Fragen und Antworten zum Lackieren von Holz

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Lackieren von Holz 

Ob auf dem Boden, an der Wand, an der Decke oder in Form von Möbeln und Einrichtungsgegenständen: Holz ist ein robuster, vielseitig einsetzbarer und gerne genutzter Werkstoff. Nun kann es aber sein, dass eine Holzoberfläche einen Schutzanstrich benötigt oder nach einiger Zeit eine Aufarbeitung vertragen könnte. Vielleicht soll auch die Optik komplett verändert werden.

Spätestens dann stellt sich die Frage, wie und womit Holz eigentlich am besten lackiert werden sollte.

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten
zum Lackieren von Holz in der Übersicht:
 

Wofür steht der Begriff Maserung?

Als Maserung wird die natürliche Textur von Holz bezeichnet. Dabei steht der Begriff Maserung sowohl für das Holzbild, also die Form und das natürliche Muster, als auch für die Richtung, in der die Holzfasern im Holz verlaufen.

Wenn Holz geschliffen, grundiert, lackiert oder anderweitig bearbeitet wird, so sollte dies nach Möglichkeit immer in Richtung der Maserung geschehen. Dadurch kommt es nämlich nicht zu Beschädigungen der Holzfasern und das Holz lässt sich leichter bearbeiten.  

Wie sollte eine Holzoberfläche für den Anstrich vorbereitet werden?

Die Vorbereitung einer Holzoberfläche vor dem Anstrich ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen sorgt die Vorbereitung dafür, dass der Anstrich optimal haftet, das Holz keine unschönen Flecken verursacht und die Farbe weder reißt noch abblättert. Zum anderen schafft eine gut vorbereitete und vorbehandelte Fläche die Basis für eine gleichmäßige und glatte Lackoberfläche.

Wie die Vorbereitung ausfällt, hängt von der Holzoberfläche ab. Ist das Holz bereits lackiert und haftet der Anstrich noch gut, sollte die Oberfläche leicht angeschliffen werden. Blättert der Altanstrich ab, muss er zunächst entfernt und die Oberfläche danach noch geschliffen werden. Nach dem Schleifgang wird die Oberfläche sorgfältig entstaubt. Dies funktioniert am besten, indem die Fläche erst abgesaugt und anschließend mit einem feuchten Tuch abgewischt wird.

Nach der Vorbereitung folgt die Grundierung. Die Grundierung ist dafür zuständig, dass der Lack später optimal haftet. Außerdem verhindert die Grundierung, dass sich färbende Inhaltsstoffe des Holzes anlösen und für unschöne Flecken sorgen.

Solche Inhaltsstoffe sind vor allem in Eichenholz, in Tropenhölzern, in Kiefer- und Fichtenholz sowie in vielen Hölzern, die gerne als Bauholz verwendet werden, enthalten. Bei MDF-, OSB-, Span- und anderen Holzbauplatten wiederum stellt die Grundierung sicher, dass die vor allem an den Kanten sehr ausgeprägte Saugneigung unterbunden wird. 

Welcher Lack eignet sich wofür?

Gemeinsam ist allen Lacken, dass sie für einen geschlossenen, deckenden Anstrich sorgen. Dabei werden Lacke aber in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt, nämlich zum einen in wasserbasierte und zum anderen ins lösemittelbasierte Systeme.

·         Wasserbasierte Lacke werden auch wasserverdünnbare Lacke genannt. Wenn sie trocknen, verdunstet das enthaltene Wasser. Dadurch entsteht der geschlossene Lackfilm, der im völlig trockenen Zustand nicht mehr mit Wasser angelöst werden kann. Zu den großen Pluspunkten von wasserbasierten Lacken gehört, dass sie schnell trocknen, sehr elastisch sind und der Farbton lange farbintensiv und angenehm glänzend erhalten bleibt. Allerdings sind wasserbasierte Lacke etwas empfindlicher als lösemittelbasierte Lacke. Die wichtigsten Vertreter aus der Gruppe der wasserbasierten Lacke sind die Acryllacke.

·         Lösemittelbasierte Lacke sorgen für eine sehr robuste, harte, strapazierfähige und witterungsbeständige Oberfläche. Sie eignen sich deshalb besonders gut, um beispielsweise Tischplatten, Regalböden, Sitzflächen und andere, mechanisch stark beanspruchte Flächen zu lackieren. Außerdem sind lösemittelbasierte Lacke immer dann eine gute Wahl, wenn das Holz nicht nur optisch gestaltet, sondern gleichzeitig auch vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung geschützt werden soll. Innenflächen von Möbeln sollten jedoch nicht mit lösemittelbasierten Lacken gestrichen werden.

Die Hauptvertreter von lösemittelbasierten Lacksystemen sind Kunstharzlacke, die auch als Alkydharzlacke bezeichnet werden. Wird eine Holzoberfläche, die bereits gestrichen ist, aufgearbeitet, sollte der neue Anstrich immer in demselben System erfolgen wie der alte Anstrich. Ein Acryllack sollte also nicht mit einem Kunstharzlack überstrichen werden, sondern es sollte erneut ein Acryllack zum Einsatz kommen.

Umgekehrt gilt dasselbe. Ist sich der Heimwerker nicht sicher, womit das Holz gestrichen ist, kann er es recht einfach testen. Dazu benötigt er lediglich einen Lappen, den er mit etwas Nitroverdünnung benetzt. Wenn er nun mit diesem Lappen über den Altanstrich reibt und der Anstrich daraufhin klebrig wird und beginnt, sich anzulösen, so handelt es sich um einen Acryllack.  

Ist es sinnvoll, spezielle Lacke wie beispielsweise Parkettlack zu verwenden?

Im Handel sind verschiedene Lacke erhältlich, die für bestimmte Anwendungsbereiche gedacht sind. So gibt es beispielsweise Parkettlacke oder Tür- und Fensterlacke. Grundsätzlich ist es auch unbedingt empfehlenswert, auf diese Speziallacke zurückzugreifen.

Durch ihre Rezepturen stellen sie nämlich sicher, dass der Anstrich nicht nur gut aussieht, sondern auch den besonderen Anforderungen standhält. So versiegelt ein Parkettlack den Fußboden und schützt ihn zuverlässig vor den Belastungen, denen er als Fußboden ausgesetzt ist. Ein Fenster- und Türenlack wiederum stellt sicher, dass der Anstrich auf den Flächen und an den Kanten haftet, ohne dass sich berührende Farbschichten, etwa auf dem Türblatt und der Türzarge, miteinander verkleben. 

Wie wird der Lack richtig aufgetragen?

Beim Lackieren von Holz gilt grundsätzlich, dass mehrere dünne Farbschichten besser sind als eine dicke Lackschicht. Je nach Größe und Form der Fläche wird dabei mit dem Pinsel, der Farbrolle oder einer Kombination aus beiden gearbeitet. Kommt der Pinsel zum Einsatz, sollte es bei wasserbasierten Lacken ein Pinsel mit Kunststoffborsten und bei lösemittelbasierten Lacken ein Naturhaarpinsel sein.

Wird der Lack mit einer Rolle aufgetragen, kann für beide Lacksysteme eine Schaumstoffrolle verwendet werden. Eine gleichmäßige und einheitlich deckende Lackschicht entsteht, wenn im sogenannten Kreuzgang gestrichen wird. Hierbei wird das Holz erst in senkrechter Richtung gestrichen. Anschließend wird eine Lackschicht in waagerechter Richtung aufgetragen und danach folgt erneut in Anstrich in senkrechter Richtung. 

Warum ist für Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, ein farbiger Anstrich besser als ein transparenter?

Holz enthält eine Art Bindemittel namens Lignin. Ist das Holz nicht ausreichend vor UV-Strahlung geschützt, wird dieses Lignin abgebaut. Die Folge davon ist, dass sich das Holz gräulich verfärbt und rau sowie spröde wird.

Ein vorhandener Anstrich wird dadurch rissig und löst sich ab, während ein neuer Anstrich auf dem beschädigten Holz nicht richtig hält und schon nach kurzer Zeit abplatzt. Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, braucht daher einen UV-Schutz. Transparente Lacke sind jedoch in aller Regel nicht mit einem UV-Schutz ausgestattet.

Gleiches gilt für Lacke und Lasuren, die sehr hell sind oder einen geringen Anteil an Farbpigmenten haben. Auch sie bieten keinen UV-Schutz, der das Holz ausreichend schützt. Direkt bewitterte Holzflächen sollten daher deckend lackiert oder mit einer Lasur, die nussbaumfarben oder dunkler ist, gestrichen werden.

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