Infos – Fertighäuser aus Holz

Die wichtigsten und interessantesten Infos rund um Fertighäuser aus Holz 

Während früher Fertighäuser fast schon ein wenig belächelt wurden und nach Meinung vieler ein richtiges Haus aus solidem Mauerwerk bestand, geht der Trend heute immer mehr zu Fertighäusern. Moderne Fertighäuser gibt es mittlerweile in einer sehr großen Auswahl. 

Dabei unterscheiden sich die Fertighäuser in vielerlei Hinsicht voneinander, beispielsweise im Hinblick auf die Bauweise, die Bautechnik oder die Energiestandards und auch hinsichtlich der Optik, der Form und der Größe.

Insofern ist es heute möglich, das Haus so zu gestalten, dass es ideal zum persönlichen Geschmack und den individuellen Bedürfnissen passt. Nur rund vier Prozent der Hersteller von Fertighäusern arbeiten mit Wandelementen aus Ziegelsteinen, bei 96 Prozent der Fertighäuser wird Holz verarbeitet. Die Gründe hierfür sind hauptsächlich die günstigeren Kosten, das bessere Raumklima durch die schnellere Trocknung und die deutlich reduzierte Gefahr von Schimmelbildung. 

Ein weiterer Punkt, der für Fertighäuser aus Holz spricht, ist die Tatsache, dass moderne Fertighäuser in aller Regel eine deutlich bessere Wärmedämmung mitbringen als durch die Energieeinsparverordnung vorgeschrieben. 

Welche Arten von Fertighäusern aus Holz es gibt sowie die wichtigsten und interessantesten Infos rund um Fertighäuser aus Holz hier nun in der Übersicht: 

Das Blockhaus

Fast schon ein Klassiker unter den Fertighäusern aus Holz ist das Blockhaus, das es sowohl in traditionellen als auch in modernen Varianten gibt. Bei einem Blockhaus bestehen die Wände, die Böden und die Decken aus Holz, wobei das verwendete Holz danach ausgewählt wird, welche Beanspruchungen durch Klima und Wetter zu erwaten sind. Anbieter von Blockhäusern produzieren die Häuser, setzen sie zusammen und nummerieren die einzelnen Bauteile. 

Für den Transport werden die Häuser dann abgebaut und vor Ort erneut zusammengebaut, entweder durch die Herstellerfirma oder durch den Bauherren. Finnische Blockhäuser gibt es mittlerweile auch als förderfähige Energiesparhäuser. 

Diese kennzeichnen sich durch einen speziellen Wandaufbau, der aus einer tragenden Innenwand und einer schützenden Außenwand besteht und dafür sorgt, dass Witterungseinflüsse sowohl das Holz als auch die Statik weniger belasten. 

Moderne Holz-Fertighäuser in traditionell bewährten Bauweisen

Fertighäuser in der Holzrahmenbauweise werden in den USA seit rund 350 Jahren angefertigt und auch in Kanada und Skandinavien ist diese Bauart am weitesten verbreitet. Bei der Holzrahmenbauweise werden die Einzelteile des Hauses, anders als bei der Holztafelbauweise, nicht vollständig vorgefertigt, sondern erst vor Ort mit Öffnungen ausgestattet, gedämmt und danach montiert. 

Vor allem bei geringen Wandstärken gehört die Holzrahmen- oder Holzplattenbauweise heute zu den am häufigsten angewandten Fertigungsverfahren, was sich in der ausgezeichneten Wärmedämmung erklärt, wobei die Holzrahmen dann mithilfe von Holz-, Faser- oder Gipskartonplatten flächig ausgesteift werden. Von der Ständerbauweise oder auch Geschossbauweise wird gesprochen, wenn Ständer sowohl das tragende System als auch die Seitenwände bilden. 

Dabei können sich die Ständer auch über mehrere Stockwerke erstrecken und eine solche Bauweise gehört in den Bereich des Fachwerkbaus. Werden Stützen als tragende Konstruktion verwendet, handelt es sich um die sogenannte Skelettbauweise, auch bekannt als Gerippebau.  

Das Ausbauhaus

Das Ausbauhaus, das teils auch als Mitbauhaus bezeichnet wird, ist die preiswerte Alternative zum Fertighaus. In beiden Fällen werden die Einzelteile im Werk passgenau vorbereitet und können so innerhalb kürzester Zeit vor Ort zum Haus inklusive Dach und Fenstern montiert werden. Anders als beim Fertighaus übernimmt der Bauherr den Innenausbau bei einem Ausbauhaus dann aber vollständig oder anteilig selbst. 

Die Hersteller bieten hierfür sogenannte Ausbaupakete an. Diese beinhalten neben Handbüchern und Anleitungen alle die Materialien, die der Bauherr für den jeweiligen Ausbauabschnitt benötigt.

Der Bauherr muss also nicht selbst ausrechnen, wie viel Dämmmaterial er beispielsweise benötigt und erhält zudem nur solche Materialien, die für die weitere Verarbeitung aufeinander abgestimmt sind.   

Der Modulbau und das Bausatzhaus

Bei Fertighäusern im Modulbau werden vorgefertigte und bereits komplett ausgestattete Raumzellen auf die Baustelle angeliefert und vor Ort nur noch miteinander verbunden. Recht häufig findet sich diese Bauweise bei Büro- und Verwaltungsgebäuden oder auch bei der Aufstockung von bestehenden Gebäuden. Häuser in der Modulbauweise können bis zu drei Stockwerke hoch sein und auch begrünte Dachflächen sind realisierbar.  

Bei einem Bausatzhaus handelt es sich um eine preiswerte Alternative, die jedoch handwerkliches Können voraussetzt. Bei einem Bausatzhaus erfolgt der Hausbau nämlich in Eigenleistung. Das bedeutet, der Bauherr kauft einen Bausatz für sein Haus, den er anschließend selbst montiert.

Das Passiv- und das Null-Energie-Haus

Moderne Fertighäuser aus Holz sind heute größtenteils als Passiv- oder Null-Energie-Häuser konzipiert und erfüllen damit weit mehr als die vorgeschriebenen Energieeffizienzvorschriften oder die Voraussetzungen für eine Förderung. Als Weiterentwicklung von Niedrigenergiehäusern sorgen beim Passivhaus beispielsweise speziell gedämmte Fenster, eine gute Wärmedämmung und eine luftdichte Gebäudehülle für die Energieeffizienz. 

Hinzu kommt das angenehme Raumklima und anstelle von Heizkörpern erfolgt die Wärmegewinnung über Wärmequellen im Haus und die Einstrahlung der Sonne. Das Null-Energie-Haus wiederum ist eine Weiterentwicklung des Passivhauses. Hier wird nicht nur regenerative Energie verwertet, sondern mithilfe von beispielsweise Erd- oder Sonnenkollektoren auch eigene Energie erzeugt. 

Dadurch ist die Bilanz zwischen der Energie, die für beispielsweise Heizung, Warmwasser oder Haushaltsstrom zugeführt wird, und der Energie, die das Haus selbst erzeugt, im Jahresdurchschnitt ausgeglichen.  

Formen, Grundrisse und Lebensdauer von Fertighäusern aus Holz

Im Grunde genommen gibt es heute keine Hausform, die nicht auch als Fertighaus realisiert werden kann. Ähnlich wie bei einem konventionell gebauten Haus kann der Bauherr somit auch beim Fertighaus seine individuellen Wünsche und Vorstellungen einbringen, nur mit dem Unterschied, dass die entsprechenden Bauteile anschließend angeliefert werden. 

Ähnlich viel Raum für eigene Ideen und Vorstellungen bieten auch die möglichen Grundrisse. Diese sind zwar vielfach vorbereitet und entsprechend durchdacht, können aber problemlos verändert und angepasst werden. Hilfreich für viele Bauherren ist dabei, dass die meisten Hersteller mit Programmen arbeiten, durch die die späteren Räume inklusive Möblierung als Animation zu sehen sind. 

Im Hinblick auf die Lebensdauer stehen Fertighäuser konventionell gebauten Häusern in nichts nach. Auch wenn ein Fertighaus innerhalb kurzer Zeit geplant, hergestellt und aufgebaut ist, beträgt die erwatete Lebensdauer über 100 Jahre.

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