Wie umweltfreundlich ist Heizen mit Brennholz?

Wie umweltfreundlich ist Heizen mit Brennholz?

Das Thema Umwelt- und Klimaschutz spielt auch mit Blick aufs Heizen eine Rolle. Während Kohle und Öl als Heizstoffe zunehmend kritisch gesehen werden, gilt Holz als umweltfreundlicher Brennstoff.

Wie umweltfreundlich ist Heizen mit Brennholz

Vor allem wenn der nachwachsende Rohstoff aus der eigenen Region kommt, hat er eine gute Umweltbilanz. In rund jedem vierten Haushalt in Deutschland wird mit Holz geheizt.

Nur: Wie umweltfreundlich ist das Heizen mit Brennholz wirklich?

Moderne Technik ist ein Muss

Wenn Holz verbrennt, wird nur die CO2-Menge freigesetzt, die das Holz im Laufe seines Lebens gebunden hat. CO2 ist deshalb kein großes Problem. Anders sieht es da schon mit dem Feinstaub aus, der bei der Verbrennung von Holz entsteht.

Das Umweltbundesamt schätzt, dass die Menge an Feinstaub, die die Holzöfen produzieren, größer ist als die Feinstaubbelastung, die alle Autos und LKWs zusammen verursachen. Aus diesem Grund gelten inzwischen strenge Emissionsgrenzwerte.

Neue, moderne Holzöfen halten die strengen Grenzwerte für Kohlenmonoxid und Feinstaub in aller Regel ein. Bei alten Öfen ist das hingegen oft nicht der Fall.

Deshalb sehen die Regelungen schon seit einigen Jahren vor, dass ältere Modelle, die die Grenzwerte überschreiten, entweder ausgetauscht oder mit einem Staub- und Partikelfilter nachgerüstet werden müssen.

Ausnahmen gelten für Holzöfen, die die alleinige Heizung in einem Haus oder einer Wohnung bilden. Ebenso wie historische Öfen und handwerklich installierte Grundöfen müssen sie nachträglich nicht mit Filtern ausgestattet werden.

Auch offene Kamine sind von einer Nachrüstung ausgenommen. Bei einem offenen Kamin geht es aber meist auch nicht um die Funktion als Heizung, denn die Wärmespeicherung hier ist gering.

Im Vordergrund steht vielmehr die wohnliche Atmosphäre mit dem knisternden Feuer. Nach einer Verordnung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ist der Betrieb eines offenen Kamins aber nur gelegentlich erlaubt.

Der richtige Ansprechpartner für weitere Fragen ist der örtliche Schornsteinfeger, ein Energieberater oder ein Kaminbauer. Er kennt die Vorschriften und kann zu einer Nachrüstung oder einem Umbau beraten.

Das richtige Heizen ist entscheidend

Was die Umweltverträglichkeit und die Nachhaltigkeit angeht, belegt eine moderne Holz-Feuerstelle klar den ersten Platz. Voraussetzung ist aber, dass es sich um einen modernen Holzofen handelt und die Holzheizung richtig betrieben wird. Außerdem sollte das Brennholz aus der Region kommen und aus einer nachhaltig betriebenen Forstwirtschaft stammen.

Zum richtigen Heizen gehört dann auch, das Brennholz lange genug trocknen zu lassen. Erst wenn der Wasseranteil im Holz auf 15 bis 20 Prozent gesunken ist, ist ein schafstoffarmes Heizen möglich.

Außerdem erzielt nur trockenes Holz vernünftige Brennwerte und damit die gewünschte Wärmewirkung. Das Feuer wiederum sollte immer von oben nach unten abbrennen.

Und: Sperrholz, altes Bauholz, lackierte Hölzer, Möbel oder andere Materialien wie Kunststoff haben in einer Holzheizung nichts verloren. Als Heizmaterial eignet sich ausschließlich unbelastetes, ausreichend abgelagertes Holz.

Die Dimension muss stimmen

Wer über den Einbau eines Holzofens nachdenkt, kann sich bei der Auswahl eines Modells an den Energieeffizienzklassen orientieren. Sie gibt es nämlich nicht nur für Elektrogeräte, sondern auch für Holzöfen.

Dabei steht die Energieeffizienzklasse A+ für einen sparsamen Holzofen auf dem neuesten Stand der Technik. Die noch höhere Klasse A++ erreichen bislang nur Pellet-Öfen.

Doch mindestens genauso wichtig ist die richtige Dimension. Früher, als die Auswahl eher überschaubar war, waren Holzöfen oft überdimensioniert. Soll eine neue Holzheizung eingebaut oder ein bestehender Holzofen ausgetauscht oder umgerüstet werden, ist wichtig, die Größe und Leistungsfähigkeit des Ofens auf den Wohnraum abzustimmen.

Sinnvoll ist außerdem, die Wärmedämmung des Gebäudes in Verbindung mit der Nutzung einer Holzheizung zu berücksichtigen. Auch hier kann der Kaminfeger oder Energieberater wieder die notwendigen Auskünfte erteilen und entsprechend beraten.

Eine reine Holzheizung will gut durchdacht sein

Bevor sich der Hausherr dafür entscheidet, komplett mit Brennholz zu heizen, sollte er einige Punkte bedenken. So wird für die Holzheizung zunächst einmal Brennholz als Heizmaterial benötigt. Dieses muss nicht nur besorgt, sondern auch gelagert werden. Dafür ist entsprechend Platz erforderlich.

Außerdem muss bei einer reinen Holzheizung regelmäßig Brennmaterial nachgelegt werden. Anders als eine Öl- oder Gasheizung genügt es nicht, nur einen Knopf zu drücken und die Heizung dann im Dauerbetrieb laufen zu lassen.

Ist der Hausherr längere Zeit nicht da und gibt es niemanden, der Holz auflegen kann, geht die Holzheizung aus. Und selbst große Pufferspeicher stoßen irgendwann an ihre Grenzen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass eine Holzheizung regelmäßig gewartet werden muss. Dabei reinigt der Schornsteinfeger eine Holz-Feuerstätte nicht nur in kürzen Intervallen, sondern führt in gleichmäßigen Abständen auch Messungen durch.

Dadurch ist zwar gewährleistet, dass die Holzheizung sicher betrieben werden kann und die Grenzwerte nicht überschritten werden. Aber diese Maßnahmen verursachen eben auch Kosten. Zudem muss der Hausherr selbst regelmäßig zu Schaufel und Besen greifen. Denn wenn der Holzofen voller Staub und Aschereste ist, brennt er irgendwann nicht mehr.

Geht es dem Hausherrn in erster Linie um die Wohlfühlatmosphäre und möchte er den Kaminofen nur gelegentlich am Wochenende oder für wenige Stunden am Abend betreiben, kann ein kleiner Schwedenofen als Ergänzung zur bestehenden Heizung eine gute Alternative zu einer reinen Holzheizung sein.

Ein Gaskamin als Alternativlösung

Der Einbau eines Gaskamins kann ebenfalls eine Überlegung wert sein. Denn ein Gaskamin produziert so gut wie keinen Feinstaub. Hinzu kommt, dass keine Gefahr besteht, dass sich die Nachbarn vom Rauch oder den Gerüchen einer Holzheizung gestört fühlen.

Allerdings sind die teils sehr langen Lieferwege des Gases ein Schwachpunkt. Denn bis das Gas vor Ort ist, hat die Umweltbilanz spürbar gelitten.

Was die Emissionen und die Nachhaltigkeit angeht, liegt das Heizen mit regionalem Brennholz in einem modernen Ofen dann doch wieder vorne.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Wie umweltfreundlich ist Heizen mit Brennholz?

Anzeige
Redaktion
Twitter

Veröffentlicht von

Redaktion

Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

Kommentar verfassen