Anleitungen – um einen Holzfussboden zu versiegeln

Verschiedene Anleitungen, um einen Holzfußboden zu versiegeln, kurz erklärt  

Ein Holzfußboden macht nicht nur optisch etwas her und bringt die Vorteile des Werkstoffs Holz mit sich, sondern erweist sich auch als vergleichsweise pflegeleicht und langlebig. Früher oder später wird es jedoch notwendig, einen Holzfußboden aufzuarbeiten. Eine Renovierung des Holzfußbodens läuft eigentlich immer nach dem gleichen Schema ab. 

So wird der Holzfußboden zuerst abgeschliffen, dann werden eventuell vorhandene Risse, Fugen und andere Beschädigungen ausgebessert und danach wird eine Grundversiegelung aufgetragen. Ist diese getrocknet, empfiehlt sich ein Zwischenschliff und zum Schluss wird die eigentliche Versiegelung aufgebracht. 

Dabei stehen für die Versiegelung aber unterschiedliche Systeme zur Auswahl und hier die verschiedenen Möglichkeiten, um einen Holzfußboden zu versiegeln, kurz erklärt:

Öl-Kunstharzversiegelungen  

Öl-Kunstharzversiegelungen setzen sich aus trocknenden Ölen, Alkydharzen und Lösungsmitteln zusammen. Sie bilden einen festen Film, der wasserbeständig und widerstandsfähig gegenüber mechanischen Einflüssen ist. 

Die Versiegelung betont den natürlichen Farbton des Holzes und intensiviert Kontraste, wobei der Holzfußboden je nach verwendetem Produkt eine seidenmatte oder eine glänzende Oberfläche erhält. Durch den Kontakt mit Sauerstoff härtet die Versiegelung aus. 

Die chemische Reaktion, die als Polymerisation bezeichnet wird und für die endgültige Härte verantwortlich ist, erfolgt allerdings erst nach dem Verdunsten. Wichtig ist daher, die Verarbeitungshinweise des Herstellers zu beachten und für ausreichend Frischluft zu sorgen. Öl-Kunstharzversiegelungen werden gebrauchsfertig angeboten und lassen sich recht einfach verarbeiten. Pro Quadratmeter Holzfußboden werden etwa 70 bis 100 Gramm Versiegelung benötigt.   

Polyurethan-Versiegelungen  

Polyurethan-Versiegelungen bestehen üblicherweise aus Polyesterharzen, polymeren Isocyanaten und Lösungsmitteln. Sie bilden einen geschlossenen, wasserfesten Film, der sich durch eine sehr gute Haftung und einen hohen Widerstand gegenüber mechanischen Einflüssen auszeichnet. 

Zudem neigt die Versiegelung, die den natürlichen Farbton des Holzes hervorhebt, kaum zum Vergilben. Polyurethan-Versiegelungen werden vor allem dort verwendet, wo der Holzfußboden besonders hohen Anforderungen gerecht werden muss. Der Trocknungsprozess gliedert sich in zwei Phasen. Zunächst wird das enthaltene Lösemittel an die Luft abgegeben, danach findet eine chemische Reaktion statt. Polyurethan-Versiegelungen sind in zwei Varianten erhältlich. 

So gibt es zum einen gebrauchsfertige Einkomponentensysteme und zum anderen Zweikomponentensysteme, die aus dem Lack und einem dazugehörigen Härter bestehen. Systeme aus zwei Komponenten müssen vor der Verarbeitung angemischt werden, enthalten aber in aller Regel weniger Lösemittel als Einkomponentensysteme. Für einen Quadratmeter Holzfußboden sind etwa 100 bis 150 Gramm Versiegelung notwendig.     

Versiegelungen mit Wasserlacken

Versiegelungen mit Wasserlacken werden zunehmend beliebter. Wasserlacke basieren, wie die Bezeichnung vermuten lässt, auf Wasser und enthalten Acrylate, filmbildende Komponenten, Polyurethane und sehr geringe Anteile an Lösungsmitteln als weitere Bestandteile. Die großen Pluspunkte von Wasserlacken bestehen darin, dass sie schadstoffarm, praktisch geruchsneutral und sehr leicht zu verarbeiten sind. 

Als benötigte Menge sollten etwa 120 Gramm Wasserlack pro Quadratmeter Holzfußboden eingeplant werden. 

Versiegelungen mit Ölen 

Versiegelungen mit Ölen führen nicht zu einem geschlossenen Film, sondern zu einer offenporigen Schicht und können daher vor allem bei empfindlichen Hölzern eine geeignete Alternative zu klassischen Versiegelungen sein. 

Dabei werden die Öle in Öle, die aushärten, und in Öle, die nicht aushärten, unterschieden. Bei Ölen, die nicht aushärten, handelt es sich um natürliches Leinöl oder spezielle Holzöle. Diese Öle enthalten Pigmente, die für eine interessante Farbgebung sorgen. 

Da die Öle den Fußboden aber in erster Linie leicht imprägnieren und nur bedingt vor Verschmutzungen und Beanspruchungen schützen, ist es ratsam, den geölten Holzfußboden anschließend mit Wachs zu behandeln. In aushärtenden Ölen sind Kunstharze als zusätzliche Komponenten enthalten. Diese Öle sind gut zu verarbeiten und trocknen etwas schneller.  

Versiegelungen mit Öl-Wachs-Systemen

Versiegelungen mit Öl-Wachs-Systemen gibt es in zwei unterschiedlichen Varianten. Die erste Variante ist ein sogenanntes Hartwachsöl, das ein Öl wie Holz- oder Leinöl mit Wachs und Lösungsmitteln kombiniert. Die Alternative hierzu ist eine Versiegelung, bei der erst ein Hartöl und im zweiten Schritt dann ein Wachs aufgetragen wird. 

Die Wirkung von einer Öl-Wachs-Versiegelung ist jedoch gleich, unabhängig davon, welches System zur Anwendung kommt. Während das Öl tief in das Holz eindringt und unter anderem für eine ansprechende Farbgebung sorgt, verbleibt das Wachs als Schicht auf der Oberfläche. Die Wachsschicht schützt den Holzfußboden vor Verschmutzungen, Abrieb und wirkt wasserabweisend.  

Versiegelungen mit Wachs

Versiegelungen mit Wachs hinterlassen eine Schicht auf der Holzoberfläche, die schmutz- und wasserabweisend ist und vor Abrieb schützt. Wachse sind in fester Konsistenz erhältlich. Der Auftrag erfolgt entweder durch das Kalt- oder das Warmwachsen, bei beiden Verfahren werden jedoch die gleichen Produkte verwendet. 

Beim Kaltwachsen wird das Wachs in kreisenden Bewegungen auf den Fußboden aufgebracht. Dies kann sowohl von Hand mit einem Schwamm als auch mithilfe einer Maschine erfolgen. Der Fußboden muss komplett und gleichmäßig mit Wachs bedeckt sein, allerdings reicht ein sparsamer Auftrag völlig aus, denn andernfalls würde ein unschöner, schmieriger Film entstehen. Zudem darf der Fußboden nicht zu kalt sein, weil das Wachs sonst kristallisiert.

Beim Warmwachsen wird das Wachs erhitzt und anschließend mit einer Maschine gleichmäßig auf den Holzfußboden aufgebracht. Dabei sollte die Temperatur möglichst die ganze Zeit über konstant bleiben. Wichtig ist aber, dass das Wachs auf nicht mehr als 80 Grad erhitzt wird, denn wird das Wachs zu heiß, könnte ein Brand die Folge sein. Der Vorteil vom Warmwachsen gegenüber dem Kaltwachsen liegt darin, dass das erhitzte Wachs tiefer in die Holzporen eindringt und dadurch den Holzfußboden besser versiegelt.

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