Anleitung für hölzerne Einlegearbeiten

Anleitung für hölzerne Einlegearbeiten  

Einlegearbeiten werden auch als Intarsien bezeichnet und dahinter verbirgt sich eine Dekorationstechnik, bei der unterschiedliche Hölzer auf einer ebenen Fläche zu einem Muster oder Motiv zusammengesetzt werden.

Dabei werden die Holzstücke auf die Oberfläche des Trägermaterials aufgelegt und die Oberfläche wird anschließend solange geschliffen, bis wieder eine ebene Fläche entstanden ist, in die nun aber das Motiv eingeschlossen ist.

Strenggenommen darf übrigens auch nur im Zusammenhang mit hölzernen Einlegearbeiten von Intarsien gesprochen werden, während es sich bei Einlegearbeiten aus beispielsweise Metall, Perlmutt, Schildpatt oder Stein eigentlich um Inkrustationen handelt.     

Einige Infos zur Geschichte der Einlegearbeiten vorab

Zu den ältesten Fundstücken mit Einlegearbeiten gehört ein Zedernholzsarg, der aus Ägypten stammt und in die Zeit der 12. Dynastie zwischen 2012 und 1792 vor Christus datiert wird. Aber auch Sitze und andere Möbel belegen, dass schon die ältesten Hochkulturen Techniken zur Dekoration von Holzgegenständen kannten und in erstaunlicher Perfektion beherrschten. Gemeinsam ist allen Funden, dass die Objekte trotz unterschiedlicher Materialien weitestgehend ebene Oberflächen aufweisen.

Dieses Hauptmerkmal von Einlegearbeiten wirkt sich einerseits positiv auf die Gebrauchsmöglichkeiten aus, sorgt andererseits aber auch für eine sehr edle und elegante Optik. Vermutlich aus diesem Grund kommt auch Plinius der Ältere in seinem 16. Buch der Naturgeschichte zu dem Schluss, dass das “Belegen der Hölzer”  die Zeit des Luxus einläutete.

Während die Intarsientechnik in vielen anderen Ländern wie beispielsweise Japan und China kontinuierlich ausgeführt und weiterentwickelt wurde, wurde sie in Europa im Mittelalter aber praktisch eingestellt. Es gab zwar nach wie vor Einlegearbeiten in Stein, bei Mosaiken oder in Goldschmiedearbeiten, Holz allerdings wurde entweder nicht oder mit Schnitzereien verziert.

Erst als die Mauren Spanien eroberten und damit auch ihre Kunst und Kultur mitbrachten, sollten die hölzernen Einlegearbeiten auch in Europa wieder zum Leben erweckt werden. Heute widmen sich in erster Linie Kunsttischler und Hobby-Bastler dieser alten, sehr edlen, aber auch recht anspruchsvollen Handwerkskunst. Diejenigen, die sich auch einmal in der Fertigung von Intarsien versuchen möchten, finden im Folgenden eine Anleitung dazu.   

Die Materialien für Einlegearbeiten

·         Furniere in unterschiedlichen Farben
·         Kontaktklebstoff und Spachtel
·         Cutter
·         Rollwalze
·         Schleifpapier
·         Pergament- und Kohlepapier, Malerkrepp sowie Bleistift
·         Polyurethanlack
·         Pinsel 

Eine Anleitung für (hölzerne) Einlegearbeiten

Durch Einlegearbeiten kann ein schlichtes Möbelstück wie beispielsweise eine Tischplatte oder eine einfache Box aus Sperrholz zu einem echten Kunstwerk und Schmuckstück werden. Die Vorgehensweise bei Einlegearbeiten ist vom Grundprinzip her mit dem Furnieren vergleichbar, allerdings beschränken sich Einlegearbeiten auf ebene Flächen.

Insgesamt ist die Intarsientechnik recht anspruchsvoll, weshalb vor allem bei den ersten Versuchen keine zu komplizierten Motive und Muster ausgesucht werden sollten. Je feiner und filigraner die verarbeiteten Furniere sind, desto größer ist nämlich die Gefahr, dass sie brechen. 

Die Vorgehensweise bei Einlegearbeiten gliedert sich in folgende Schritte: 

1. Die Vorbereitung

Zunächst wird die Fläche, auf der das Motiv eingelegt werden soll, sehr sorgfältig geschliffen. Es ist wichtig, dass die Oberfläche absolut glatt ist, denn selbst kleinste Unebenheiten könnten später zu sehen sein, zu Rissen führen oder das Furnier anderweitig beschädigen.

Ist die Fläche vorbereitet und der Schleifstaub vollständig entfernt, geht es mit dem Motiv weiter. Für Einlegearbeiten sind Blumenmuster und Ornamente sehr beliebt, aber auch eher schlichte grafische Muster können für eine überaus interessante und ansprechende Optik sorgen.

Das ausgewählte Muster wird nun zuerst mit Bleistift auf das Pergamentpapier gezeichnet. Anschließend wird das Pergamentpapier samt Kohlepapier auf die Holzoberfläche gelegt, mit etwas Malerkrepp fixiert und das Muster dann mit dem Bleistift auf das Holz übertragen. 

2. Zuschnitt und Einlegen des Furniers

Nachdem die Holzoberfläche vorbereitet ist, sind die Furniere an der Reihe. Auch auf die Furniere wird die Motivskizze aufgelegt und die entsprechenden Teile des Motivs werden auf das gewünschte Furnier übertragen. Die einzelnen Motivteile werden anschließend vorsichtig mit einem scharfen Cutter ausgeschnitten.

Wichtig dabei ist, einen tatsächlich scharfen Cutter zu verwenden und vorsichtig zu arbeiten, damit sich Verschnitt und beschädigte Furniere in Grenzen halten. Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, können die eigentlichen Einlegearbeiten beginnen. Dazu wird mit dem Spachtel eine gleichmäßige, dünne Schicht Kontaktkleber auf die Unterseite des ersten Furnierstückes aufgetragen. Dieses Furnierstück wird dann auf die entsprechende Stelle auf der Holzoberfläche gelegt.

Mit der Rollwalze wird das Furnierstück nun vorsichtig festgedrückt und gleichzeitig solange gewalzt, bis alle Luftblasen ausgestrichen sind und das Furnierstück glatt auf der Holzoberfläche aufliegt. Nach dem gleichen Prinzip werden dann auch alle weiteren Furnierstücke aufgebracht, bis das Motiv komplett zusammengesetzt ist. Danach muss der Kontaktkleber trocknen.   

3. Die Nachbehandlung

Wenn der Kontaktkleber getrocknet ist, wird eine erste Schicht Polyurethanlack auf die gesamte Holzoberfläche aufgetragen, die nun ebenfalls trocknen muss. Anschließend wird die trockene Lackschicht geschliffen. Danach wird dieser Arbeitsschritt weitere drei- bis viermal wiederholt.

Es wird also eine weitere Lackschicht aufgetragen, nach dem Trocknen geschliffen, danach wird wieder eine Lackschicht aufgetragen, ebenfalls geschliffen und das Ganze dann noch ein- oder zweimal wiederholt. Nach dem letzten Schleifgang sollte wieder eine ebene Oberfläche vorhanden sein, in die das Muster aus Furnieren plan eingeschlossen ist.

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