FAQ zum Motorsägenschein, Teil 2

FAQ zum Motorsägenschein, Teil 2

Bei Wald-, Forst- und Gartenarbeiten kann die Motorsäge viele Aufgaben übernehmen. Nur birgt das praktische Werkzeug leider auch ein hohes Gefahrenpotenzial. Um Unfälle mit schweren Verletzungen zu vermeiden, ist der richtige Umgang mit der Motorsäge daher Pflicht.

FAQ zum Motorsägenschein, Teil 2

Diesen Umgang kann der Heimwerker bei entsprechenden Kursen erlernen. Am Ende bekommt er dann einen Motorsägenschein als Nachweis. Möchte der Heimwerker in einem öffentlichen Wald oder auf dem Grundstück eines Dritten zur Motorsäge greifen, muss er den Schein auch haben.

Nun stellen sich rund um den Motorsägenschein aber allerlei Fragen. Wir haben deshalb einen zweiteiligen Ratgeber erstellt, in dem wir die FAQ zum Motorsägenschein beantworten.

Dabei haben wir in Teil 1 erklärt, wer einen Motorsägenschein braucht, welche Voraussetzungen der Heimwerker mitbringen muss, damit er den Schein machen kann, und wie lange ein Kurs dauert.

Hier geht’s nun weiter mit Teil 2!:

Was lernt der Heimwerker bei einem Motorsägen-Kurs?

Es gibt keine verbindlichen Richtlinien oder einheitlichen Standards für Motorsägen-Lehrgänge. Je nach Anbieter können die Inhalte deshalb verschieden sein. Meist beginnt ein Kurs aber mit einem theoretischen Teil.

Dabei stehen dann üblicherweise folgende Punkte auf dem Programm:

  • Einführung in die Unfallverhütungsvorschriften

  • Sinn und Zweck der persönlichen Schutzausrüstung

  • Aufbau und Funktion der Motorsäge

  • Pflege und Wartung von der Motorsäge und vom Zubehör

  • Basiswissen zu Holz- und Sägearbeiten

  • Gefahren bei der Brennholzwerbung

Nach der Theorie folgt die Praxis. Hier wird der Heimwerker in die richtige Haltung eingewiesen und erlernt unterschiedliche Schnitttechniken. Anhand von einigen Schnittübungen am liegenden Holz kann er sein neues Wissen dann auch gleich umsetzen. Während des Praxisteils muss der Heimwerker die komplette Schutzausrüstung anlegen.

Am Ende bekommt der Heimwerker ein Zertifikat. Es bestätigt, dass er am Lehrgang teilgenommen hat und über grundlegende Kenntnisse im sicheren Umgang mit der Motorsäge verfügt. Eine Prüfung gibt es beim einfachen Motorsägenschein nicht.

Kurse mit drei oder mehr Modulen sehen bei einigen Anbietern eine kleine Abschlussprüfung vor. Dabei muss der Teilnehmer dann schriftlich Prüfungsfragen beantworten und praktische Übungen absolvieren.

Bei den Tests geht es um die Inhalte, die während des Lehrgangs vermittelt wurden. Deshalb ist es nicht notwendig, sich auf die Prüfung vorzubereiten. Auch bei Kursen für weiterführende Motorsägenscheine bekommt der Teilnehmer ein Zertifikat.

Wozu befähigt ein Motorsägenschein?

Der einfache Motorsägenschein ist für Privatpersonen gedacht, die Basiswissen für Arbeiten mit der Motorsäge erwerben möchten. Der Schein befähigt dazu, liegendes Holz unter Normalbedingungen sicher und sachgerecht aufzuarbeiten.

Hat der Heimwerker den einfachen Motorsägenschein, kann er also im Wald Bäume, die bereits gefällt sind, zu Brennholz sägen. Außerdem kann er im Garten zum Beispiel Äste entfernen oder Hecken stutzen. Für den Privatgebrauch reicht der einfache Motorsägenschein deshalb in aller Regel aus.

Selbst Bäume fällen, darf der Heimwerker mit einem einfachen Motorsägenschein nicht. Dafür wäre ein weiterführender Lehrgang notwendig. Allerdings darf der Heimwerker als Privatperson sowieso nicht in den Wald gehen und kurzerhand irgendwelche Bäume umlegen.

Das sind Arbeiten für den Förster oder ausgebildete Waldarbeiter. Bei der Brennholzwerbung werden dem Heimwerker Stämme zugewiesen, die bereits auf dem Boden liegen und die der Heimwerker für sich aufarbeiten kann.

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Weiterführende Lehrgänge werden außerdem notwendig, wenn der Heimwerker gewerblich mit der Motorsäge arbeiten will. Im Zuge der Ausbildung zum Waldarbeiter, Förster und auch Landschaftsgärtner sind solche Kurse dann angesagt.

Wie teuer ist ein Motorsägenschein?

Die Kurse für den Motorsägenschein unterscheiden sich nicht nur inhaltlich und mit Blick auf die genauen Abläufe voneinander. Auch was die Kosten betrifft, gibt es keine einheitlichen Preise.

Ein Lehrgang für den einfachen Motorsägenschein, der ein bis zwei Tage dauert, schlägt aber im Durchschnitt mit etwa 100 Euro zu Buche. Für weiterführende Kurse sollte der Heimwerker mit rund 300 bis 400 Euro rechnen.

Wo kann der Heimwerker seinen Motorsägenschein machen?

Es gibt sehr viele Anbieter für Motorsägen-Kurse.

Dazu gehören zum Beispiel

  • Forstämter,
  • Hersteller von Motorsägen,
  • Baumschulen,
  • Garten- und Landschaftsbaubetriebe,
  • Feuerwehren und
  • Baumärkte.

Allerdings sollte der Heimwerker den Anbieter mit Bedacht auswählen. Denn obwohl Privatpersonen seit einiger Zeit einen Motorsägenschein haben müssen, wenn sie ihr Brennholz selbst aufarbeiten oder außerhalb des eigenen Grundstücks mit der Motorsäge arbeiten wollen, gibt es keine einheitlichen Standards für die Lehrgänge.

Das wiederum hat dazu geführt, dass unseriöse Anbieter ein gutes Geschäft mit den Scheinen wittern. Dem Heimwerker bringt so ein Lehrgang aber nichts, wenn sein Motorsägenschein nicht anerkannt wird.

Deshalb sollte der Heimwerker darauf achten, dass der jeweilige Anbieter ein KWF-Gütesiegel hat. Außerdem sollte der Kurs nach den Richtlinien der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zertifiziert sein.

Dadurch ist sichergestellt, dass der Schein als Nachweis akzeptiert wird. Im Zweifel kann sich der Heimwerker aber auch einfach beim örtlichen Forstamt erkundigen, wo in seiner Nähe Kurse angeboten werden.

Kurz zum KWF-Gütesiegel

Das Kuratorium für Waldarbeit und Forstwirtschaft e.V., kurz KWF, ist eine Forschungseinrichtung, die seit über 60 Jahren in den Bereichen Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Verfahrenstechnik tätig ist.

Außerdem untersucht das KWF Forttechnik, Arbeitsmittel und Schutzausrüstung. Nur Produkte, die alle Standards zur Arbeitssicherheit, Ergonomie, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllen und darüber hinaus dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, werden mit einem Zertifikat vom KWF ausgezeichnet.

Ein Motorsägen-Kurs, der ein KWF-Gütesiegel hat, garantiert eine hohe Qualität. Denn das Zertifikat stellt sicher, dass die Kursteilnehmer fachlich kompetent und praxisnah ausgebildet werden.

Damit ein Anbieter das KWF-Gütesiegel bekommt, muss er sich dazu verpflichten, bestimmte Richtlinien einzuhalten. Für den Heimwerker geht das KWF-Gütesiegel gleichzeitig mit der Sicherheit einher, dass sein Motorsägenschein als Nachweis anerkannt wird.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat ebenfalls Richtlinien und Vorgaben aufgestellt. Was für die Ausbildung im Zusammenhang mit Baumarbeiten gilt, ist zum Beispiel in dieser PDF zusammengefasst. Allgemeine Informationen über sichere Waldarbeiten wiederum gibt es hier.

Mehr Anleitungen, Vorlagen, Ratgeber und Tipps:

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