Den Kaminofen richtig anzünden – so geht’s

Den Kaminofen richtig anzünden – so geht’s

Gleich beim Anzünden des Kaminofens können sich Fehler einschleichen, die sich nachteilig auf die Verbrennung und die Leistung auswirken. Dabei ist es kein Hexenwerk, einen Ofen so anzufeuern, dass eine optimale Luftzufuhr gegeben ist, die Flamme sich schnell entwickelt und ein zügiges Auflegen des Brennholzes möglich wird.

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Den Kaminofen richtig anzünden - so geht's

Wie ein Kaminofen richtig angezündet wird, erklären wir in dieser Anleitung!:

Die Vorbereitungen vor dem Anzünden des Ofens

Noch bevor der Kaminofen angezündet wird, sorgen ein paar Handgriffe dafür, dass der Brand effizienter wird und die benötigte Menge an Brennstoff sinkt. Dazu gehört, den Wohnraum gut durchzulüften.

Denn zum einen ist dadurch genug Frischluft für den anstehenden Brandvorgang vorhanden und zum anderen erwärmt sich frische Luft schneller.

Außerdem sollte der Kamineinsatz gereinigt werden. Sind im Brennraum keine Aschereste mehr vom letzten Heizen vorhanden, gelangt durch den Rost mehr Luft an das Holz. Bei Gelegenheit bietet es sich an, auch gleich den Aschenbehälter zu leeren.

Geeignetes Anmachholz wählen und Kaminanzünder bereitlegen

Für ein schnelles und professionelles Entzünden des Feuers ist das richtige Anmachholz entscheidend. Meist kommen Weichhölzer zum Einsatz, die schnell anbrennen. Wichtig ist, dass das Anmachholz trocken ist. Außerdem sollte es in kleine und handliche Scheite gehackt sein. Je dünner die Scheite sind, desto schneller und besser entzünden sie sich.

Neben trockenem Kleinholz wird eine Anzündhilfe benötigt. Im Handel sind spezielle Kaminanzünder erhältlich, die das Feuer bequem und sicher entzünden, hohe Temperaturen erreichen und für eine lange Brenndauer ausgelegt sind.

Wer keinen Kaminanzünder zur Hand hat oder kaufen möchte, kann ihn aus einfachen Hausmitteln auch selbst herstellen.

Benötigt werden dafür:

  • Wachs, zum Beispiel in Form von Kerzenresten

  • Wattepads, benutzte Teebeutel, Kordel oder Tannenzapfen

  • Eierkarton, Sägespäne oder Nussschalen

Zunächst die Kerzenreste in eine kleine Schüssel oder ein anderes Gefäß geben, in einen Topf mit etwas Wasser stellen und das Wachs im Wasserbad schmelzen lassen. Dann den Topf vom Herd nehmen und die Dochte herausfischen.

Für einzelne Kaminanzünder die Wattepads, getrocknete Teebeutel, längere Stücke Kordel oder Tannenzapfen in das Wachs tauchen und zum Trocknen auf Küchenpapier oder Zeitung legen. Sobald das Wachs wieder hart ist, sind die Kaminanzünder einsatzbereit.

Eine andere Möglichkeit ist, einen Eierkarton zu verarbeiten. Dazu wieder Kerzenreste schmelzen. In der Zwischenzeit die Mulden der Eierschachtel mit etwas Sägespänen oder Nussschalen befüllen.  Zeitungsschnipsel oder Wollmäuse aus dem Staubsauger eignen sich ebenfalls.

Dann etwas von dem flüssigen Wachs in die Mulden gießen und aushärten lassen. Auf diese Weise ist gleich ein Vorrat an Anzündern vorhanden und bei Bedarf kann einfach ein Stück Eierkarton abgerissen werden.

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Zeitung, Papier oder Pappe werden zwar oft zum Anzünden verwendet, haben im Kamin aber eigentlich nichts zu suchen. Sie sollten, wenn überhaupt, dann nur eine absolute Notlösung sein. Denn Papiere und Pappe qualmen stark und belasten dadurch die Umwelt. Auch Spiritus und ähnliche Brennstoffe sind absolut tabu!

Den Kaminofen richtig anzünden – so geht’s

Um das Feuer zu entfachen, etwas von dem kleinen, trockenen Anmachholz kreuzweise auf den Boden des Feuerraums legen. Dann den Kaminanzünder unter das Kleinholz schieben.

Anschließend ein oder zwei Holzscheite auf dem Stapel positionieren. Darauf noch einmal etwas Anmachholz mit einem Kaminanzünder dazwischen schichten. Dieses Holz ergibt das eigentliche Anzündholz.

Durch diese Schichtung bekommt die kleine Startflamme viel Sauerstoff und kann sich gut entwickeln. Bei der Methode wird davon gesprochen, dass der Kamin von oben angezündet wird. Der Vorteil ist, dass nach dem Anzünden keine weiteren Handgriffe notwendig sind. Dadurch sinkt das Risiko, sich zu verbrennen.

Ist alles geschichtet, den Kaminanzünder anzünden. Sobald die Flamme brennt, die Ofentür nur anlehnen, noch nicht schließen. Das vermeidet, dass Ruß gegen die Scheibe schlägt. Gleichzeitig die Schieber für die Primär- und die Sekundärluft komplett öffnen.

So wird dem Feuer noch mehr Luft zugeführt. Das Feuer brennt jetzt vom Anmachholz zu den größeren Holzscheiten und entfacht danach die Hölzer ganz unten.

Eine andere Möglichkeit ist, den Ofen von unten anzuzünden. Dafür wird zunächst nur Anmanchholz mit einem Kaminanzünder in den Brennraum gegeben und entfacht. Wenn das Anmachholz vollständig brennt, werden ein bis zwei größere Holzscheite in den Ofen gegeben.

Sie können entweder in den Brennraum gestellt oder hinten an die Rückwand gelegt werden. Wichtig ist, dass sich alle Hölzer berühren, damit die Flammen übergehen können.

Brennt das Feuer stabil, die Ofentür schließen. Wenn auch die großen Holzscheite in Brand stehen, können noch einmal ein bis zwei Holzscheite nachgelegt werden. Danach den Primärluftschieber schließen, allerdings nur so weit, dass die Flammen weiterhin gleichmäßig lodern.

Der Sekundärluftschieber sollte geöffnet bleiben. Dadurch brennen die glühenden Holzscheite weiter und die entweichenden Gase verbrennen durch die Sekundärluft. Außerdem beschlägt die Scheibe des Kaminofens nicht.

Brennholz nachlegen

Nach einer gewissen Zeit ist das Holz vom Anzünden soweit verbrannt, dass neues Holz nachgelegt werden muss. Dafür zuerst den Primärluftschieber wieder ganz öffnen, damit Zugluft in den Ofen gelangt. Die Zugluft lässt die Flammen größer und stärker werden.

Dann die Ofentür einen Spalt öffnen und wenige Sekunden abwarten, um Luft in den Feuerraum zu lassen. Beim Nachlegen reichen im Normalfall zwei Holzscheite völlig aus. Sie sollten möglichst weit hinten im Brennraum positioniert werden. Handschuhe und eine Holzzange leisten dabei gute Hilfe.

Dann die Ofentür zügig schließen, damit keine wertvolle Wärmeenergie verloren geht. Sind die nachgelegten Scheite entfacht, auch den Schieber der Primärluft wieder schließen.

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Grundsätzlich sollte immer nur dann und in der Menge Holz nachgelegt werden, wie notwendig. Die Temperatur spielt beim Betrieb des Kaminofens eine entscheidende Rolle.

Wenn die Ofentür ständig geöffnet und frisches Holz eingelegt wird, schwankt die Temperatur im Feuerraum und die Wärme kann nicht optimal ausgenutzt werden. Besser ist deshalb, in Intervallen nachzulegen.

Die richtigen Zeitabstände lassen sich schnell herausfinden, wenn regelmäßig nach dem Feuer geschaut wird.

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Markus Scheuer - Tischlermeister, Mario Schwab - Holzmechaniker und Timor Arksol - Inhaber Holzhandel, Youtuberin Sevilart - Handarbeiten & Kunsthandwerk (Holz-Rohstoffe), sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, Importeur von Holzmöbeln, Deko- und Kunsthandwerk, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

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