Küchenarbeitsplatte zuschneiden – so geht’s, 2. Teil

Küchenarbeitsplatte zuschneiden – so geht’s, 2. Teil

Eine Küche ohne Arbeitsplatte ist undenkbar. Doch den Zuschnitt und den Einbau der Platte kann der Heimwerker auch selbst übernehmen.

Hier kommt die Anleitung dazu!

Arbeitsplatte Küche

Arbeitsfläche, Deckel für die Unterschränke, Halterung für Herd und Spüle, dekoratives Element: Die Küchenarbeitsplatte hat gleich mehrere wichtige Funktionen. Doch Kratzer, Verfärbungen und andere Gebrauchsspuren bleiben nicht aus.

Ist die Arbeitsplatte nach einigen Jahren nicht mehr sehr ansehnlich, wird es Zeit für einen Austausch. Nebenbei bekommt die ansonsten noch intakte Küche so auch gleich einen komplett neuen Look. Steht ein Umzug an, wird die Küche umfassend renoviert oder gönnt sich der Heimwerker eine neue Küche, muss ohnehin eine neue Platte her.

Das Problem beim Einbau der Küchenarbeitsplatte ist nur, dass sie immer zugeschnitten werden muss. Denn zum einen muss die Platte in der Länge und manchmal auch in der Tiefe an die Küchenzeile und die Wände angepasst werden. Und zum anderen müssen Aussparungen für das Kochfeld, die Spüle und vielleicht noch andere Geräte ausgeschnitten werden. Aber so kompliziert ist das Ganze nicht.

In einer zweiteiligen Anleitung erklären wir die Vorgehensweise, wenn der Heimwerker seine Küchenarbeitsplatte zuschneiden und montieren will. Dabei ging es im 1. Teil um die notwendigen Vorarbeiten, die benötigten Werkzeuge und das richtige Ausmessen.

Jetzt, im 2. Teil, kümmern wir uns um den Zuschnitt und die Eckverbindungen:

 

Das Zuschneiden der neuen Küchenarbeitsplatte

Sind alle Maße und Schnittlinien auf die Arbeitsplatte übertragen, kann der Heimwerker allmählich den Zuschnitt in Angriff nehmen. Dazu sollte er, sofern noch nicht geschehen, den Boden mit Folie oder einem Malervlies abdecken. Damit sich keine Stolperkanten ergeben und nichts verrutscht, sollte die Unterlage mit Malerkrepp festgeklebt werden.

Grundsätzlich ist es natürlich nicht notwendig, den Fußboden extra zu schützen. Aber auf diese Weise geht es nach getaner Arbeit sehr viel schneller, den Arbeitsplatz von Holzspänen und Sägemehl zu reinigen.

Wenn der Heimwerker die Arbeitsplatte auf den Sägeböcken oder einer anderen Unterlage positioniert, sollte er darauf achten, dass er rundherum genügend Platz hat. Der Zuschnitt gelingt einfach besser, wenn sich der Heimwerker nicht verbiegen muss, um die jeweilige Schnittkante zu erreichen. Ratsam ist außerdem, alle benötigten Werkzeuge bereitzulegen. So ist nämlich alles zur Hand und der Heimwerker muss seine Arbeit nicht ständig unterbrechen.

 

Die Grundform zuschneiden

Beim Zuschnitt wird die Arbeitsplatte zuerst in die notwendige Form gebracht. Dazu setzt der Heimwerker die Stichsäge an einer Markierung an und führt die Säge gleichmäßig an der Linie entlang.

Wichtig beim Zuschnitt ist, dass der Heimwerker die Stichsäge nicht zu schnell und mit zu viel Druck durch das Holz führt. Denn dadurch kann es schnell passieren, dass er abrutscht oder schief sägt. Andererseits sollte der Heimwerker aber auch nicht ständig stehenbleiben und den Schnitt kontrollieren. Sonst hat er am Ende womöglich lauter unschöne Ansätze.

Tipp: Der Schlitten von der Stichsäge kann zu kleinen Splitterschäden führen. Sie lassen sich vermeiden, wenn der Heimwerker die Schnittkanten vorher mit Kreppband abklebt.

Ist der erste Schnitt fertig, nimmt sich der Heimwerker die nächste Schnittkante vor. Auf diese Weise arbeitet er weiter, bis die Arbeitsplatte das notwendige Format hat. Sind alle Schnitte gemacht, sollte der Heimwerker die Arbeitsplatte am besten einmal probeweise auflegen. Passt alles? Oder ist die Arbeitplatte noch zu lang, zu breit oder etwas schief? In diesem Fall kann der Heimwerker mit der Säge nacharbeiten. Kleinere Unregelmäßigkeiten lassen sich auch mit Schleifpapier beheben.

 

Die Aussparungen einarbeiten

Nachdem die Küchenarbeitsplatte ihre Grundform hat, geht es mit den Aussparungen für den Herd, die Spüle und die sonstigen Einrichtungen weiter. Bevor die Ausschnitte gesägt werden, kommt aber erst einmal der Holzbohrer zum Einsatz. Damit bohrt der Heimwerker in alle Ecken der angezeichneten Aussparungen nämlich ein Loch.

Nun schiebt der Heimwerker das Sägeblatt durch ein Loch. Anschließend kann er bequem an der Schnittkante entlang weitersägen. Nach und nach schneidet der Heimwerker auf diese Weise alle benötigten Felder aus der Küchenarbeitsplatte aus.

 

Die Schnittkanten versiegeln

Würde der Heimwerker die Schnittkanten so lassen, wie sie sind, würde das Holz im Laufe der Zeit durch die Feuchtigkeit aufquellen. Das gilt auch für die Schnittkanten der Aussparungen, die später durch die eingesetzten Geräte abgedeckt sind. Deshalb werden nun alle Schnittkanten versiegelt.

Zunächst schleift der Heimwerker die Schnittkanten gründlich mit Schmirgelpapier ab. Je glatter die Kanten sind, desto wirksamer lassen sie sich abdichten. Anschließend hat der Heimwerker drei Möglichkeiten. So kann er die Schnittkanten und -flächen

  • mit Kellergrund einpinseln,
  • gleichmäßig mit einer dünnen Schicht Silikon einstreichen oder
  • mit Isolierband bekleben.

Sichtbare Kanten wiederum sollte der Heimwerker mit einem passenden Kantenumleimer kaschieren. Der Umleimer wird entweder auf die abgeschliffenen Kanten aufgeklebt oder mit dem Bügeleisen aufgebügelt.

Nun muss der Heimwerker seine Küchenarbeitplatte nur noch auf die Küchenunterschränke auflegen und ausrichten. Sitzt die Arbeitsplatte richtig, kann der Heimwerker sie befestigen.

 

Die Eckverbindungen arbeiten

Nicht jede Küchenzeile verläuft gerade. Stattdessen gibt es viele Küchen in L- oder U-Form. In diesem Fall muss die Küchenarbeitsplatte in den Ecken miteinander verbunden werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Welche Variante die beste Wahl ist, hängt davon ab, wie viel Arbeit, Zeit und Geld der Heimwerker investieren möchte.

  • Verbindungsprofil: Eine schnelle und unkomplizierte Lösung ist ein Verbindungsprofil. Dabei handelt es sich um ein Verbindungsstück aus Metall oder Kunststoff. Die beiden Arbeitsplatten werden so ausgerichtet, dass sie im rechten Winkel aufeinandertreffen. Anschließend wird das Verbindungsprofil zwischen die beiden Platten geschoben und befestigt. Auf diese Weise überbrückt das Profil zum einen den Zwischenraum zwischen den Arbeitsplatten. Zum anderen verhindert das Profil, dass Feuchtigkeit, Schmutz oder Speisereste zwischen die Platten geraten.
  • Eckstück: Treffen die beiden Arbeitsplatten in einem spitzeren oder flacheren Winkel aufeinander, kann ein Eckstück eine gute Lösung sein. Als Eckstück wird ein Stück Arbeitsplatte so zugeschnitten, dass die Ecke abgedeckt ist. Anschließend wird das Eckstück zwischen den beiden anderen Arbeitsplatten montiert.
  • Gehrungsschnitt: Eine optisch ansprechende Eckverbindung entsteht durch einen Gehrungsschnitt. Dafür werden die beiden Arbeitsplatten an der Seite, an der sie aufeinandertreffen, im 45-Grad-Winkel zugeschnitten. Anschließend werden die beiden Platten aneinandergelegt und miteinander verbunden.
  • Plattenschnitt: Die professionellste Variante der Eckverbindung ist der sogenannte Plattenschnitt. Hierbei werden kleine Aussparungen und Verbindungsstücke, ähnlich wie bei Puzzleteilen, direkt in die Arbeitsplatten eingearbeitet. Mithilfe dieser Ausschnitte können die Platten dann zusammengesteckt werden. Allerdings erfordert der Plattenschnitt handwerkliches Know-how und geeignete Werkzeuge. Wer diese Eckverbindung möchte, sollte deshalb besser einen Profi beauftragen.

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