Heimwerkerwissen rund um die richtige Schraube

Heimwerkerwissen rund um die richtige Schraube

Der Akku-Schrauber und jede Menge Schrauben dürften zu den wichtigsten Hilfsmitteln beim Heimwerken gehören. Doch welche Schraube ist wann die richtige? Hier eine kleine Schraubenkunde!

Ob für Verbindungen, Befestigungen oder Reparaturen: Schrauben in verschiedenen Formen und Größen gehören zur absoluten Grundausstattung eines jeden Heimwerkers. Doch wer im Baumarkt schon einmal vor dem Regal mit den Schrauben stand, der weiß, wie riesig die Auswahl ist.

Für den Heimwerker stellt sich spätestens dann die Frage, welche Schraube er wofür verwenden sollte. Schließlich unterscheiden sich die Schrauben nicht nur in Sachen Material und Größe. Sondern auch die Schraubenart als solches, die Schlitzform und der Schraubenkopf fallen unterschiedlich aus.

Um die Auswahl künftig etwas zu erleichtern, hier etwas Heimwerkerwissen rund um die richtige Schraube!:

 

Die verschiedenen Schraubenarten

Für den Heimwerker dürften vor allem fünf Schraubenarten von Bedeutung sein, nämlich die Holzschraube, die Holzbauschraube, die Metallschraube, die Blechschraube und die Universalschraube.

Die Holzschraube wird verwendet, um Holzteile miteinander zu verschrauben. Vor allem im Möbelbau kommen dabei in erster Linie Senkkopfschrauben zum Einsatz. Bleiben die Schrauben sichtbar und sollen sie als Zierschrauben dienen, kann der Heimwerker aber auch zu Schrauben mit einem halbrunden Kopf oder einem Linsenkopf greifen. Die Größenangabe von Schrauben erfolgt mithilfe von zwei Maßen. Der erste Wert steht für den Durchmesser und der zweite Wert für die Länge der Schraube, jeweils in Millimetern. Eine Angabe wie beispielsweise 6,5 x 60 bedeutet also, dass die Schraube 6,5 Millimeter dick und 60 Millimeter lang ist. Neben der Größe ist auf der Schraubenverpackung meist auch angegeben, welcher Bit verwendet werden muss. Arbeitet der Heimwerker mit Holzschrauben, sollte er seine Hölzer aber immer vorbohren. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Holz reißt.

Die Holzbauschraube ist dafür konzipiert, Span- und andere Holzplatten zügig auf Unterkonstruktionen zu montieren. Dafür hat sie Fräsrippen und ein Hochtief-Doppelganggewinde, durch das sich die Schraube leichter ein- und herausschrauben lässt. Der Schraubenkopf ist ein Senkkopf. Neben der herkömmlichen Holzschraube gibt es noch die selbstschneidende Holzbauschraube. Selbstschneidend bedeutet, dass sich die Schraube von alleine ins Holz bohrt, ohne dass der Heimwerker das Loch vorbohren muss, um ein Ausreißen des Holzes zu verhindern. Selbstschneidende Holzbauschrauben werden beispielsweise verwendet, um Nut- und Federbretter verdeckt miteinander zu verschrauben.

Die Metallschraube schraubt der Heimwerker entweder in ein Metallgewinde ein oder nutzt sie als Gegenstück zusammen mit einer Mutter. Um Werkstücke aus Aluminium, Stahl und Edelstahl oder Bleche zu verschrauben, sollte der Heimwerker zur Blechschraube greifen. Auch bei der Befestigung von Hartfaser- und Kunststoffplatten ist diese Schraubenart eine gute Wahl.

Bei der Universalschraube sorgen die Spitze und das zusätzlich beschichtete Gewinde dafür, dass die Schraube bei geringerem Kraftaufwand schneller und leichter eingedreht werden kann. Als Allzweckschraube kann die Schraube sowohl für das Verbinden von Holzwerkstücken als auch für die Montage von Platten aus Holzwerkstoffen verwendet werden. Ähnlich wie die Holzbauschraube gibt es auch die Universalschraube in normaler Ausführung und als selbstschneidende Schraube. Letztere macht ein Vorbohren überflüssig.

Die gängigsten Schlitzformen

Neben der Schraubenart, dem Material und der Größe ist die Form des Schlitzes ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal bei Schrauben. Die einfachste Version dabei ist der Schlitz.

Allerdings geht die Ära der Schlitzschraube allmählich zu Ende. Denn verglichen mit anderen Schlitztypen ist das Ansetzen des Schraubendrehers oder des Akku-Schraubers bei der Schlitzschraube schwieriger. Zudem erfordert das Eindrehen mehr Kraftaufwand. Rutscht der Heimwerker ab, kann er sowohl die Schraube als auch das Werkstück beschädigen. Deshalb wird der Heimwerker wohl eher zur Kreuzschlitzschraube greifen.

Bei der Kreuzschlitzschraube gibt es zwei wesentliche Standards, nämlich PH und PZ. Der PH-Standard ist daran zu erkennen, dass der Kreuzschlicht aus einem einfachen Kreuz besteht. Im Unterschied dazu sind beim PZ-Standard kleine Markierungen um das Kreuz herum angebracht. Die Kreuzschlitzschraube erfordert beim Eindrehen weniger Kraftübertragung als die einfache Schlitzschraube. Allerdings kann der Schraubenzieher oder Bit auch hier recht schnell aus der Führung rutschen. Im Ergebnis entstehen verschlissene Schrauben und Werkzeuge. Wichtig ist deshalb, dass der Heimwerker darauf achtet, dass Schraube und Werkzeug möglichst optimal zueinander passen. Für welchen Schlitzstandard das Werkzeug optimiert ist, steht auf dem Griff des Schraubendrehers und auf dem Bit.

Eine andere, weit verbreitete Schlitzform ist das innen liegende Sechskantprofil, dem Heimwerker wahrscheinlich eher als Inbus bekannt. Die Inbusschraube kommt hauptsächlich im Möbelbau zum Einsatz und wird mit einem sogenannten Inbusschlüssel festgezogen. Ein ähnlicher Schraubentyp ist die Robertsonschraube.

Ihr Schlitz hat die Form eines innen liegenden Quadrats. Wie bei der Inbusschraube sorgt auch bei der Robertsonschraube das besondere Profil dafür, dass der Schlüssel oder Bit gut angesetzt werden kann und nicht so leicht herausrutscht. Gleichzeitig wird die Kraft besser übertragen. Daneben gibt es noch die Innenvielzahl-Schraube. Sie hat einen sternförmigen Schlitz, der je nach Ausführung mit unterschiedlich vielen Innenkerben profiliert ist. Auch hier erleichtert das Profil das Ansetzen des Werkzeugs, verhindert ein Abrutschen und bietet eine gute Kraftübertragung.

 

Die wichtigsten Schraubenkopfvarianten

Wenn der Heimwerker mit Holz und Holzwerkstoffen arbeitet, wird er meist zu einer Senkkopfschraube greifen. Diese Schraube lässt sich so eindrehen, dass der Schraubenkopf bündig mit der Werkstückoberfläche abschließt. Um Beschläge, Schilder oder Leisten zu montieren, ist eine Schraube mit einem Halbrund- oder einem Linsenkopf die bessere Wahl. Bei dekorativen Arbeiten kann der Heimwerker zudem Zierkopfschrauben verarbeiten.

Eine Schraube mit einem zylindrischen Kopf oder einem Sechskantkopf ist die richtige Wahl, wenn der Heimwerker Holzbalken befestigen oder miteinander verschrauben will. Daneben gibt es für Holzarbeiten noch die Schlossschraube. Sie hat kein durchgehendes Gewinde, sondern endet mit einem viereckigen Stück unter dem runden Kopf.

Die Vierkantschraube wird befestigt, indem sie durch ein Schraubloch gesteckt und auf der Gegenseite mit einer Mutter, eventuell zusammen mit einer Unterlegschreibe, fixiert wird. Dabei verhindert das Vierkantstück, dass sich die Schraube mitdreht, wenn die Mutter angezogen wird.

 

Noch ein Tipp zum Schluss

Es kann durchaus passieren, dass eine Schraube mal abbricht. Nun lässt sich eine abgebrochene Schraube aber nicht einfach so mit einer Zange wieder herausziehen, denn durch das Gewinde sitzt die Schraube viel zu fest. Abhilfe kann dann die Bohrmaschine schaffen. Dazu wird das Bohrfutter auf die abgebrochene Schraube aufgesetzt und möglichst fest zugezogen. Bei geringer Drehzahl sollte sich der Schraubenrest nun gut aus dem Holz herausdrehen lassen.

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