Holzarten für Möbel – ein Überblick

Holzarten für Möbel – ein Überblick

Holz wird schon seit jeher verwendet, um daraus Möbel zu bauen. Deshalb ermöglicht das natürliche Material eine Zeitreise durch die Vergangenheit, die Gegenwart und in die Zukunft des Möbeldesigns. Jahresringe, Astlöcher und auch Gebrauchsspuren erzählen davon, was ein Möbelstück früher und im Laufe seiner Geschichte erlebt hat. Gleichzeitig ist Holz zeitgemäß. Holzmöbel liegen wieder voll im Trend und viele Hersteller bringen moderne Massivholz-Möbel auf den Markt.

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Holzarten für Möbel - ein Überblick

Grund genug, einmal einen Blick darauf zu werfen, welche Holzarten zu welchem Einrichtungsstil passen:

Holzarten für Möbel

Welche Hölzer im Möbelbau zum Einsatz kommen, hängt zum einen von der Mode und zum anderen von der Verfügbarkeit der Hölzer ab. Die Verfügbarkeit bestimmt dann auch über die Preise für das Rohmaterial. Das war bereits in den vergangenen Jahrhunderten so.

Mahagoni, Teak, Palisander und andere exotische Hölzer waren nur in geringen Mengen vorhanden und zählen deshalb seit jeher zu Luxusware. Aus den Hölzern wurden nur selten Vollholzmöbel gebaut. Stattdessen wurden sie vor allem zu Furnieren verarbeitet oder für Intarsien verwendet.

Als Basis für die Furniere wurden Möbel aus Blindholz gefertigt. Als Blindholz wird das Holz eines Möbelstücks bezeichnet, das später nicht mehr zu sehen ist. Weichhölzer wie Fichte und Kiefer waren dabei besonders beliebt. Denn diese Hölzer waren in großen Mengen vorhanden und deshalb entsprechend preiswert. Reichte das Budget für furnierte Hölzer nicht aus, wurden die Möbel einfach roh gelassen, gebeizt oder lackiert.

Vor allem das Beizen war sehr beliebt. Dadurch war es nämlich auf einfache und kostengünstige Art möglich, Möbeln eine andere Farbe zu geben und sie so wie eine andere Holzart aussehen zu lassen. Nussbaumholz zum Beispiel wirkt durch eine rötliche Beize wie Mahagoni, gebeiztes Buchenholz kann Nussbaum ähneln.

Als Naturmaterialien im Wohnbereich modern wurden, kam der Trend auf, alte Holzmöbel abzubeizen oder abzulaugen und anschließend zu ölen oder zu wachsen. Heute wird gerne mit Strukturen gespielt. So bleiben etwa bei einem alten Möbelstück bestimmte Teile lackiert, während das Holz an anderen Stellen freigelegt wird.

Tatsächlich ist es bei alten Möbeln aber oft gar nicht so einfach, die Holzart zu bestimmen. Das liegt daran, dass sich Holz im Lauf der Zeit verändert und nachdunkelt. Außerdem lässt sich nicht eindeutig nachvollziehen, ob das Möbelstück eventuell schon einmal gebeizt oder lackiert war.

Möbel aus Kiefernholz

Das Holz der Kiefer ist honiggelb und von markanten, dunklen Ästen durchzogen. Möbel aus unlackiertem Kiefernholz kamen in den 1960er-Jahren in Skandinavien in Mode. Während die Nachfrage dann etwas zurückging, sind natürliche Kiefernholzmöbel heute wieder schwer angesagt.

Möbel aus Birkenholz

Birkenholz ist hell und hat eine samtig glänzende Oberfläche. Ähnlich wie eine weiße Wand reflektiert das Holz jeden noch so kleinen Lichtschimmer. Anders als bei einer weißen Wand wirkt die Reflexion aber nicht kühl, sondern hat einen wunderbar warmen Ton. Deshalb eignet sich Birkenholz hervorragend für Regale, Schrankwände und andere große Möbelstücke.

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Möbel aus Buchenholz

Käufer verknüpfen Holzarten vor allem mit der Optik und dem Stil. Im Unterschied dazu legen Designer und Hersteller den Fokus in erster Linie auf die Eigenschaften des Materials. Buchenholz ist ein gutes Beispiel dafür.

Weil Buchenholz sehr hart ist, eignet es sich bestens für alle Flächen, die viel aushalten müssen. Arbeitsplatten in Küchen, Tischplatten oder Sitzbänke gehören dazu.

Buchenholz hat aber noch eine weitere, besondere Eigenschaft. Über Wasserdampf lässt sich das Holz nämlich biegen. Das ist dann auch der Grund dafür, warum weltberühmte Klassiker wie Thonets Wiener Kaffeehausstuhl entstehen konnten.

Möbel aus Eichenholz

Seit dem Mittelalter gehört Eiche zu den am häufigsten genutzten Holzarten für Möbel. Tische, Schränke und Truhen wurden genauso daraus gefertigt wie Betten oder Türen. Im 18. Jahrhundert wurde Eiche auch als Blindholz eingesetzt.

Eichenholz wird oft mit schweren, dunklen, teils klobigen und mitunter altbackenen Möbeln in Verbindung gebracht. Dazu haben sicher auch die Möbel beigetragen, die bis in die 1980er-Jahre hinein im Stil „Eiche rustikal“ in deutschen Wohnzimmern standen.

Dass das schlechte Image unbegründet ist und sich Eichenmöbel auch hell und leicht präsentieren können, stellen sowohl frühere Designer als auch heutige Hersteller eindrucksvoll unter Beweis.

Möbel aus Kirschbaumholz

Kirschbaum wird überwiegend als Furnier verarbeitet. Die rötliche Färbung war schon in der Biedermeier-Zeit sehr beliebt und wird bis heute gerne bei eleganten Möbelstücken eingesetzt.

Kirschbaumholz lässt sich gut bearbeiten. Weil es spiegelblank poliert werden kann, bringt ein Möbelstück edlen Glanz in den Raum. Obwohl die Stile zeitlich sehr weit auseinanderliegen, ergeben Biedermeier-Möbel mit Kirschbaumfurnier und Möbel im modernen skandinavischen Stil eine sehr harmonische Kombination.

Auch als fast roh gelassenes, kaum behandeltes Vollholz wirkt Kirschbaum elegant. Dann zeigt sich nämlich seine sanfte, dezent rosafarbene Färbung.

Möbel aus Ahornholz

Die helle, gelblich-weiße Färbung und die dezente Maserung verleiht Ahornholz eine zurückhaltende Optik. Vor weißen Wänden fallen Möbel aus Ahorn kaum auf. Selbst große oder ausgefallene Ahornmöbel erschlagen einen Raum nicht, weil sich das Material zurückhält. Wer einen sachlichen und reduzierten Einrichtungsstil mag, ist mit Möbeln aus Ahorn deshalb gut beraten.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

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