9 Punkte rund um den Holz-Hausbau

9 Punkte rund um den Holz-Hausbau

Holzhäuser werden immer beliebter. Ein verändertes Umweltbewusstsein spielt dabei sicher eine Rolle. Viele Menschen schätzen außerdem die Natürlichkeit und möchten in einer gesunden Wohnumgebung leben. Doch der nachwachsende Rohstoff stößt nicht bei allen Bauherren auf Begeisterung. Sie bevorzugen die massive Bauweise mit Stein oder Beton. Doch wie schneiden Holzhäuser eigentlich ab? Sind sie besser oder schlechter als ihr Ruf?

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9 Punkte rund um den Holz-Hausbau

Wir haben uns neun Punkte rund um den Holz-Hausbau näher angeschaut:

  1. Das Image

Das Ansehen und auch die Verbreitung einer bestimmten Bauweise sind regional sehr verschieden. Oft wird ein Baustoff bevorzugt, während sich gegenüber anderen Baustoffen Vorurteile halten.

In Regionen, in denen nur selten Holzhäuser zu sehen sind, ist das Image häufig nicht besonders gut. Mauerwerk und Beton gelten als hochwertiger und langlebiger, Holzbauten hingegen werden eher mit Gartenhäuschen, Geräteschuppen oder bestenfalls noch Ferienhäusern in Verbindung gebracht.

Doch im Holz-Hausbau hat sich einiges getan. Die Zeiten, in denen sich die Auswahl auf Blockhäuser beschränkte, sind längst vorbei. Inzwischen werden die verschiedensten Häuser aus Holz gebaut, angefangen beim sehr geradlinigen und puristischen Bungalow bis hin zur chicen Villa. Und manchmal ist auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen, dass es sich um ein Holzhaus handelt.

  1. Ökologische Aspekte

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und bindet CO2. Am Ende seines Lebenszyklus kann Holz oft direkt wiederverwertet und insgesamt oft besser recycelt werden als andere Baustoffe.

Aus dem Wunsch heraus, gesund und möglichst ohne Schadstoffe zu wohnen, achten viele Bauherren hauptsächlich bei der Gestaltung der Innenräume auf die Ökologie. Bei der Bauweise spielt dieser Faktor seltener eine ausschlaggebende Rolle.

Dabei sollte ein gesundes und nachhaltiges Wohnumfeld längst selbstverständlich sein, und das in allen Bereichen der Baustelle und unabhängig vom verwendeten Material.

  1. Baurechtliche Anforderungen

Den Auflagen zum Brand- und Schallschutz muss jedes Gebäude gerecht werden und die Behörden überwachen die Einhaltung der Vorgaben genau. Das Risiko, dass ein Holzhaus abbrennt oder eine unangenehme Geräuschkulisse hat, ist deshalb nicht größer oder kleiner als bei einem Haus in massiver Bauweise.

Allerdings sind die Brand- und Schallschutzvorgaben bei einem Haus aus Stein oder Beton insgesamt leichter einzuhalten. Das gilt vor allem für sehr große Häuser. Große Bauten wie zum Beispiel Mehrfamilienhäuser werden in Deutschland deshalb meist in einer Hybridbauweise errichtet.

Dabei bestehen das Fundament und der Kern samt Treppenhaus dann aus Stein und Beton und die übrige Konstruktion inklusive der tragenden Teile aus Holz. Die Hybridbauweise kann auch eine gute Lösung sein, wenn ein Holzhaus in steiler Hanglage errichtet werden soll.

  1. Die Bauzeit

Eine Baustelle für ein Holzhaus lässt sich recht einfach einrichten. In der Zimmerei werden ganze Wandstücke mit Aussparungen für die Fenster und Türen oder gleich mit eingesetzten Fenstern vorgefertigt und auf der Baustelle dann auf der vorbereiteten Bodenplatte montiert.

Der Rohbau ist dadurch im Schnitt nach einer Woche fertig und es kann direkt mit der Fassade und dem Innenausbau weitergehen.

In der massiven Bauweise dauert es länger und die Abläufe sind weniger gut planbar. Denn die Wände werden vor Ort aus Steinen gemauert, was Zeit in Anspruch nimmt. Auch gegossener Beton muss erst aushärten.

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  1. Das Fundament

Unabhängig von der Bauweise bildet meist eine Bodenplatte aus Beton das Fundament eines Hauses. Ein Holzhaus kann aber auch auf Punkt- oder Streifenfundamenten stehen. In diesem Fall müssen die Schwellen und die aufgelegte Bodenplatte gut vor Feuchtigkeit geschützt sein.

Möchte der Bauherr nicht auf einen Keller verzichten, ist er mit einem Haus aus Mauerwerk oder Beton besser beraten. Denn der Rohbau ist ein großer Kostenfaktor beim Hausbau.

Daher sollte er möglichst von einer Firma erledigt werden. Soll über dem Keller ein Holzhaus stehen, braucht der Hausherr aber in aller Regel schon zwei Firmen nur für den Rohbau. Das lässt das Bauvorhaben teuer werden.

  1. Die Gestaltungsmöglichkeiten

Was die Gestaltung angeht, bieten alle Bauweisen viel Freiheit. Im Holzrahmenbau bildet zwar das Rastermaß von 62,5 Zentimetern die Grundlage. Dieser Standard vereinfacht die Planung, beschleunigt die Vorfertigung der Bauteile und senkt die Kosten. Doch der Bauherr kann natürlich vom Standard-Raster abweichen.

Außerdem gibt es auch bei der massiven Bauweise Standards. Ein Ziegelstein für das Mauerwerk zum Beispiel hat ebenso eine bestimmte Größe und gibt damit gewissermaßen vor, welche Abmessungen ein Haus haben wird.

Von außen muss dem Haus die Bauweise nicht anzusehen sein. Sowohl im Holz-Hausbau als auch in der massiven Bauweise kann die Fassade mit den verschiedensten Materialien gestaltet werden. Holzpaneele, Putz, Stein oder Metall sind beispielsweise möglich.

  1. Die Dämmung

Ein Haus aus massivem Mauerwerk kann genauso gut gedämmt werden wie ein Holzhaus. Allerdings kommt ein Holzrahmenbau mit dünneren Wänden aus. Werden die Fächer der Holzrahmen mit Zellulose, Schafwolle oder auch Stroh ausgefüllt, ist ein guter Wärmeschutz schon ab einer Wandstärke von 20 Zentimetern gegeben.

Oft haben Holzhäuser außerdem keine Dampfsperre, sondern eine Dampfbremse. Sie bewirkt, dass die Feuchtigkeit aus dem Inneren aufgenommen wird und dann langsam nach außen entweicht.

Auch bei Holzhäusern sind anstelle von natürlichen Dämmstoffen aber Produkte aus chemischer Herstellung noch weit verbreitet.

  1. Die Kosten

Gute Qualität hat ihren Preis. Das ist bei Holz nicht anders als bei Mauerwerk oder Beton. Preislich gibt es zwischen den Bauweisen deshalb keine nennenswerten Unterschiede.

  1. Die Werthaltigkeit

Ein Haus wird für die Ewigkeit gebaut und soll seinen Wert über die Jahre halten, im Idealfall sogar  steigern. Außerdem soll sich das Haus für einen Wiederverkauf eignen. An diesem Punkt möchten Bauherren verständlicherweise keine Experimente eingehen. Oft fällt die Wahl deshalb auf Stein oder Beton, denn ein Haus in massiver Bauweise gilt als solider.

Übersehen wird aber oft, dass es historische Holzhäuser gibt, die schon viele Jahrhunderte überdauert haben. Und in Regionen, in denen es immer mal wieder Erdbeben gibt, werden bevorzugt Holzhäuser gebaut. Denn Holz kann den Erdstößen besser nachgeben und stürzt deshalb nicht so schnell ein.

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Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

Ein Gedanke zu „9 Punkte rund um den Holz-Hausbau“

  1. Hauptgrund für uns ist beim Bau des Holzhauses die Atmosphäre, um ehrlich zu sein…
    Natürlich sagen wir häufig gerne, dass wir äußerst umweltbewusst leben, aber wenn es uns nicht gefiele, würden mein Mann und ich auch kein Holzhaus bauen lassen wollen 😉

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