Richtig fräsen – Infos und Tipps, Teil 1

Richtig fräsen – Infos und Tipps, Teil 1

Ob Holzverbindungen, Kantenprofile oder dekorative Formteile: Die Fräse lässt sich sehr vielseitig verwenden und ermöglicht dem Heimwerker, seine Ideen kreativ umzusetzen.

Doch damit das Ergebnis am Ende tatsächlich so aussieht wie gewünscht und weder die Hände des Heimwerkers noch das hölzerne Werkstück Schaden nehmen, müssen ein paar Dinge beachtet werden. In einem zweiteiligen Beitrag haben wir einige Infos und Tipps zum Thema “Richtig fräsen” zusammengestellt.

Hier ist Teil 1!

 

Was heißt Fräsen überhaupt?

Wie beim Hobeln und beim Drehen handelt es sich auch beim Fräsen um eine spanende Form der Holzbearbeitung. Eingesetzt wird das Fräsen, um Werkstücke mit einer bestimmten Geometrie herzustellen. Typische Einsatzbereiche sind der Möbelbau, der Modellbau, die Architektur, aber auch andere Holzarbeiten wie Schilder und Holzspielzeug.

Beim Fräsen dreht sich ein Fräskopf mit einer hohen Geschwindigkeit um seine eigene Achse. Und je nach Maschine wird dann entweder der Fräser über das Werkstück geführt oder das Bauteil aus Holz wird über den Fräser bewegt. Dabei schneidet der Fräskopf in das Holz ein und trägt es ab.

Dadurch entstehen ebene Oberflächen, beispielsweise in Form von Nuten oder Falzen. Früher wurde meist mit dem Hobel gearbeitet, um solche Oberflächen herzustellen. Heute gibt es moderne Fräsmaschinen, die Holz in die verschiedensten Formen bringen können.

 

Was bedeuten die Begriffe Gleichlauf und Gegenlauf?

Beim Fräsen wird zwischen dem Gleichlauf und dem Gegenlauf unterschieden. Maßgeblich für die Unterscheidung sind die Vorschubrichtung und die Drehrichtung des Fräskopfes:

  • Beim Gleichlauf sind die Vorschubrichtung und die Drehrichtung des Fräskopfes gleich. Weil das Werkstück dabei vom Fräser angeschoben wird, ist der Bearbeitungsvorgang für den Heimwerker schwerer zu kontrollieren. Arbeitet der Heimwerker mit einer Tischfräse, kann es beim Fräsen im Gleichlauf passieren, dass sein Werkstück weggeschleudert wird. Beim Fräsen im Gleichlauf mit einer Oberfräse hingegen kann es zu einem Rückschlag der Fräsmaschine kommen.
  • Beim Gegenlauf dreht sich der Fräskopf entgegen der Vorschubrichtung. Dabei wird das Werkzeug entgegengesetzt zur Fräsrichtung geschoben. Aus diesem Grund kann der Heimwerker die Geschwindigkeit selbst bestimmen und damit den gesamten Bearbeitungsvorgang gut kontrollieren.

Zur Verdeutlichung hier eine Grafik: [Fräsen]

Je nachdem, wie groß der Fräser ist und wie viel Holz bei einem Durchgang abgenommen wird, machen sich die Kräfte des Gleichlaufs unterschiedlich stark bemerkbar. Grundsätzlich gilt dabei, dass die Gefahr mit zunehmender Fräsergröße und Materialmenge steigt.

Professionelle Schreiner und Zimmerleute arbeiten zwar gelegentlich mit dem Gleichlauf. Denn der Gleichlauf ermöglicht eine Fräsung ohne Ausrisse. Dazu fräsen sie das Werkstück meist im Gleichlauf vor und arbeiten es anschließend im Gegenlauf nach. Fräsungen ohne Ausrisse lassen sich aber auch auf andere Art und Weise bewerkstelligen.

Der Heimwerker sollte es grundsätzlich beim Fräsen im Gegenlauf belassen. Denn ohne Fachkenntnisse und Erfahrung ist das Fräsen im Gleichlauf für den Laien einfach viel zu gefährlich.

 

Welches Holz eignet sich zum Fräsen?

Prinzipiell eignet sich so gut wie jede Holzart zum Fräsen. Ob der Heimwerker ein weiches Holz wie etwa Fichte oder Balsaholz oder ein hartes Holz wie beispielsweise Eiche, Buche oder Teak mit seiner Fräsmaschine bearbeiten will, spielt also zunächst einmal keine Rolle. Allerdings gibt es ein paar Kleinigkeiten, die der Heimwerker beim Fräsen beachten sollte:

  • Werkstücke aus weichem Holz können leichter brechen. Aus diesem Grund sollte der Heimwerker beim Einspannen behutsamer vorgehen. Werkstücke aus Hartholz hingegen sind robuster. Sie kann der Heimwerker deshalb ruhig fest einspannen.
  • Hartholz lässt sich insgesamt leichter fräsen. Allerdings wird der Fräskopf auch sehr viel stärker beansprucht als beim Fräsen von Weichholz. Bearbeitet der Heimwerker Hartholz, muss er unbedingt darauf achten, dass sein Fräskopf scharf ist. Ein stumpfer Fräskopf führt nicht nur zu einem unsauberen Ergebnis. Stattdessen kann es schnell passieren, dass die Schnittkante ausreißt oder verbrennt.
  • Fräst der Heimwerker Weichholz, muss er unbedingt darauf achten, dass sich sein Fräskopf schnell genug dreht, während die Vorschubgeschwindigkeit gleichzeitig eher gering ist. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich der Fräskopf verkantet. Wenn das passiert, muss der Heimwerker sein Werkstück umspannen und von der anderen Richtung aus noch einmal fräsen.

Ansonsten gilt generell, dass das Holz möglicht wenig Astlöcher aufweisen sollte. Denn Astlöcher sind meistens härter als das Holz selbst und könnten deshalb den Fräskopf beschädigen. Außerdem könnten sich die Astlöcher im Zuge der Bearbeitung aus dem Holz lösen. Die Folge davon wären unschöne Löcher im Werkstück. Daneben muss das Holz trocken sein. Feuchtes Holz eignet sich nicht zum Fräsen.

Im 2. Teil geht es mit den verschiedenen Arten von Fräsmaschinen und Tipps zum Fräsen weiter.

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