Anleitung zum Furnieren

Anleitung zum Furnieren 

Die Technik des Furnierens stammt aus dem alten Ägypten. Da im waldarmen Ägypten edle Hölzer selten, aber sehr begehrt waren, musste eine Möglichkeit gefunden werden, um das vorhandene Edelholz möglichst wirtschaftlich zu verarbeiten.

Also schnitten die alten Ägypter das Holz in sehr feine Brettchen, um diese dann mit Klebstoffen und feinen Holzstiften auf weniger ansehnlichen Holzflächen anzubringen. 

Aber auch im Laufe der Geschichte sollte die Furniertechnik nicht an Bedeutung verlieren. So gab es immer wieder kunstgeschichtliche Epochen, in denen die kunstvoll gearbeiteten Oberflächen durch Furniere überhaupt erst möglich wurden. Dies lag daran, dass die verwendeten Hölzer für eine massive Bauweise häufig nicht in ausreichender Menge vorhanden waren oder massiv gebaute Möbelstücke viel zu teuer geworden wären. 

1657 tauchte in Frankreich mit dem sogenannten Ebenisten erstmal eine Berufsbezeichnung für einen Kunsttischler auf, der sich auf die Herstellung von furnierten Möbeln spezialisiert hat. Bis heute werden zahlreiche Möbel, Türen und andere Holzprodukte mit den 0,3 bis 0,6mm starken Holzblättern belegt, um so weniger wertvollen Hölzern eine edle Optik zu verleihen.

Dabei gibt es heute verschiedene Varianten von Furnieren, die unterschiedlich verwendet werden. Absperrfurniere beispielsweise sollen Bewegungen und Veränderungen der Trägerplatten verhindern, während Blindfurniere auf der Gegenseite einer furnierten Fläche angebracht werden und einem Verziehen des Trägermaterials wegen einseitiger Furnierung entgegenwirken. 

Unterfurniere kommen bei hochwertigen Arbeiten als Trennschicht zwischen dem Trägermaterial und der sichtbaren Deckschicht zum Einsatz. Daneben gibt es die Deck- oder Edelfurniere, die als sichtbare Oberflächenschicht für eine edle Holzoptik sorgen und je nach Möbelstück in unterschiedlichen Mustern angeordnet werden.

Die Hobbytischler, die sich auch einmal in der Technik des Furnierens versuchen möchten, finden im Folgenden eine Anleitung zum Aufbringen eines Deckfurniers. Erläutert wird die Vorgehensweise dabei anhand von einem schlichten Bilderrahmen aus rohem Holz. 

Die Anleitung kann aber selbstverständlich auch auf andere
Möbelstücke und Holzobjekte übertragen werden:
 

Die Materialien für das Furnieren

·         einfacher Rahmen aus rohem Holz
·         Furnier
·         Schleifpapier, Putz- und Stahlwolle
·         Beize in der Farbe des Furniers
·         Flachpinsel mit Naturborsten
·         Kontaktklebstoff
·         Spachtel
·         kleine Rollwalze
·         transparente Klebefolie
·         Lineal, Cutter und Kugelschreiber
·         Leinöl
·         seidenmatter Polyurethanlack 

Die Anleitung zum Furnieren

1. Schritt: die Vorbereitung der Oberfläche

Entscheidend für das Furnieren ist eine sehr sorgfältig vorbereitete Oberfläche, die absolut intakt, sauber, glatt und eben sein muss. Bei einer beschädigten oder mit Staub, Fett, Farbrückständen oder anderweitig verschmutzen Oberfläche kann es passieren, dass der Kontaktkleber nicht richtig haftet. Zudem besteht bei einer Oberfläche, die nicht absolut glatt und eben ist, die Gefahr, dass das Furnier bereits beim Anbringen beschädigt wird oder später dann schon beim geringsten Druck reißt. 

Hinzu kommt, dass sich Unebenheiten im Furnier abzeichnen, also sichtbar bleiben oder werden. Im ersten Arbeitsschritt wird der Holzrahmen daher sehr gründlich und sorgfältig abgeschliffen. Nachdem der Schleifstaub entfernt ist, werden die Seitenkanten und die Rückseite des Rahmens mit Beize in der Farbe des Furniers gestrichen. 

Bevor die Beize antrocknet, wird die überschüssige Beize mit Putzwolle entfernt. Auf die getrocknete Farbschicht wird anschließend eine zweite Schicht Beize aufgetragen und erneut mit Putzwolle bearbeitet. Die Vorderseite des Rahmens, auf die das Furnier aufgelegt werden wird, bleibt unbehandelt. Grundsätzlich wäre es natürlich auch möglich, den gesamten Rahmen mit Furnier zu belegen, allerdings ist das saubere Anbringen von Furnier auf schmalen oder abgerundeten Kanten recht schwierig. Bei den ersten Versuchen ist es daher sinnvoller, sich auf die Vorderseite des Rahmens zu konzentrieren. 

2. Schritt: das Anbringen des Furniers

Nun wird eine der Leisten auf der Vorderseite des Rahmens samt Gehrungen mit Kugelschreiber auf die transparente Klebefolie übertragen. Anschließend wird die Folie auf das Furnier aufgelegt, mit der Rollwalze fest angedrückt und das Furnier samt Folie dann mithilfe von Lineal und Cutter zugeschnitten. Mit einem Spachtel wird nun gleichmäßig Kontaktkleber auf die Unterseite des Furniers aufgetragen und das Furnier passgenau auf die Rahmenleiste aufgelegt. 

Dann wird die Klebefolie vorsichtig und stückweise vom Furnier abgezogen und das jeweils freigelegte Stück gleichzeitig fest mit der Rollwalze auf dem Rahmen festgedrückt. Mit der gleichen Vorgehensweise werden anschließend auch die drei übrigen Rahmenleisten furniert. 

3. Schritt: die Nachbehandlung

Ist das Furnier auf allen vier Rahmenleisten befestigt, wird auf die gesamte Oberfläche Leinöl aufgetragen. Ähnlich wie bei der Beize wird auch hier überschüssiges Leinöl mit sauberer Putzwolle entfernt. Wenn das Leinöl getrocknet ist, wird der Rahmen mit seidenmattem Polyurethanlack überzogen. Die Lackschicht muss nun ebenfalls trocknen.

Anschließend wird die lackierte Oberfläche vorsichtig mit Stahlwolle geglättet. Danach folgen noch zwei weitere Durchgänge mit Lack, zwischen denen die Oberfläche wieder jeweils mit Stahlwolle geglättet wird.

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