Anleitung für ein Schwedenfeuer

Anleitung für ein Schwedenfeuer

Ein Stück Baumstamm und eine Säge: Viel mehr braucht es nicht, um ein rustikal-romantisches Schwedenfeuer anzufertigen.

Wenn die Tage kühler und die Nächte länger werden, geht die Gartenzeit allmählich zu Ende. Doch das heißt nicht, dass sich das Leben nun nur noch in der Wohnung abspielen muss.

Denn gerade im Herbst und im Winter lassen sich draußen herrlich romantische und gemütliche Feste feiern. Und ein Element, das dabei nicht fehlen sollte, ist ein Schwedenfeuer.

Ein Schwedenfeuer ist ein toller Blickfang, eine wunderschöne Lichtquelle und eine kuschelige Wärmequelle in einem. Hierzulande ist das Schwedenfeuer auch unter dem Namen Baumfackel bekannt. Und wie der Heimwerker mit wenig Aufwand eigene Schwedenfeuer herstellen kann, erklärt die folgende Anleitung.

 

Die Materialien für ein Schwedenfeuer

Das wichtigste Utensil für das Schwedenfeuer ist ein Stück Baumstamm. Dieser sollte einen Durchmesser irgendwo zwischen 20 und 50 cm haben und zwischen etwa 30 und 100 cm hoch sein. Optimal ist ein Laubholz, denn hier sind die Flammenentwicklung und der Funkenflug geringer als bei einem Nadelholz. Ist das Holz jung und noch feucht, brennt das Schwedenfeuer länger.

Allerdings entwickelt sich mehr Rauch. Bei einem alten und trockenen Holz ist die Brenndauer kürzer, dafür qualmt es weniger.

Um den Baumstamm bearbeiten zu können, wird eine Säge benötigt. Die beste und bequemste Lösung hierbei ist eine Kettensäge. Wer keine Kettensäge hat oder verwenden möchte, kann zu einem Fuchsschwanz oder einer anderen Säge greifen. Allerdings dauert die Herstellung des Schwedenfeuers dann länger und ist wesentlich kraftaufwändiger.

Eine andere Möglichkeit ist, kein Schnittmuster in den Baumstamm zu arbeiten, sondern das Holz mit einem Loch auszustatten. Dafür wird dann anstelle der Säge eine Bohrmaschine mit einem langen und sehr dicken Bohrer benötigt. Noch besser wären ein Forstner-, ein Fräs- oder ein Schalungsbohrer.

Da die Sicherheit vorgeht, sind Handschuhe, festes Schuhwerk und eine vernünftige Arbeitskleidung Pflicht. Eine Schutzbrille und ein Gehörschutz sollten beim Arbeiten mit der Kettensäge ebenfalls vorhanden sein.

Als letzten Punkt auf der Materialliste wird etwas zum späteren Anzünden des Schwedenfeuers benötigt. Hierfür bieten sich Eierschachteln, Zeitungspapier oder Grillanzünder an. Hinzu kommen lange Streichhölzer oder ein Stabfeuerzeug. Auf flüssigen Anzünder sollte der Heimwerker verzichten. Denn flüssiger Anzünder kann sich unkontrolliert verbreiten und die flüchtigen Gase sind hoch entzündlich.

 

Die Anleitung für ein Schwedenfeuer

Stehen der Baumstamm und die Werkzeuge bereit, kann die Herstellung des Schwedenfeuers beginnen. Dazu arbeitet der Heimwerker ein Schnittmuster in den Baumstamm ein. Wichtig dabei ist aber, dass die Schnitte etwa 15 cm vor dem unteren Ende des Baumstammes aufhören. Der Baumstamm wird also nicht komplett durchgesägt. Stattdessen bleibt der untere Bereich ganz. Dieser Sockel ist notwendig, damit der Holzklotz nicht auseinanderfällt und das Schwedenfeuer einen guten, stabilen Stand hat.

Was das Schnittmuster angeht, hat der Heimwerker mehrere Möglichkeiten. Der traditionelle und zugleich einfachste Schnitt ist der Kreuzschnitt. Hierbei werden zwei Schnitte in den Baumstamm gearbeitet, die jeweils mittig durch den Baumstamm und im rechten Winkel zueinander verlaufen. Ist der Baumstamm recht dick, kann der Heimwerker ein doppeltes Kreuz einarbeiten. Eine andere Möglichkeit ist ein Sternschnitt.

Dafür setzt der Heimwerker Schnitte, die den Baumstamm wie einen Kuchen in gleichmäßige Abschnitte aufteilen. Die Anzahl der Kuchenstücke sollte aber immer ungerade sein und alle Schnitte sollten in der Baumstammmitte zusammenlaufen. Daneben kann der Heimwerker ein Rautenmuster in den Baumstamm einarbeiten. Dazu teilt er den Baumstamm durch zwei senkrechte und zwei waagerechte Schnitte in neun gleichmäßige Felder auf.

Hier eine Grafik, die die Schnittmuster verdeutlicht: [Schwedenfeuer]

Ist der Heimwerker im Umgang mit der Kettensäge nicht ganz so geübt oder möchte er kein Schnittmuster arbeiten, gibt es noch eine andere Möglichkeit. Dabei macht sich der Heimwerker das Prinzip des Hochofens zunutze, indem er ein waagerechtes und ein senkrechtes Loch in den Baumstamm bohrt. Dazu legt der Heimwerker den Baumstamm erst vor sich hin und fixiert ihn sicher, damit der Baumstamm nicht wegrutscht.

Mit einem langen und dicken Bohrer fräst der Heimwerker nun in einer Höhe von mindestens 15 cm ein Loch in den Baumstamm. Dieses Loch sollte bis zur Mitte des Baumstamms führen. Dann stellt der Heimwerker den Baumstamm auf und bohrt mittig von oben in den Baumstamm, bis er auf die untere Bohrung trifft. Beim Bohren der Löcher sollte der Heimwerker den Bohrer zwischendurch immer wieder herausziehen, um die Bohrspäne zu entfernen und zu kontrollieren, wie weit er schon ist.

 

Das Anzünden des Schwedenfeuers

Ist das Schwedenfeuer fertig, wird es am gewünschten Ort aufgestellt. Wichtig dabei ist, auf einen stabilen und festen Stand zu achten. Dazu kann die Baumfackel beispielsweise aufgestellt und mit großen Steinen umrandet werden. Eine andere Möglichkeit ist, das Schwedenfeder in einem großen Eimer mit Sand zu positionieren.

Je nach Größe des Baustamms kann auch ein Christbaumständer gute Dienste leisten. Um das Schwedenfeuer zu entzünden, wird das Anzündmaterial unten in die Einschnitte im Baumstamm gesteckt, zur Baumstammmitte geschoben und angezündet. Das Feuer breitet sich so allmählich aus und das Schwedenfeuer brennt von innen nach außen und von unten nach oben ab.

Aus Sicherheitsgründen darf das Schwedenfeuer natürlich nie unbeaufsichtigt bleiben. Außerdem sollten ein Eimer mit Löschwasser, der angeschlossene Wasserschlauch oder ein Feuerlöscher bereitstehen.

Wie lange das Schwedenfeuer brennt, hängt von der Größe, dem Holz und den Witterungsverhältnissen ab. Außerdem spielt eine große Rolle, wie viel Luft das Feuer bekommt. Insgesamt sollte der Heimwerker aber mehrere Stunden einkalkulieren. Zumal er das abgebrannte Schwedenfeuer später noch endgültig ablöschen und die abgekühlte Asche entsorgen muss.

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