Holz ölen – so geht’s

Holz ölen – so geht’s

Ein Holzöl betont die natürliche Maserung des Holzes, kräftigt die Farbe und veredelt damit die Optik. Gleichzeitig schützt das Öl das Holz vor anhaftendem Schmutz und vor Feuchtigkeit. Dadurch entsteht eine Oberfläche, die vergleichsweise pflegeleicht ist. Allerdings sollte die Ölschicht regelmäßig aufgefrischt werden. Nur: Wie wird Holz richtig geölt? Worauf gilt es zu achten? Und welches Öl ist die richtige Wahl?

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Holz ölen - so geht's

Wir geben Tipps und eine Anleitung!:

Welche Eigenschaften hat eine geölte Holzoberfläche?

Anders als bei einer lackierten Fläche bleiben die Poren von geöltem Holz offen. Deshalb kann das Holz Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, also weiterhin atmen und arbeiten. Allerdings heißt das auch, dass das Holz empfindlicher gegenüber ständiger Feuchtigkeit und größeren Wassermengen ist.

Holzöl bildet nur eine dünne Schicht auf der Oberfläche. Der Großteil dringt tief in die Holzfasern ein. Deshalb ist das Holz gewissermaßen von innen heraus geschützt. Gleichzeitig hebt das Öl den natürlichen Farbton des Holzes und die Maserung hervor.

Die Schutzwirkung auf der Oberfläche ist aber geringer als bei einer gewachsten oder lackierten Oberfläche. Auch der Glanz ist weniger stark ausgeprägt.

Dafür ist Holzöl ein natürliches und gesundheitlich unbedenkliches Pflegemittel. Ein weiterer Vorteil ist, dass Flecken, Kratzer und andere Macken punktuell bearbeitet werden können.

Es ist nicht notwendig, wie bei einer Lackschicht großflächig zu arbeiten. Stattdessen reicht es aus, nur die beschädigte Stelle zu behandeln.

Welche Holzoberflächen können geölt werden?

Grundsätzlich kann jede Oberfläche aus rohem oder schon geölten Holz mit Holzöl behandelt werden. Die Holzart ist dabei zweitrangig und es macht keinen Unterschied, ob das Holz draußen oder in der Wohnung zum Einsatz kommt.

Eine Holzterrasse profitiert also genauso vom Ölen wie der Dielenboden im Wohnzimmer, ein altes Möbelstück oder ein DIY-Regal aus Europaletten.

Entscheidend ist letztlich nur, dass das Holz entweder unbehandelt oder geölt ist. Ist es gewachst oder lackiert, scheidet Holzöl aus. Denn das Öl muss die Möglichkeit haben, tief genug in die Poren einzudringen und an der Oberfläche haften zu bleiben. Beides ist nicht der Fall, wenn die Holzoberfläche mit Lack oder Wachs bearbeitet wurde.

Welches Holzöl eignet sich?

Im Baumarkt und im Fachhandel gibt es Holzöle in vielen verschiedenen Varianten. Einige Holzöle sind speziell für den Einsatz draußen gedacht. Andere Öle sind besonders widerstandsfähig gegenüber mechanischen Belastungen und eignen sich deshalb zum Beispiel für einen Dielenboden oder auch die Arbeitsplatte in der Küche. Außerdem gibt es Öle, die auf einzelne Holzarten abgestimmt sind.

Dabei handelt es sich bei vielen Holzölen um sogenannte Hartöle. Bei einem Hartöl erfolgt der Kochvorgang unter Ausschluss von Luft. Nach dem Trocknen bildet es eine robuste Oberfläche, die leicht glänzt.

Eine Art Allrounder ist Leinöl. Leinöl wird seit jeher für die Behandlung von Holzoberflächen verwendet und eignet sich für alle Einsatzzwecke. Es dringt gut in die Holzfasern ein und härtet zuverlässig aus.

Keine gute Idee hingegen ist, Holzoberflächen mit herkömmlichen Speiseölen zu behandeln. Denn Öle wie zum Beispiel Raps-, Sonnenblumen- oder Olivenöl härten entweder gar nicht aus oder trocknen nur sehr langsam.

Dadurch weichen die Holzfasern auf. Die Oberflächen bleiben klebrig und können im Laufe der Zeit ranzig werden und muffig riechen.

Holz ölen – so geht’s

Eine Holzoberfläche zu ölen, sollte auch für einen weniger geübten Heimwerker kein Problem sein. Zumal weder besondere Vorkenntnisse noch spezielle Werkzeuge notwendig sind. Für die Arbeit werden benötigt:

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  • Holzöl

  • Schleifpapier in mehreren Körnungen

  • weiche, fusselfreie Lappen

  • breiter Flachpinsel nach Wunsch

  • eventuell Folie zum Schutz des Arbeitsbereichs

Ist der Arbeitsplatz vorbereitet und liegen alle Materialien und Werkzeuge bereit, kann es losgehen.

Das Holz vorbereiten

Das Holzöl sorgt dafür, dass die Struktur, die Maserung und die natürliche Holzfarbe kräftiger werden. Andersherum treten aber auch Kratzer und Flecken deutlich hervor. Wichtig ist deshalb, Macken vor dem Ölen zu entfernen. Gleiches gilt natürlich für Farbreste und andere Rückstände.

Der Heimwerker sollte die Holzoberfläche also zunächst gut anschleifen. Je nach Zustand erfolgt das in mehreren Schleifgängen. Den Anfang macht dabei ein gröberes Schmirgelpapier, danach wird die Körnung immer feiner. Ist die Holzoberfläche intakt, genügt es, sie einmal mit einem sehr feinen Schmirgelpapier anzurauen.

Anschließend den Schleifstaub sorgfältig entfernen. Für das Ölen muss die Holzoberfläche sauber, staubfrei und trocken sein.

Das Holz ölen

Um das Öl aufzutragen, kann der Heimwerker entweder einen weichen Lappen oder einen Pinsel verwenden. Arbeitet der Heimwerker mit dem Pinsel, nimmt er damit großzügig Holz auf und verteilt es auf der Fläche.

Einen Lappen muss der Heimwerker nicht mit Öl benetzen. Stattdessen kann er eine kleine Menge Holzöl direkt aus dem Gebinde auf die Oberfläche kippen und anschließend mit dem Lappen gleichmäßig verteilen.

Wichtig ist, nicht zu sparsam mit dem Holzöl umzugehen. Denn das Holz muss die Chance haben, das Öl satt aufzusaugen. Der Heimwerker hat die richtige Menge eingearbeitet, wenn das Öl nicht komplett ins Holz eingezogen ist, sondern die Oberfläche feucht glänzt.

Ist die gesamte Fläche eingeölt, wartet der Heimwerker 20 bis 30 Minuten ab. In dieser Zeit kann das Öl einziehen, ohne dass das Holz trocknet.

Das überschüssige Öl abnehmen

Nach der Einwirkzeit nimmt der Heimwerker einen frischen, sauberen Lappen und wischt das überschüssige Öl ab. Dabei sollte er gründlich vorgehen, damit eine gleichmäßige Oberfläche ohne Flecken entsteht.

Anschließend muss das Holz mindestens über Nacht trocknen.

Den Vorgang wiederholen

Oft reicht es nicht aus, nur einmal Öl aufzutragen. Stattdessen sind zwei oder noch mehr Durchgänge notwendig. Dafür trägt der Heimwerker erneut Öl auf, lässt es etwas einwirken, nimmt das überschüssige Öl ab und kontrolliert das Ergebnis, wenn das Holz getrocknet ist. Da das Holz bereits Öl aufgenommen hat, wird die benötigte Ölmenge mit jedem Durchgang weniger.

Es kann passieren, dass die Holzoberfläche nach dem Ölen und Trocknen etwas rau wird. In diesem Fall trägt der Heimwerker zunächst frisches Öl auf. Anschließend befeuchtet er sehr feines Schleifpapier mit Holzöl und reibt mit dem feuchten Schleifpapier vorsichtig über das feuchte Holz.

Nach der Einwirkzeit nimmt er das überschüssige Öl dann wie gewohnt mit einem feuchten Lappen ab. Diese Methode eignet sich auch, um Kratzer und andere kleine Gebrauchsspuren zu entfernen.

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Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

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