Richtig fräsen – Infos und Tipps, 2. Teil

Richtig fräsen – Infos und Tipps, 2. Teil

Mit der Fräse kann der Heimwerker Holz auf sehr vielfältige Art und Weise bearbeiten. So kann er beispielsweise Nuten einarbeiten, Kanten schöne Formen geben oder Bretter mit dekorativen Mustern verzieren.

Allerdings muss der Heimwerker ein paar Kleinigkeiten beachten, damit das Ergebnis so aussieht wie geplant und sowohl das Werkstück als auch seine Hände die Fräsarbeiten unbeschadet überstehen. In einem zweiteiligen Beitrag haben wir deshalb Infos und Tipps rund ums richtige Fräsen zusammengetragen.

Dabei ging es im 1. Teil darum, was Fräsen überhaupt ist, was es mit dem Gleichlauf und dem Gegenlauf auf sich hat und welches Holz sich zum Fräsen eignet.

Weiter geht es nun mit Teil 2!

 

Die verschiedenen Arten von Fräsmaschinen

Neben Holz braucht der Heimwerker natürlich auch das passende Werkzeug, wenn er fräsen möchte. Fräsmaschinen gibt es in vielen verschiedenen Varianten, wobei sich die Werkzeuge zunächst einmal in zwei große Gruppen einteilen lassen.

Die eine Gruppe bilden Holzfräser, die fest montiert sind. Meist sind solche Fräser in einen Frästisch eingebaut, der einerseits als Arbeitsunterlage dient und andererseits das gleichmäßige Bewegen des Werkstücks einfacher macht. Die zweite Gruppe bilden mobile Fräsmaschinen, die der Heimwerker von Hand über sein Werkstück führt.

Innerhalb dieser beiden Hauptgruppen finden sich dann Holzfräser in unterschiedlichen Ausführungen. Die gängigsten Fräswerkzeuge haben wir in der folgenden Übersicht aufgelistet.

 

Die Tischfräse

Wie der Name bereits andeutet, kommt eine Tischfräse mit einem Frästisch daher. Der Frästisch besteht meist aus Gusseisen oder Holz und hat in der Mitte eine kreisrunde Öffnung.

Aus dieser Öffnung ragt die Frässpindel heraus. An der Seite des Frästisches ist ein Anschlag angebracht. Daran kann das Werkstück, das bearbeitet werden soll, angelegt werden. Zusätzlich dazu können am Frästisch weitere Vorrichtungen befestigt werden, um das Werkstück für eine gute und sichere Führung einzuspannen.

Tischfräsmaschinen werden in der Holzindustrie häufig verwendet. Dabei kommen sie hautsächlich zum Einsatz, wenn Kanten bearbeitet oder verschiedene Formen, Muster und Dekore in Holzleisten und Holzbretter eingearbeitet werden sollen.

 

Die Oberfräse

Eine Oberfräse kommt ohne einen Frästisch aus, denn das Werkzeug wird von oben angesetzt. Dabei setzt sich eine Oberfräse aus der Grundplatte, dem Elektromotor, einer Spannzange und einem Fräskorb zusammen. Die Grundplatte ist der Teil des Werkzeugs, den der Heimwerker über sein Werkstück führt.

Um Kratzer und andere Spuren zu vermeiden, ist die Grundplatte auf der Unterseite deshalb meist mit einer Gleitfläche aus Kunststoff ausgerüstet, die bei Bedarf ausgewechselt werden kann. Das Fräswerkzeug wiederum wird in der Spannzange befestigt.

Typische Oberfräsen sind für die Bedienung mit einer oder mit zwei Händen konzipiert. Stationäre Oberfräsen gibt es zwar auch, sie finden sich aber vor allem in CNC-Fräsen. Einige Oberfärsen sind so gebaut, dass sie einfach über Kopf in einen Frästisch montiert werden können. Dadurch kann der Heimwerker dann wie mit einer Tischfräse arbeiten. Vor allem bei kleinen Werkstücken ist das ein großer Pluspunkt.

Oberfräsen sind sehr vielseitig einsetzbar. So können damit beispielsweise Nuten und Zinken für Holzverbindungen, Kantenprofile, Formteile und Verzierungen gefräst werden. Aus diesem Grund findet sich auch sehr oft eine Oberfräse in der Ausstattung eines ambitionierten Heimwerkers.

Dabei sind Oberfräsen für den Heimwerker im Baumarkt ab 450 Watt erhältlich. Das Gewicht dieser Werkzeuge liegt bei etwa drei Kilo. Im Unterschied dazu arbeiten professionelle Oberfräsen mit 900 bis 1.600 Watt und wiegen mit einem Gewicht von etwa acht Kilo fast dreimal so viel.

 

Die Nutfräse

Die Nutfräse ist ein handgeführtes Fräswerkzeug und erinnert optisch ein bisschen an einen Winkelschleifer (Flex). Die Gehäuseform in Kombination mit dem Fräser führt dazu, dass die Nutfräse sehr hohe Drehzahlen erreicht. Die hohen Drehzahlen sind aber auch wichtig und notwendig, damit der Heimwerker Nuten und Schattenfugen sauber ausarbeiten kann.

Je nachdem, was mit dem Fräswerkzeug gefertigt werden kann, sind unterschiedliche Bezeichnungen gebräuchlich. So wird beispielsweise von einem Nutfräser oder einem Formfederfräser gesprochen, wenn Nuten für Nut und Feder-Verbindungen gearbeitet werden.

Werden hingegen Nuten zur Aufnahme von Flachdübeln gearbeitet, ist von einem Flachdübelfräser oder einem Lamellofräser die Rede. Ein Werkzeug, das Schattenfugen herstellt, wird Schattenfugenfräser genannt.

 

Die Unterflurfräse

Die Unterflurfräse ist eng mit der Tischfräse verwandt. Der Unterschied besteht darin, dass die Frässpindel bei einer Tischfräse am seitlichen Anschlag positioniert ist, während bei einer Unterflurfräse mehrere Frässpindeln senkrecht stehend in der Frästischmitte angeordnet sind.

 

Die Kettenfräse

Die Kettenfräse gibt es als handgeführtes und als stationäres Werkzeug. Umgangssprachlich wird die Kettenfräse auch als Kettenstemmer bezeichnet. Das Besondere an der Kettenfräse ist, dass sie mit einer umlaufenden Fräskette arbeitet. Eingesetzt wird die Kettenfräse hauptsächlich, um Zapfenlöcher und Vertiefungen beispielsweise für Kastenschlösser auszuarbeiten.

 

Die CNC-Fräse

Das Kürzel CNC steht für Computerized Numerical Control und eine CNC-Fräse ist eine komplexe Maschine, die hauptsächlich in der Holzindustrie eingesetzt wird. Moderne Steuerungstechnik macht es möglich, dass die Maschine auch komplizierte Werkstücke überaus präzise anfertigen kann. Dazu wird die CNC-Maschine entsprechend programmiert und arbeitet das Programm anschließend komplett automatisch ab.

 

Richtig fräsen – 8 kurze Tipps

Das Fräsen ist eine tolle Möglichkeit, um Holz zu bearbeiten und kreative Heimwerkerprojekte umzusetzen. Damit nichts schiefgeht, sollte der Heimwerker aber die folgenden Tipps beherzigen:

  1. Der Heimwerker sollte ein Holz auswählen, das zum einen trocken ist und zum anderen möglichst wenige Astgabelungen aufweist.
  2. Der Heimwerker sollte sein Werkstück in seine Hobelbank einspannen oder mit Zwingen auf der Arbeitsfläche befestigen. Um Druckspuren zu vermeiden, kann er Resthölzer dazwischenlegen. Vor allem bei einem kleinen Werkstück ist sehr wichtig, dass es sicher eingespannt ist. Andernfalls kann sich der Heimwerker schnell böse Verletzungen an den Händen zuziehen.
  3. Möchte der Heimwerker gerade Kanten herstellen, sollte er einen Parallelanschlag als Führungshilfe verwenden. Für gleichmäßige Rundungen ist der Fräszirkel ein bewährtes Hilfsmittel.
  4. Die gewünschte Frästiefe kann eingestellt werden. Möchte der Heimwerker tiefe Nuten oder Schlitze fräsen, sollte er das aber in mehreren Arbeitsgängen tun. Dadurch schont er nämlich seinen Fräser.
  5. An den Stellen, an denen das Holz bearbeitet wird, entwickeln sich schnell hohe Temperaturen. Die Folge davon wiederum können unschöne Brandspuren sein. Wichtig ist deshalb, dass der Heimwerker die Drehzahl auf die Größe des Fräsers und auf das verwendete Holz abstimmt. Außerdem lassen sich Brandspuren vermeiden, wenn die Schnittgeschwindigkeit hoch genug gewählt wird.
  6. Ein stumpfer Fräser kann Ausrisse verursachen und die Holzoberfläche verbrennen. Deshalb sollte der Heimwerker nur mit scharfen Fräsköpfen arbeiten.
  7. Der Vorschub spielt beim Fräsen eine wichtige Rolle. Dabei gelten für die Richtung beim Fräsen folgende Grundregeln: Mit der Handfräse werden Außenkanten gegen den Uhrzeigersinn und Innenkanten im Uhrzeigersinn gefräst. Bei der Tischfräse ist die Vorschubrichtung von rechts nach links. Es sei denn, die Drehrichtung des Fräskopfes kann individuell eingestellt werden. In diesem Fall richtet sich die Vorschubrichtung nach der Drehrichtung des Fräskopfes.
  8. Beim Fräsen entsteht Holzstaub. Hat die Fräse eine Absaugung, die für Holzstaub geeignet ist, sollte der Heimwerker sie einschalten. Ansonsten sollte er eine Staubmaske aufsetzen, um zu verhindern, dass er den Holzstaub einatmet.

Mehr Anleitungen, Tipps und Ratgeber:

Thema: Richtig fräsen – Infos und Tipps, 2. Teil

Teilen:

Kommentar verfassen