Holzständerbauweise – Pro & Contra

Holzständerbauweise – Pro & Contra

Die Holzständerbauweise ist eine Möglichkeit, wie ein Haus errichtet werden kann. In den USA ist diese Bauweise sehr weit verbreitet, doch auch in Europa erfreut sie sich zunehmend großer Beliebtheit.

Wenn von einem Holzhaus die Rede ist, so können damit verschiedene Häusertypen gemeint sein. Eine Variante davon ist das Blockhaus, das aus Baumstämmen besteht, die übereinander gestapelt sind. Eine andere Variante ist das Fachwerkhaus.

Hier bildet ein Fachwerk aus Holzbalken das tragende Gerüst, während die Zwischenräume ausgemauert oder mit anderen Baustoffen ausgefüllt werden. Und dann gibt es noch das Holzhaus in Ständerbauweise. Es besteht aus einem Ständerwerk aus Holzbalken, das gedämmt und verschalt wird. Verglichen mit anderen Bauweisen, bietet die Holzständerbauweise eine Reihe von Vorteilen. Aber es gibt auch ein paar Nachteile. Welche das sind?

Hier ein Pro & Contra zur Holzständerbauweise!

 

Die Vorteile der Holzständerbauweise

Bei einem Haus, das in Holzständerbauweise errichtet ist, bildet ein Ständerwerk aus Holzbalken das tragende Gerüst. Das Holzständerwerk wird mit einem Isoliermaterial als Dämmung ausgefüllt und anschließend mit Spannplatten verschalt. Diese Bauweise bietet folgende Vorteile:

 

Schneller Aufbau

In den USA werden Häuser in der Holzständerbauweise oft direkt vor Ort errichtet. Im Unterschied dazu werden die Häuser hierzulande meist in der Fabrik vorgefertigt. Dabei werden häufig schon im Werk die elektrischen Leitungen samt Steckdosen und Lichtschaltern sowie die Rohre für die Wasser- und die Heizungsinstallation in die einzelnen Module eingebaut. Auch die Fenster und die Türen sind bereits montiert. Die Module werden fertig verputzt zur Baustelle geliefert und müssen vor Ort dann nur noch aufgestellt und miteinander verbunden werden. Dadurch geht der Aufbau des Hauses sehr schnell.

 

Keine Trocknungszeiten

Wird ein Haus massiv errichtet, kommen neben den Grundmaterialien Baustoffe wie Beton, Estrich, Mörtel oder Putz zum Einsatz. Diese Baustoffe enthalten Feuchtigkeit, die jeweils ausdampfen muss, bevor der Bau weitergehen kann. Im Unterschied dazu werden bei der Holzständerbauweise überwiegend trockene Baustoffe verarbeitet. Zudem werden die einzelnen Module schon in der Fabrik vorgefertigt und vor Ort nur noch aufgestellt. Längere Trocknungszeiten fallen weg. Ist das Haus aufgebaut, ist es im Prinzip bezugsfertig.

 

Gute Wärmedämmung

Holz als Baustoff verfügt nicht nur über gute statische Eigenschaften, sondern kann auch in Sachen Wärmedämmung punkten. Durch die Holzbalken im Ständerwerk entstehen deshalb keine Wärmebrücken. Vielmehr tragen die Holzbalken selbst zum Wärmeschutz bei. Zusammen mit dem Isoliermaterial zwischen den Holzbalken und der Verschalung aus Holzplatten ergibt sich bei einem Haus in Holzständerbauweise eine sehr gute Wärmedämmung.

 

Individuelle Gestaltbarkeit

Holz kommt mit einer Belastung auf Zug genauso gut zurecht wie mit einer Belastung auf Druck. Außerdem trägt sich jedes Modul eines Hauses in Holzständerbauweise praktisch selbst. Dadurch eröffnen sich viele Möglichkeiten, um das Haus individuell zu gestalten und eigene Ideen umzusetzen, ohne dass die Kosten dabei explodieren. Vor allem was die Fensterflächen angeht, kann der Bauherr aus den Vollen schöpfen. Denn durch das Ständerwerk als tragende Konstruktion können die Fenster sehr großzügig bemessen sein. Helle und Licht durchflutete Räume sind also bei einem Haus in Holzständerbauweise überhaupt kein Problem.

 

Geringere Kosten

Ein Haus in Holzständerbauweise ist aus Holzbalken, Dämmmaterial und Spanplatten gebaut. Die Materialkosten sind dadurch deutlich niedriger als bei einem Haus mit gemauerten oder Betonwänden. Außerdem ist die Wärmedämmung bereits in die Wände integriert. Im Unterschied dazu müssen Mauerwerk oder Betonwände zusätzlich gedämmt werden.

Bei den meisten Herstellern kann der Bauherr wählen, ob er sein Haus schlüsselfertig haben oder den Innenausbau selbst übernehmen möchte. Entscheidet sich der Bauherr für die Ausbau-Variante, kann er viele Arbeiten selbst durchführen und durch die Eigenleistung weitere Kosten einsparen.

 

Die Nachteile der Holzständerbauweise

Allerdings bietet die Holzständerbauweise nicht nur Vorteile. Die Minuspunkte dieser Bauart sind folgende:

 

Geringere Stabilität

Im Unterschied zu einem Haus aus Mauerwerk oder Beton kann ein Haus in Holzständerbauweise nicht allzu hoch gebaut werden. Die Statik erlaubt maximal drei Etagen, wobei das oberste Stockwerk nur als Dachwohnung möglich ist. Was den Erdbebenschutz angeht, herrscht Uneinigkeit. Denn einerseits kann ein Haus in Holzständerbauweise längst nicht so große Kräfte von außen aufnehmen wie ein Massivhaus.

Andererseits reagiert Holz elastischer und kann die Erdstöße deshalb in gewissem Umfang kompensieren, indem es mitschwingt. Kommt es aber zu einem massiven Unwetter, beispielsweise einem Tornado, ist ein Haus in Holzständerbauweise einem Massivhaus deutlich unterlegen.

 

Niedrigerer Schallschutz

Verglichen mit der Massivbauweise, lässt die Holzständerbauweise ein Haus insgesamt hellhöriger sein. Dennoch hat sich in Sachen Schallschutz viel getan. So wird heute mit dichterem Dämmmaterial, hochwertigen Spanplatten und dickeren Putzschichten gearbeitet. Dies führt im Ergebnis zu einem deutlich verbesserten Schallschutz, so dass ein Haus in Holzständerbauweise auch in einem dicht besiedelten Gebiet mit hohem Verkehrsaufkommen gut stehen kann.

 

Kürzere Lebensdauer

Holz ist ein Naturwerkstoff, der auch nach dem Einbau weiterarbeitet und trotz guter Pflege nicht ewig hält. Gemauerte und betonierte Wände arbeiten zwar ebenfalls, aber eben nicht so stark wie Holz. Was die Haltbarkeit angeht, haben die Hersteller in der Vergangenheit deutlich nachgebessert.

Während früher Fertighäuser nach spätestens 30 Jahren unbewohnbar wurden, wird die Lebensdauer heute mit 100 Jahren angegeben. Ob sich dieses Versprechen bewahrheitet, wird die Zukunft zeigen müssen. Mögliche Schwachstellen im Blick zu behalten, ist bei einem Haus in Holzständerbauweise Pflicht. Allerdings ist das bei einem Massivhaus letztlich auch nicht anders.

 

Brandrisiko

Das Holz, das für ein Haus in Holzständerbauweise verarbeitet wird, wird im Werk imprägniert. Dieser Schutz hemmt zwar das Entstehen und die Ausbreitung eines Feuers, kann einen Brand aber nicht verhindern. Genau hier liegt jedoch das Problem.

Denn selbst wenn ein brennendes Holzhaus erfolgreich gelöscht werden konnte, ist es meist nicht mehr zu retten und muss abgerissen werden. Grundsätzlich ist das Brandrisiko bei einem Holzhaus aber nicht höher als bei einem Massivhaus. Modern konstruierte Wände und Werkstoffe mit Flammen hemmender Wirkung haben dazu geführt, dass die Brandschutzversicherungen ein Haus in Holzständerbauweise genauso behandeln wie ein Massivhaus.

 

Fazit zur Holzständerbauweise

Die Holzständerbauweise hat nach wie vor mit Vorurteilen zu kämpfen. Die geringeren Kosten, die deutlich kürzere Bauzeit, die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten und die hervorragende Wärmedämmung, die mit Einsparungen bei den Energiekosten einhergeht, sind aber Vorteile, die klar für diese Bauweise sprechen.

Auch bei den früheren Schwachstellen, etwa der Lebensdauer, dem Schallschutz oder dem Brandrisiko, wurde enorm nachgebessert. Ein Haus in Holzständerbauweise kann somit eine interessante Alternative sein, die der Bauherr zumindest einmal in Betracht ziehen sollte.

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