Fototransfer auf Holz – so geht’s

Fototransfer auf Holz – so geht’s

Holzbilder sind seit einiger Zeit ein angesagter Trend im DIY-Bereich. Fotos oder Sprüche, die auf simple Holzplatten gedruckt sind, ergeben eine tolle, individuelle Deko. Sie eignen sich aber auch prima als persönliche Geschenke oder originelle Einladungen und Grußkarten. Die Technik, die dahinter steht, nennt sich Transfertechnik. In dieser Anleitung erklären wir, wie der Fototransfer auf Holz funktioniert.

Fototransfer auf Holz - so geht's

Die Materialien für ein Holzbild

  • Holz als Bildträger in der gewünschten Größe

  • Schleifpapier

  • Foto oder Grafik, spiegelverkehrt mit einem Laserdrucker auf normalem Kopierpapier ausgedruckt

  • Transfermedium

  • weicher Pinsel

  • kleiner Schwamm

  • weiße Acrylfarbe nach Wunsch

  • Pappe oder Folie zum Schutz der Arbeitsfläche

Das Transfermedium ist im Prinzip ein flüssiger Klebstoff, der farblos trocknet. Im Hobby- und Bastelbedarf sind inzwischen spezielle Produkte für den Fototransfer erhältlich. Alternativ funktionieren auch Klebelacke, die wie zum Beispiel Mod Podge bei der Serviettentechnik verwendet werden.

Fototransfer auf Holz – so geht’s

Beim Transferdruck werden die Farbpigmente vom Papier abgelöst, auf das Holz übertragen und dort mit dem Klebstoff fixiert. Dabei ist die Technik als solches sehr einfach. Allerdings ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt.

Doch fangen wir von vorne an!:

  1. Das Motiv ausdrucken

Zunächst wird das Motiv für das Holzbild ausgedruckt. Bei dem Motiv kann es sich um ein Foto, eine Grafik, einen Schriftzug oder eine Mischung aus allem handeln. Ratsam ist aber, ein Motiv auszuwählen, das auch dann noch gut aussieht, wenn nicht jedes kleinste Detail übertragen wird.

Für den Druck muss das Motiv gespiegelt werden. Denn später wird der Ausdruck mit der Vorderseite nach unten auf das Holz gelegt. Wäre das Motiv nicht gespiegelt, würde zum Beispiel eine Schrift seitenverkehrt erscheinen.

Außerdem muss es sich um einen Laserausdruck handeln. Ein Laserdrucker verwendet ein Farbpulver, das er mittels Hitze aufs Papier bringt. Dieser Toner lässt sich durch den Kleber gut lösen. Im Unterschied dazu neigt Tinte beim Kontakt mit Flüssigkeit dazu, zu verschmieren.

Für den Laserausdruck ist ein normales, einfaches Kopierpapier am besten geeignet. Mit einem dicken oder beschichteten Papier funktioniert die Technik nicht.

  1. Das Holzstück vorbereiten

Weiter geht es mit dem Holz. Um es als Bildträger vorzubereiten, sollte die Oberfläche ordentlich abgeschliffen werden. Denn je glatter die Oberfläche ist, desto besser überträgt sich das Motiv.

Bei Fotos oder Grafiken, die insgesamt eher dunkel sind oder kaum Weiß enthalten, ist es ratsam, das Holz mit weißer Acrylfarbe zu grundieren. Durch die Holzfarbe als Hintergrund könnten die Farben sonst nämlich schmutzig wirken. Letztlich bleibt das aber eine Frage des Geschmacks.

Auch nach einer Grundierung sollte das Holz noch einmal glatt abgeschmirgelt und der Schleifstaub sorgfältig entfernt werden.

  1. Das Bild übertragen

Ist das Holz vorbereitet und der Ausdruck griffbereit, beginnt der spannende Teil. Nun wird das Motiv nämlich übertragen. Dazu wird zunächst das Holzstück großzügig mit dem Transfermedium eingepinselt. Dabei nicht sparen, sondern ruhig eine satte Schicht aufbringen.

Anschließend wird auch die Vorderseite des Laserausdrucks mit Transfermedium bestrichen. Gut ist, wenn der Pinsel möglichst weiche Borsten hat. Harte Borsten könnten Kratzer und Macken auf dem Motiv hinterlassen.

Das Medium dringt recht schnell in das Papier ein. Damit der eingeweichte Ausdruck nicht reißt, sollte das Papier deshalb zügig nach dem Einpinseln auf das Holz gelegt werden. Dabei wird es mit der Vorderseite nach unten positioniert.

Liegt das Papier auf, kann es angedrückt und glatt ausgestrichen werden. Überschüssiger Kleber lässt sich mit Küchenpapier abnehmen. Das Motiv ist durch das nasse Papier hindurch nun richtig herum zu sehen.

Dann ist erst einmal Pause angesagt. Denn der Kleber muss komplett durchtrocknen. Wer den Vorgang beschleunigen will, kann mit dem Haartrockner nachhelfen. Ansonsten das Holzbild einfach über Nacht trocknen lassen.

Übrigens:

In einigen Anleitungen wird geraten, das Papier nach dem Auflegen noch einmal mit Transfermedium einzupinseln. Je nach verwendetem Medium ist das aber keine gute Idee. Denn der Klebstoff trocknet wasserfest auf. Doch das macht den nächsten Schritt schwierig bis unmöglich.

  1. Das Papier abrubbeln

Wenn sich die Oberfläche trocken anfühlt und vom Motiv nichts mehr zu sehen ist, kann es weitergehen. Dafür wird ein Schwamm mit Wasser befeuchtet und das Holz solange damit abgetupft, bis das Motiv wieder erscheint.

Dann kann das feuchte Papier abgerubbelt werden. Dazu am besten am Rand beginnen und sich allmählich in Richtung Mitte vorarbeiten. Wichtig ist aber, beim Abrubbeln vorsichtig und geduldig vorzugehen. Denn es soll nur die Papierschicht entfernt werden, nicht die Farbe.

Kleinere Unregelmäßigkeiten gehören bei der Transfertechnik dazu und machen den charmanten Charakter der Holzbilder aus. Trotzdem sollte das Motiv ohne große Löcher und Macken auf dem Holz haften bleiben. Deshalb lieber langsam arbeiten und das Papier bei Bedarf zwischendurch noch einmal etwas anfeuchten.

Ist das Motiv freigelegt, sollte das Holzbild kurz trocknen. Es kann sein, dass nach dem Trocknen ein weißer Schleier auf dem Bild liegt. Dafür sind Papierfasern verantwortlich, die noch zurückgeblieben sind.

Verschwindet der Schleier, wenn die Stelle mit Wasser betupft wird, kann er so bleiben. Dann ist nach der Versiegelung davon nichts mehr zu sehen. Ansonsten ist möglich, zu versuchen, die letzten Papierfasern vorsichtig mit dem angefeuchteten Finger wegzureiben.

  1. Das Holzbild versiegeln

Zum Schluss wird das Holzbild noch versiegelt. Dazu wird eine weitere, diesmal aber dünne Schicht Transfermedium aufgetragen. Das Medium schützt die Bildoberfläche und lässt kleine Schlieren verschwinden. Alternativ ist möglich, Klarlack aufzutragen. Ist die Schutzschicht trocken, ist das Holzbild fertig!

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Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

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