneinander stehen, werden als Bambuswälder bezeichnet. Trotzdem ist der Bambus kein Baum, sondern gehört zur Gattung der Gräser.

Insgesamt gibt es 116 verschiedene Bambussorten und einige dieser Sorten wachsen bis zu einen Meter pro Tag. Im Zuge des Wachstums verholzen die einzelnen Grashalme und der holzartige Werkstoff entsteht. Durch das sehr schnelle Wachstum können Bambuswälder schon nach drei bis fünf Jahren verwertet werden.

Und es gibt noch einen großen Unterschied zwischen Bambus und einem Baum: Bambus bildet ein großflächig verzweigtes Wurzelsystem aus. Wenn ein Bambusstamm gefällt wird, stirbt die Pflanze deshalb nicht ab. Stattdessen kommen aus der Wurzel innerhalb kürzester Zeit neue Pflanzen hervor, die dann wieder schnell wachsen.

Selbst wenn große Mengen Bambus geerntet werden, wird der Bestand der Pflanze also nicht geschädigt. Im Unterschied dazu muss ein neuer Setzling eingepflanzt werden, wenn ein Baum gefällt wird. Und bis aus diesem kleinen Sprössling ein stattlicher Baum geworden ist, vergehen viele Jahre. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Waldflächen und Tropenwälder gerodet werden und die Nachhaltigkeit ein großes Thema ist, kann Bambus als Baumaterial also eine echte Alternative sein. In Asien ist Bambus übrigens schon seit jeher ein traditioneller und bewährter Baustoff.

 

Die Vorteile von Bambusparkett

Während seines sehr schnellen Wachstums braucht Bambus viel Wasser. Dies hat einen großen Pluspunkt von Bambusparkett zur Folge: Der Bodenbelag kommt mit Feuchtigkeit sehr gut zurecht. In Räumen wie der Küche, dem Badezimmer oder dem unbeheizten Wintergarten, in denen andere Parkettarten kaum verlegt werden könnten, ist Bambus ideal geeignet. Denn Bambus verträgt die Feuchtigkeit nicht nur, sondern braucht sie sogar.

Neben der Nachhaltigkeit des Werkstoffs punktet ein Bambusparkett außerdem durch seine interessante Optik. Anders als ein klassisches Holzparkett bringt ein Bambusparkett einen Hauch Exotik in die eigenen vier Wände. Dabei gibt es Bambusparkett in hell und in dunkel und mit einer senkrecht oder waagerecht verlaufenden Maserung. Zudem kann der Heimwerker zwischen rohem, geschliffenem und lackiertem Bambusparkett wählen.

Ein weiterer Vorteil von Bambus ist die harte und robuste Oberfläche, obwohl Bambus gleichzeitig vergleichsweise leicht ist. Außerdem enthält Bambus weder Gerbsäuren noch Harze. Hochwertiges Bambusparkett ist schon ab etwa 30 Euro pro Quadratmeter zu haben. Damit ist das Parkett mitunter sogar kostengünstiger als beispielsweise ein hochwertiges Eichenmassivparkett.

 

Die Nachteile von Bambusparkett

Wie erwähnt, kommt Bambusparkett mit Feuchtigkeit gut zurecht. Allerdings ergibt sich genau daraus auch ein Minuspunkt. Denn in einem trockenen und warmen Raum neigt Bambusparkett dazu, zu schrumpfen. In der Folge bilden sich Fugen und Risse, schlimmstenfalls brechen die Paneele sogar. Im Wohn- oder Kinderzimmer, in dem es immer schön kuschelig warm und die Luftfeuchtigkeit niedrig ist, ist Bambusparkett deshalb keine gute Wahl.

Ein weiterer Nachteil ist, dass auf dem Bambusparkett recht schnell Kratzer entstehen. Die Spielsachen der Kinder, die Düse des Staubsaugers oder die Möbel können rasch unschöne Spuren hinterlassen. Der Grund hierfür ist die vergleichsweise harte und feste Oberfläche des Bambusparketts. Hinzu kommt, dass Bambusparkett dazu neigt, unangenehm zu quietschen. Das passiert vor allem dann, wenn es im Raum recht warm und trocken ist und der Bodenbelag deshalb anfängt, stark zu arbeiten.

 

Das Verlegen von Bambusparkett

Bambusparkett besteht aus Paneelen, die mit Nut und Feder ausgestattet sind. Dieses Parkett kann meist sowohl schwimmend als auch vollflächig verklebt verlegt werden. Bei einer schwimmenden Verlegung sollte der Heimwerker zunächst eine dünne Trittschalldämmung auf dem Fußboden ausbreiten.

Beim Verlegen der Paneele gibt der Heimwerker dann etwas PU-Kleber in die Nut, schiebt die Feder des nächstens Paneels hinein und drückt die beiden Bretter zusammen. Wichtig ist, dass der Heimwerker rundherum mindestens einen Zentimeter Abstand zu den Wandflächen einhält, damit der Bambus genug Platz hat, um sich auszudehnen.

Bei einer vollflächigen Verklebung wird der Kleber mit dem Zahnspachtel auf den Boden aufgetragen. Die einzelnen Paneele werden anschließend in das Kleberbett gedrückt. Hat der Heimwerker eine Fußbodenheizung, muss er sein Bambusparkett auf jeden Fall vollflächig verkleben. Zudem wird dafür ein Spezialkleber benötigt. Allerdings sollte sich der Heimwerker vergewissern, dass sich sein Bambusparkett auch wirklich mit einer Fußbodenheizung verträgt. Denn das ist längst nicht immer der Fall.

Inzwischen gibt es Bambusparkett auch als Klicksystem. Hier werden die einzelnen Paneele, ähnlich wie bei Laminat, einfach nur zusammengeschoben. Die Verlegung erfolgt schwimmend. Bei einer Fußbodenheizung scheidet ein Klicksystem aber in aller Regel aus.

 

Die Pflege von Bambusparkett

Wie generell bei Parkett reicht es meist aus, wenn der Boden regelmäßig abgesaugt wird. Daneben kann Bambusparkett aber durchaus auch feucht gewischt werden. Wenn der Putzlappen einmal etwas nasser ist, macht das dem Bambusparkett nichts aus. Lediglich stehende Wasserpfützen sollten vermieden werden. Außerdem sollte unbedingt ein milder Reiniger ohne Farbstoffe verwendet werden.

Denn die grüne, blaue oder rosa Farbe eines Haushaltsreinigers mag zwar hübsch aussehen und den Anschein von Frische vermitteln. Ist die Oberfläche des Parkettbodens aber nicht vollflächig geölt oder bereits etwas angeraut, könnten die Farbstoffe des Reinigers in das Parkett eindringen und den Bambus dauerhaft verfärben.

Mehr Anleitungen, Tipps und Ratgeber:

Thema: Die Vorteile und Nachteile von Bambusparkett

 

Teilen:

Kommentar verfassen