Die wichtigsten Infos zum Motorsägenschein

Die wichtigsten Infos zum Motorsägenschein  

Während Holz bei unseren Urahnen die Energiequelle schlechthin war, folgten Zeiten, in denen Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl dem Holz den Rang abliefen. 

Seit einiger Zeit scheint sich dieses Blatt nun wieder zu wenden und Holz wird als Brennstoff, häufig kombiniert mit alternativen Energiequellen wie der Solarenergie, zunehmend beliebter.

Gleichzeitig steigt die Anzahl derjenigen, die ihr Brennholz nicht fertig kaufen, sondern selbst machen möchten. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder der Begriff Motorsägenschein. Manch einer wird sich nun aber vielleicht fragen, was sich konkret dahinter verbirgt und wer einen solchen Schein überhaupt braucht. 

Hier daher die wichtigsten Infos zum Motorsägenschein in der Übersicht:

Was ist ein Motorsägenschein?

Ein Motorsägerschein ist im Prinzip eine Art Führerschein für die Motorsäge. Zielgruppe für einen solchen Qualifizierungsnachweis sind private Brennholzselbstwerber und gewerbliche Nutzer von Motorsägen. 

Inhaltlich ist der Motorsägenschein nicht genau definiert, so dass die Lehrgänge je nach Bundesland unterschiedlich gestaltet sein können. Lediglich die Mindestanforderungen sind von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung vorgegeben.  

Wer braucht einen Motorsägenschein?

In den vergangenen Jahren hat Holz als Brennstoff wieder spürbar an Bedeutung gewonnen. Angesichts konstant steigender Energiepreise, aber auch wegen der gemütlichen, behaglichen Wärme eines Holzfeuers haben sich viele für einzelne Kaminöfen als zusätzliche Wärmequelle oder dazu entschieden, ihre komplette Heizungsanlage auf den Betrieb mit Holz umzustellen. 

Gleichzeitig lassen sich viele kein ofenfertiges Brennholz liefern, sondern gehen selbst in den Wald, teils weil sie Freude daran haben und teils um Kosten zu sparen, denn auch die Holzpreise sind gestiegen. Auf diesen Trend hat sich auch der Handel eingestellt und so wird mittlerweile eine breite Palette an Motorsägen und Schützausrüstungen in unterschiedlichen Ausführungen und verschiedenen Preisklassen angeboten. Viele unterschätzen jedoch die körperliche Anstrengung und vor allem die Gefahr, die bei der Arbeit im Wald drohen kann. 

Privatpersonen, die nur wenige Tage im Jahr Brennholz machen, setzen Werkzeuge ein und gehen einer Arbeit nach, die professionelle Waldarbeiter in einer mehrjährigen Berufsausbildung erlernen. Hinzu kommt, dass in Wäldern oft nur bedingt Handynetze verfügbar sind und der Zugang zu einer Unfallstelle auch für Rettungskräfte nicht immer einfach ist. Privatpersonen, die ihr Brennholz selbst machen, unterliegen weder dem Arbeitsschutzgesetz noch der Unfallversicherungspflicht. Daher herrscht Einigkeit darüber, dass Aufklärung in Verbindung mit qualifizierenden Lehrgängen ein geeignetes Mittel sein kann, um schwere Unfälle zu vermeiden. 

Natürlich kann ein Kurs eine Berufsausbildung nicht ersetzen, aber den Kursteilnehmern können zumindest die wesentlichen Inhalte und Standards im Hinblick auf den Umgang mit der Motorsäge, den persönlichen Unfallschutz und einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur vermittelt werden.Ob ein Motorsägenschein vorhanden sein muss, um in einem Wald Brennholz zu machen, obliegt grundsätzlich der Entscheidung des Waldeigentümers. 

Im Staatsforst müssen private Brennholzselbstwerber in aller Regel über einen Motorsägenschein verfügen. Ab 2013 wird der Motorsägenschein zudem in solchen Wäldern verlangt, die nach den Standards des PEFC zertifiziert sind. Bei den PEFC-Standards handelt es sich um ein Waldzertifizierungssystem für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und neben Staats- und Landesforsten haben sich auch viele kommunale und private Forstbetriebe diesen Standards verschrieben.  

Welche Inhalte werden in einem Lehrgang vermittelt?

Beim Aufbau der Lehrgänge kann es je nach Bundesland und Anbieter Unterschiede geben. Außerdem unterscheidet sich der Schulungsumfang danach, ob der Kursteilnehmer lediglich im Zuge der Brennholzbeschaffung mit der Motorsäge arbeitet, ob er als Waldbesitzer umfangreichere Arbeiten mithilfe der Motorsäge durchführt oder ob er Mitglied der Feuerwehr oder ein gewerblicher Anwender wie beispielsweise ein Garten- und Landschaftsbauer ist. 

Während die Lehrgänge für gewerbliche Anwender meist mehrere Tage lang dauern, werden die Lehrinhalte bei Motorsägenkursen für private Brennholzselbstwerber vielfach an einem oder zwei Tagen vermittelt. 

Dabei umfassen die Kurse sowohl einen
theoretischen als auch einen praktischen Teil:

·         Im Rahmen der Theorie werden unter anderem die Motorsäge als Werkzeug und die notwendige Schutzausrüstung bei der Arbeit mit der Motorsäge erläutert. Daneben werden die Gefahren beim Brennholzmachen erklärt und es wird aufgezeigt, welche Fälltechniken zur Anwendung kommen, mit welchen Methoden hängengebliebene Bäume zu Fall gebracht werden können und wie liegendes Holz aufgearbeitet wird. 

·         Der praktische Teil umfasst zum einen Übungen, durch die die Kursteilnehmer lernen, wie sie ihre Motorsägen tanken und starten, wie sie die Ketten schärfen, wie sie einfache Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten an der Säge durchführen und wie sie die richtigen Werkzeuge für die geplante Arbeit auswählen. Zum anderen wird das Entasten und Schneiden von liegendem Holz, das Fällen eines Baumes, das Zufallbringen von einem hängengebliebenen Baum und das Spalen von Holz geübt. Dieser Teil des Lehrgangs findet üblicherweise direkt im Wald statt.  

Wer kann einen Motorsägenschein erwerben?

Prinzipiell kann jeder an einem Kurs teilnehmen, der volljährig und der anstrengenden Waldarbeit körperlich gewachsen ist. Als Schützausrüstung muss ein Kursteilnehmer einen Schutzhelm mit Gehör- und Gesichtsschutz, eine Schnittschutzhose, Schnittschutzhandschuhe und Sicherheitsschuhe tragen. 

Daneben gehört ein Verbandpäckchen zur persönlichen Schutzausrüstung und eine Sicherheitsjacke oder eine Sicherheitsweste in Signalfarbe wird dringend empfohlen. Die eingesetzte Motorsäge und die weiteren Werkzeuge müssen die gültigen Sicherheitsstandards erfüllen.

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