Tipps zum umweltfreundlichen Holzschutz

Die wichtigsten Tipps zum umweltfreundlichen Holzschutz 

Holz ist ein sehr beliebter Baustoff, der sowohl als Bauholz für bautechnische Konstruktionen als auch für die Inneneinrichtung und dekorative Elemente verwendet wird.

Zudem lässt sich Holz sehr gut verarbeiten, weshalb Heimwerker wie Profis den Werkstoff gleichermaßen schätzen. Damit das Holz möglichst lange hält und ansehnlich bleibt, muss es jedoch vor Feuchtigkeit, Schimmel sowie Insekten- und Pilzbefall geschützt werden.

Dies geschieht zum einen durch die Auswahl geeigneter Hölzer und entsprechende Konstruktionen und zum anderen durch Holzschutzmittel, wobei der Holzschutz regelmäßig aufgefrischt wird. Viele Holzschutzmittel enthalten aber noch immer bedenkliche Stoffe.

Einige dieser Stoffe wie beispielsweise Lösemittel dünsten aus und sind vergleichsweise schnell verdampft, andere Stoffe hingegen treten nur sehr langsam und über einen langen Zeitraum aus. Es ist aber gar nicht immer unbedingt erforderlich, auf chemische Holzschutzmittel zurückzugreifen, denn es gibt durchaus Alternativen, die die Gesundheit und die Umwelt weit weniger belasten. 

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Tipps
für einen umweltfreundlichen Holzschutz zusammen:
 

Den Holzschutz schon im Vorfeld in die Planungen einbeziehen.

Ein effektiver Holzschutz sollte schon im Rahmen der Planungs- und Bauphase umgesetzt werden. So gibt es beispielsweise die DIN 68800, die bestimmte Konstruktionen vorschreibt, die insbesondere tragende Holzteile vor Feuchtigkeit und Insekten- sowie Pilzbefall schützen.

Demnach sorgen Verkleidungen oder Verschalungen für einen soliden Schutz vor Insektenbefall und bei Holz, das durch eine geeignete Konstruktion trocken bleibt, sinkt das Risiko eines Pilzbefalls. Entsprechende bautechnische Tricks wie leicht schräg verlaufende Holzflächen, Dächer mit Überhang oder integrierte Wasserabläufe wiederum sind Maßnahmen, um Staunässe zu vermeiden.     

Auf Holzschutzverfahren ohne Chemie setzen.

Sind Balken, Holzmöbel oder andere Holzteile von Schädlingen befallen, sind nicht immer unbedingt Verfahren mit chemischen Keulen erforderlich. Eine Alternative können beispielsweise Heißluftverfahren sein.

So können kleinere Holzteile und Möbelstücke bei etwa 55 bis 60 Grad Celsius im heimischen Backofen oder in der Sauna aufgeheizt und dadurch zuverlässig von Schädlingen befreit werden. Bei einem großflächigen Schädlingsbefall geht es meist nicht ohne professionelle Hilfe. Fachfirmen erwärmen die betroffenen Stellen über mehrere Stunden auf schonende und gleichzeitig gesundheits- und umweltfreundliche Art mit speziellen Geräten.  

Schadstoffarme Holzschutzmittel verwenden.

Der Handel bietet neben chemischen Holzschutzmitteln inzwischen eine recht große Palette an Produkten, die mit deutlich weniger Schadstoffen auskommen. So bieten beispielsweise Schutzanstriche auf wasserlöslicher Basis, die Borax oder Natrium-Borat enthalten, einen zuverlässigen Schutz. Sind die so behandelten Holzflächen jedoch Regen oder regelmäßig Nässe ausgesetzt, wird ein weiterer Anstrich mit Lack oder Farbe erforderlich. Holzschutzmittel, die keine Biozide enthalten, wirken durch die Kombination aus Silikaten, Salzen, Harz und Zellulose einem Schädlingsbefall entgegen.

Farben, Lacke und Lasuren, denen der Blaue Engel als Umweltsiegel vergeben wurde, sind biozidfrei, enthalten nur wenig Lösemittel und verringern gleichzeitig die Gefahr von Schimmel- und Feuchtigkeitsschäden. Schadstoffarme Holzschutzmittel sind im Internet und in Bio-Läden, mittlerweile aber auch in Baumärkten erhältlich.

Wichtig beim Kauf ist jedoch, darauf zu achten, welche Kennzeichnungen auf den Verpackungen zu finden sind. 

Chemische Holzschutzmittel nur verwenden, wenn sie wirklich notwendig sind.

Im Haus und bei Kinderspielzeug sollte auf chemische Holzschutzmittel am besten komplett verzichtet werden. Bei tragenden Holzkonstruktionen hingegen ist es oft unumgänglich, Schädlingen, Pilzen und Fäulnis mit Chemie entgegenzuwirken.

Sind chemische Holzschutzmittel notwendig, sollte aber bei der Auswahl darauf geachtet werden, dass diese mit dem RAL-Gütezeichen des Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. gekennzeichnet sind.

Diese Produkte werden kontinuierlich von neutralen Stellen überprüft und dadurch ist sichergestellt, dass die Mittel einerseits zuverlässig wirken und andererseits die Gefahren für Gesundheit und Umwelt in einem noch vertretbaren Rahmen bleiben.    

Ein Wort zu Holzspielzeug

Viele umweltbewusste Eltern bevorzugen Holzspielzeug, denn schließlich gilt Kinderspielzeug aus Holz als natürlich und deutlich weniger bedenklich als beispielsweise Kunststoffspielzeug. Allerdings gibt es immer wieder Tests, bei denen auch Holzspielsachen schlecht abschneiden.

So wurden beispielsweise Spielzeuge gefunden, die mit erhöhten Mengen an möglicherweise krebserregenden Schadstoffen wie Formaldehyd oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAK, belastet waren.

Andere Spielsachen wiederum waren mit stark bleihaltigen Farben lackiert oder die Lackierung färbte ab, wenn die Kinder das Spielzeug in den Mund nahmen. Sinnvoll beim Kauf von Holzspielzeug ist daher, zu unlackierten, lediglich gewachsten Hölzern zu greifen. Zudem sollten Eltern an den Spielsachen riechen und das Spielzeug besser im Regal lassen, wenn es einen deutlichen Geruch hat.

Der Geruch muss zwar nicht automatisch auf bedenkliche Stoffe hinweisen, der Laie kann jedoch in aller Regel nicht unterscheiden, ob es sich um einen gesundheitsschädlichen oder einen ungefährlichen Stoff handelt.

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