Eine Holzdecke streichen – so geht’s

Eine Holzdecke streichen – so geht’s

Eine Holzdecke zu streichen, ist recht aufwändig. Denn es sind viele Arbeitsschritte notwendig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Doch die Mühe lohnt sich! Und wie der Heimwerker seine Holzdecke in Eigenregie aufarbeiten kann, erklärt die folgende Anleitung.

Ein Raum bekommt durch eine Holzdecke zwar eine edle Optik. Ist das Zimmer recht klein und nicht allzu hoch, kann vor allem eine dunkle Holzdecke den Raum aber erdrücken. Denn durch die dunkle Farbe wirkt das Zimmer noch kleiner und niedriger. Außerdem ist natürlich gut möglich, dass die Optik der Holzdecke einfach nicht mehr gefällt oder eine Auffrischung vertragen könnte.

Selbstverständlich muss der Heimwerker keinen Fachmann engagieren, sondern kann sich auch selbst um seine Holzdecke kümmern. Allerdings ist es bei einer Holzdecke nicht damit getan, nur eine neue Farbschicht aufzutragen.

Denn Holz arbeitet und reagiert auf Schwankungen der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Ausgerechnet unter der Raumdecke sind diese Schwankungen besonders groß. Daher sind eine gute Vorbereitung und eine sorgfältige Arbeitsweise sehr wichtig. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Anstrich rissig wird – und die ganze Arbeit letztlich umsonst war.

 

Eine Holzdecke streichen – die Materialliste

  • Malervlies, Folie und Kreppband
  • Schwingschleifer
  • Schleifpapier mit 100er-Körnung
  • dünne Holzleiste in der Breite der Fugen
  • Reparaturspachtelmasse und Kunststoffspachtel
  • Malerrolle aus Schaumstoff und schmaler Pinsel, z.B. Heizkörperpinsel
  • Acrylfarbe
  • kleiner Eimer oder anderes Gefäß für die Farbe
  • stabile Trittleiter

Ein Wort zur Farbe

Farben können einem Raum eine moderne und lebendige Optik verleihen. Allerdings können sehr knallige Farben zu unruhig wirken und kräftige oder dunkle Farben einen kleinen Raum erschlagen. Außerdem kann es durchaus passieren, dass sich der Heimwerker an einer Farbe recht schnell wieder satt gesehen hat.

Gerade bei einer Holzdecke sind allzu mutige Farbexperimente deshalb oft keine gute Idee. Wenn die Decke bunt werden soll, sollte es der Heimwerker bei einem zarten Pastellton belassen. Ansonsten ist er mit Weiß immer gut beraten.

Kleiner Tipp: Der Heimwerker kann probeweise eine lange Stoffbahn oder zwei, drei große Bögen Tonkarton in der Wunschfarbe an die Decke hängen. So bekommt er einen Eindruck davon, wie die farbige Decke später aussehen wird. Er sollte dabei aber im Hinterkopf behalten, dass durch die Fugen in der Decke kleine Schatten entstehen, die die Farbe je nach Lichteinfall noch einmal etwas anders aussehen lassen.

 

Eine Holzdecke streichen – so geht’s

Das Aufarbeiten einer Holzdecke umfasst mehrere Arbeitsschritte. Doch der Heimwerker ist gut beraten, wenn er sich die Zeit nimmt, um alle Arbeiten sorgfältig auszuführen. Denn je besser er arbeitet, desto länger wird er Freude an seiner Holzdecke haben.

 

  1. Schritt: das Zimmer vorbereiten

Bevor die Arbeiten beginnen können, muss das Zimmer erst einmal vorbereitet werden. So mancher Heimwerker möchte es sich etwas einfacher machen, indem er die Möbel stehen lässt oder in die Raummitte schiebt und abdeckt. Tatsächlich verursacht es aber nur noch mehr Aufwand, wenn die Möbel im Raum bleiben. Denn der Heimwerker muss ziemlich nah an die Decke heran, um zu sehen, was er macht. Stehen nun Möbel Weg, muss er seine Leiter ständig versetzen oder die Möbel eben hin- und herschieben. Sofern möglich, ist deshalb besser, die Einrichtungsgegenstände vorübergehend auszulagern.

Den Boden sollte der Heimwerker sorgfältig mit Malervlies abdecken. Möchte er Folie verwenden, sollte er diese festkleben. Denn anders als Malervlies verrutscht Folie recht schnell und kann so zur gefährlichen Stolperfalle werden. Die Wände, die Türen und die Fenster sollte der Heimwerker mit Folie schützen. So erspart er sich später mühsame Reinigungsarbeiten.

 

  1. Schritt: die Holzdecke abschleifen

Ist alles sorgfältig abgedeckt, kann der Heimwerker mit dem Anschleifen der Holzdecke weitermachen. Für die Fläche ist ein Schwingschleifer gut geeignet. Ein Exzenterschleifer ist ebenfalls möglich. Hier sollte der Heimwerker die Geschwindigkeit beim Start aber etwas drosseln, damit er keine unschönen Schleifspuren verursacht. Beim Schleifen beginnt der Heimwerker an einem Ende und arbeitet sich dann entlang der Holzmaserung bis zum anderen Ende vor.

Ein Schleifgang mit einem 100er-Schleifpapier reicht aber aus. Denn beim Schleifen geht es nicht darum, eine möglichst glatte Oberfläche zu erzielen. Stattdessen soll das angeschliffene Holz die Farbe später besser aufnehmen.

In den meisten Fällen besteht eine Holzdecke aus Profilhölzern oder Paneelen, jeweils mit Fugen dazwischen. Die Fugen zwischen den einzelnen Brettern müssen ebenfalls geschliffen werden. Das klappt am besten, wenn der Heimwerker eine schmale Holzleiste mit Schleifpapier umwickelt. Durch die Leiste kann er beim Schleifen mehr Druck ausüben. Außerdem ist das Schleifpapier besser zu greifen und muss nicht ständig frisch umgeknickt oder gefaltet werden.

Übrigens: Wenn die Holzdecke geschliffen wird, entsteht sehr viel feiner Holzstaub. Der Heimwerker sollte deshalb einen Mundschutz tragen. Und auch eine Schutzbrille kann nicht schaden.

 

  1. Schritt: die Holzdecke ausbessern

Im Laufe der Zeit kann eine Holzdecke das eine oder andere Loch davontragen. Die Löcher können dadurch entstehen, dass Äste aus den Brettern herausgefallen sind. Aber auch Deckenlampen und andere Deko hinterlassen ihre Spuren. Alle Löcher und Beschädigungen sollte der Heimwerker mit einer Spachtelmasse für Holz ausbessern.

Dafür wird die Masse in das Loch gegeben und mit einem Kunststoffspachtel glatt abgezogen. Dann muss die Masse komplett durchtrocknen. Nach dem Trocknen sollte der Heimwerker die ausgebesserten Stellen noch einmal abschleifen. Andernfalls kann es passieren, dass sich nach ein paar Monaten an diesen Stellen dunkle Flecken bilden.

Möchte der Heimwerker seiner Holzdecke einen deckenden Anstrich geben, kann er für die Ausbesserungen auch Acrylmasse verwenden. Acrylfarbe trocknet recht schnell und ist überstreichbar. Sie muss nicht extra abgeschliffen werden. Allerdings bleibt die Masse sichtbar. Soll die Decke nur lasiert werden, damit die typischen Holzmaserungen erhalten bleiben, ist Acrylmasse deshalb nicht geeignet. Hier sollte es dann schon eine Reparaturspachtelmasse in Holzfarbe sein.

 

  1. Schritt: die Holzdecke grundieren

Acrylfarbe, oder genauer Dispersionsfarbe auf Acrylbasis, hat den großen Vorteil, dass sie mit Wasser verdünnt werden kann. Dadurch muss der Heimwerker nicht mehrere Farben für die Grundierung und den Anstrich kaufen, sondern kann alles mit einer Farbe erledigen.

Für die erste Farbschicht, die die Grundierung bildet, füllt der Heimwerker Farbe in einen kleinen Eimer um und gibt etwas Wasser dazu. Ratsam dabei ist, mit wenig Wasser zu beginnen und bei Bedarf nach und nach Wasser hinzuzufügen. Denn die Farbe muss streichfähig bleiben, darf also nicht zu wässrig werden. Andererseits hängt die Verdünnung davon ab, wie deckend der Anstrich werden soll. Je lasierender die Farbschichten sein sollen, desto stärker muss die Farbe verdünnt werden.

Mischt der Heimwerker versehentlich zu viel Wasser in die Farbe, lässt sich dieser Fehler leicht beheben. Denn der Heimwerker trägt dann einfach eine Farbschicht mehr auf. Hat der Heimwerker hingegen zu wenig Wasser hinzugefügt und ist der Anstrich dadurch ziemlich deckend geworden, lässt sich das kaum noch korrigieren. Im Zweifel sollte der Heimwerker die Farbe also lieber zu stark als zu wenig verdünnen.

Um die Farbe aufzutragen, greift der Heimwerker am besten zu einer Schaumstoffrolle. Damit lassen sich die Bretter flächig streichen. Für die Fugen bietet sich ein schmaler Pinsel, beispielsweise ein Heizkörperpinsel, an.

 

  1. Schritt: die weiteren Farbschichten auftragen

Ist die Grundierung trocken, ist die nächste Farbschicht an der Reihe. Auch hier arbeitet der Heimwerker wieder mit verdünnter Acrylfarbe. Generell ist es bei einer Holzdecke besser, mehrere dünne Farbschichten übereinander aufzutragen. Denn die dünnen Schichten dringen leichter in das angeschliffene Holz ein. Die Gefahr, dass die Farbe abblättert oder aufplatzt, wird dadurch minimiert.

Beim Streichen der Holzdecke ist wichtig, dass der Heimwerker die Bretter nacheinander streicht und dabei jeweils von einem Ende bis zur anderen Seite arbeitet. Erst wenn ein Brett komplett lasiert oder lackiert ist, sollte er sich dem nächsten Brett widmen. Arbeitet sich der Heimwerker hingegen stückweise vor, bleiben die Ansätze deutlich sichtbar.

Mindestens zwei Farbschichten sollte der Heimwerker auf jeden Fall auftragen, wobei die einzelnen Farbschichten dazwischen immer trocknen sollten. Die Trocknungszeit kann der Heimwerker aber nutzen, um die Fugen zu lackieren oder lasieren.

 

  1. Schritt: den Anstrich nacharbeiten

Bei Echtholz schlägt die Maserung oft nach einer gewissen Zeit wieder durch. Vor allem dort, wo sich Äste befanden, bilden sich Flecken. Manchmal tauchen auf den Brettern auch dunkle Streifen auf. Diese kleinen Makel kann der Heimwerker durch eine weitere Farbschicht beseitigen.

Und am besten führt er die Nacharbeiten im Winter durch. Denn die kühleren Temperaturen und das dunklere Licht sorgen dafür, dass die Flecken und Streifen deutlicher hervortreten. Dadurch sieht der Heimwerker besser, ob er noch einmal zur Farbrolle greifen muss.

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