Lasur mit Leinöl als Holzschutz selber machen – so geht’s

Lasur mit Leinöl als Holzschutz selber machen – so geht’s

Wenn Gartenmöbel, Blumenkästen, Zäune und ähnliche Gegenstände aus Holz der Witterung ausgesetzt sind, verlieren sie im Laufe der Zeit ihre schöne Farbe und werden stattdessen gräulich. Dieser Vorgang, der hauptsächlich durch das UV-Licht verursacht wird, ist ein erster Hinweis darauf, dass die natürliche Zersetzung des Holzes beginnt. Doch bei der Garteneinrichtung soll genau das natürlich nicht passieren.

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Lasur mit Leinöl als Holzschutz selber machen - so geht's

Eine Lasur mit Leinöl gibt dem Holz nicht nur seine schöne Farbe wieder zurück, sondern schützt das Holz auch vor den Einflüssen der Witterung. Dabei lässt sich der natürliche Holzschutz aus gerade einmal zwei Zutaten selbst herstellen.

Im Unterschied zu einem Lack, der eine wasserdichte Schicht auf dem Holz bildet, bleibt die Holzstruktur bei der Lasur erhalten. Die Leinöl-Lasur dringt in das Material ein und lässt das Holz weiterhin atmen.

Und die Schicht kann bei Bedarf erneuert werden, ohne dass der vorherige Auftrag abgeschliffen werden muss. So spart die selbstgemachte Lasur nicht nur Geld, sondern auch Arbeit.

Lasur mit Leinöl als Holzschutz selber machen – die Zutaten

Für den Holzschutz werden nur zwei Zutaten benötigt, nämlich:

  • Leinöl

  • Farbpigmente in einem passenden Farbton

Je nachdem, wie viele Farbpigmente zum Leinöl gegeben werden, kann die Lasur in ihrem Farbton und ihrer Deckkraft angepasst werden.

Farbpigmente sind im Malerbedarf, im Holzfachhandel und in Onlineshops erhältlich. Als unlösliche, färbende Partikel können sie mit Öl als Bindemittel vermischt und anschließend verarbeitet werden.

Während natürlich vorkommende Pigmente die Farbtöne beinhalten, die eben in der Natur vorkommen, sind industriell hergestellte Pigmente in nahezu allen Farbtönen erhältlich.

Für die Lasur reicht normales Leinöl aus. Sogar Leinöl, das ranzig geworden ist, eignet sich noch für den Anstrich. Im Baumarkt und im Maler- und Künstlerbedarf ist auch Leinölfirnis erhältlich. Der Vorteil von Leinölfirnis ist, dass er schneller aushärtet. Gartenmöbel, die damit behandelt wurden, ist schon nach einem Tag wieder einsatzbereit.

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Im Unterschied dazu braucht Leinöl mehrere Tage, bis es sich so trocken anfühlt, dass die gestrichenen Gartenmöbel verwendet werden können.

Trotzdem empfehlen wir Leinöl. Denn anders als Leinölfirnis enthält Leinöl keine zugesetzten Trocknungsmittel, die für den Holzschutz nicht notwendig sind.

Lasur mit Leinöl als Holzschutz selber machen – so geht’s

Nicht nur die Zutatenliste für die Holzschutzlasur ist sehr überschaubar. Auch die Herstellung und das Anwenden der Lasur sind kinderleicht und schnell erledigt.

Die Lasur anmischen

Zunächst wird die Lasur angemischt. Die benötigte Menge hängt natürlich davon ab, was mit der Lasur gestrichen werden soll. Für einen Gartentisch zum Beispiel werden etwa 200 ml Leinöl benötigt.

Die Menge an Farbpigmenten richtet sich nach der gewünschten Farbintensität. Ein guter Richtwert ist, dass auf 200 ml Leinöl etwa 10 g Pigmente gegeben werden.

Für die Lasur werden nun das Öl und die Farbpigmente in ein sauberes Schraubglas gegeben. Dann das Glas mit dem Deckel verschließen und kräftig schütteln. Das war schon alles, die Lasur ist fertig und einsatzbereit.

Tipp:

Je nachdem, welche Pigmente verwendet werden, kann die Farbwirkung unterschiedlich sein. Ratsam ist daher, die Lasur zunächst an einer unauffälligen Stelle auszuprobieren. Ist die Farbe nicht kräftig genug, können weitere Pigmente hinzugefügt werden. Um den Farbton abzuschwächen, mehr Leinöl zugeben.

Die Leinöl-Lasur auftragen

Bevor der Holzschutz aufgetragen wird, sollten die Gartenmöbel von Grünspan, Moos und anderen Belägen befreit werden. Mitunter reicht es aus, die Holzmöbel dazu mit einem feuchten Tuch gut abzuwischen. Ansonsten sollten sie gründlich abgewaschen werden und anschließend vollständig trocknen.

Waren die Gartenmöbel lackiert oder mit einem Anstrich versehen, der nicht auf Öl basiert, muss diese Schicht komplett abgeschliffen werden. Bestehen die Gartenmöbel aus rohem, unbehandelten Holz oder waren sie vorher schon mit einem Öl gestrichen, sind keine weiteren Vorbereitungen notwendig.

Das Auftragen der Leinöl-Lasur geht dann so:

  • Steht die Lasur schon etwas länger, sollte sie noch einmal gut durchgeschüttelt werden. Dadurch verteilen sich die Pigmente wieder gleichmäßig.

  • Nun die Lasur mit dem Pinsel in einer dünnen Schicht auf das Möbelstück auftragen. Dabei möglichst das gesamte Möbelstück in einem Arbeitsgang behandeln, damit keine sichtbaren Absätze entstehen.

  • Das Öl ins Holz einziehen lassen.

  • Sollte das Holz nach dem ersten Anstrich noch nicht gesättigt sein, eine weitere dünne Schicht auftragen. Das Ganze so oft wiederholen, bis das Holz kein Öl mehr aufnimmt. Damit der Farbton durch die Pigmente nicht zu dunkel oder intensiv wird, können die weiteren Anstriche nur mit Leinöl, ohne Farbpigmente erfolgen.

  • Überschüssiges Öl, das auf der Oberfläche stehen bleibt, mit einem weichen, nicht fusselnden Tuch entfernen.

  • Zum Schluss die ganze Oberfläche mit dem Lappen nachpolieren. Fertig!

Es dauert ein paar Tage, bis der Anstrich ganz durchgetrocknet ist. Danach erstrahlen die Gartenmöbel wieder in neuem Glanz. Damit sie optimal geschützt bleiben, sollte die Behandlung jedes Jahr vor Beginn der Gartensaison wiederholt werden. Denn die Lasur nutzt sich mit der Zeit etwas ab.

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Markus Scheuer - Tischlermeister, Mario Schwab - Holzmechaniker und Timor Arksol - Inhaber Holzhandel, Youtuberin Sevilart - Handarbeiten & Kunsthandwerk (Holz-Rohstoffe), sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

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