Küchenarbeitsplatte zuschneiden – so geht’s, 1. Teil

Küchenarbeitsplatte zuschneiden – so geht’s, 1. Teil

Der Heimwerker muss nicht unbedingt Geld ausgeben, um einen Profi mit der Montage einer Küchenarbeitsplatte zu beauftragen. Denn eine Küchenarbeitsplatte zuzuschneiden und einzubauen, ist gar nicht so schwer. Wir erklären, wie es geht.

Die Küchenarbeitsplatte ist ein wichtiger Bestandteil der Küche. Denn sie ist gewissermaßen der Deckel für die Küchenunterschränke und nimmt gleichzeitig das Kochfeld und die Spüle auf. Außerdem bildet sie die Arbeitsfläche. Und nicht zuletzt sorgt die Arbeitsplatte für ein vollständiges und ansprechendes Gesamtbild.

Küche bauen

Im Laufe der Zeit zeigen sich auf einer Arbeitsplatte aber Kratzer, Verfärbungen und andere Gebrauchsspuren. Eine neue Platte kann der Küche dann schnell und einfach wieder zu neuem Glanz verhelfen, ohne dass gleich die komplette Einbauküche ausgetauscht werden muss. Steht eine umfassende Renovierung der Küche an oder ist der Heimwerker umgezogen, bekommt die Küche in aller Regel eine neue Arbeitsplatte. Denn anders als die Küchenschränke und die Elektrogeräte lässt sich eine Arbeitsplatte meist nicht vernünftig abbauen und an anderer Stelle erneut montieren.

Doch unabhängig davon, warum eine neue Küchenarbeitsplatte verbaut wird, gilt immer, dass sie zugeschnitten werden muss. Schließlich muss sie nicht nur auf die Küchenunterschränke aufgelegt werden, sondern braucht auch Aussparungen für das Kochfeld und die Spüle. Doch der Zuschnitt und die Montage sind gar nicht so kompliziert, wie oft vermutet. In einer zweiteiligen Anleitung erklären wir, wie der Heimwerker seine Küchenarbeitsplatte zuschneiden und richtig einbauen kann.

Dabei beginnen wir im 1. Teil mit den notwendigen Vorarbeiten:

 

Die Vorbereitungen für den Einbau der neuen Küchenarbeitsplatte

Bevor die eigentlichen Arbeiten beginnen können, sollte der Heimwerker ein paar grundlegende Vorbereitungen treffen. Dazu gehört in erster Linie, sich einen Arbeitsplatz einzurichten, an dem er gut arbeiten kann.

Optimal ist, wenn der Heimwerker die Arbeitsplatte auf Böcke legen und seine Konstruktion so positionieren kann, dass er von allen Seiten an die Platte herankommt. Den Arbeitsbereich sollte der Heimwerker mit einer Malerfolie oder einer ähnlichen Unterlage abdecken. So geht das Aufräumen nach dem Zuschnitt schneller.

Wird die neue Platte auf die bestehende Küche montiert, sollte der Heimwerker außerdem die Unterschränke ausräumen. Später, nach dem Zuschnitt wird die Montage nämlich wesentlicher einfacher, wenn der Heimwerker nicht zwischen Töpfen, Tellern, Schüsseln und Konservendosen durchgreifen muss.

Steht vor dem Einbau der neuen Platte erst noch der Ausbau der alten Platte an, muss der Heimwerker den Herd und die Spüle ausbauen. Bevor er den Herd löst, muss er die dazugehörigen Sicherungen ausschalten. Im Sicherungskasten gibt es drei Sicherungen für den Herd und der Heimwerker muss alle drei Sicherungen stilllegen. Erst danach kann er sich an den Ausbau machen.

Beim Ausbau der Spüle muss der Siphon abmontiert werden. Zuvor sollte der Heimwerker natürlich das Wasser abstellen, um keine Überschwemmung zu verursachen. Ratsam ist außerdem, einen leeren Eimer unter den Anschluss zu stellen, um die Wasserreste aufzufangen.

 

Die Werkzeuge und Hilfsmittel für den Einbau der Küchenarbeitsplatte

Für den Zuschnitt und den Einbau der neuen Arbeitsplatte braucht der Heimwerker ein paar Gerätschaften. Gut ist, wenn er sich alle Werkzeuge und Hilfsmittel gleich zurechtlegt. So kann er später alle Arbeitsschritte ohne Unterbrechungen nacheinander durchführen. Die Materialliste für die Montage der neuen Küchenarbeitsplatte sieht so aus:

  • Zollstock oder Maßband und Bleistift
  • Säge; gut geeignet sind eine Stichsäge oder eine Tischkreissäge. Auch eine Tauchsäge mit Führungsschiene bietet sich an. Zu einer Handsäge sollte der Heimwerker hingegen nicht greifen. Denn weil eine Arbeitsplatte vergleichsweise dick ist, würde das Sägen nicht nur lange dauern und anstrengend werden, sondern meist auch zu ungenauen Schnittkanten führen.
  • Sägeblatt, abgestimmt auf die Stärke der Arbeitsplatte
  • Holzbohrer
  • Bandschleifer oder Elektrohobel und Schleifpapier mit feiner Körnung
  • Kellergrund und Pinsel, Dichtungsband oder Silikon und Auspresspistole
  • Kantenumleimer, passend zur Arbeitsplatte
  • Arbeitsböcke und Malerfolie für den Arbeitsplatz

Das Ausmessen der neuen Küchenarbeitsplatte

Mit dem Ausmessen der Küchenarbeitsplatte folgt nun ein sehr wichtiger Arbeitsschritt. Denn wenn der Heimwerker falsch oder ungenau misst, stimmt später der Zuschnitt nicht.

Das Ergebnis davon kann sein, dass die Platte nicht passt, schief sitzt oder unter einer zu hohen Spannung steht. Der Heimwerker ist also gut beraten, wenn er sorgfältig arbeitet und im Zweifel lieber einmal zu viel nachmisst als einmal zu wenig.

Die Vorgehensweise beim Messen ist so:

Kontrolle

Wichtig ist zunächst einmal, dass die Küchenunterschränke gerade ausgerichtet sind. Am besten kontrolliert der Heimwerker also noch einmal mit der Wasserwaage, ob alles passt.

Die Länge

Um die benötigte Länge der Arbeitsplatte zu ermitteln, setzt der Heimwerker sein Messgerät an einer Außenseite an und misst anschließend über alle Unterschränke hinweg bis zur anderen Seite.

Ist die Strecke recht lang, kann es passieren, dass der Heimwerker seinen Zollstock oder sein Maßband mehrfach neu ansetzen muss. In diesem Fall ist es ratsam, wenn er sich die Ansetzstellen mit dem Bleistift markiert. Dadurch ist sichergestellt, dass er nicht verrutscht und am Ende ein paar Zentimeter fehlen.

Die Tiefe

Küchenarbeitsplatten sind üblicherweise für Standard-Küchenschränke ausgelegt. Deshalb kann die Platte oft auf die Schränke aufgelegt werden, ohne dass der Heimwerker etwas an der Tiefe verändern muss. Ein kleinerer Spalt, der durch Unebenheiten in der Wand entsteht, lässt sich später mit einer Abdeckleiste kaschieren.

Ist das aber nicht der Fall, wird die benötigte Tiefe ermittelt, indem der Heimwerker sein Messgerät an der Küchenwand oder an der Rückseite der Küchenschränke ansetzt und nach vorne misst. Zum ermittelten Maß sollte er dann zwei, drei Zentimeter dazuaddieren. Dadurch steht die Küchenarbeitsplatte später vorne etwas über. Für die Funktionalität, den Schutz der Schränke und die Sauberkeit in der Küche ist das ein klarer Vorteil.

Die Aussparungen

Als nächstes sind die Aussparungen für das Kochfeld und die Spüle an der Reihe. Um die Größe der Felder zu bestimmen, kann der Heimwerker die Länge und die Breite von Kochfeld und Spülbecken direkt ausmessen. Oder er kann die beiden Gegenstände als Schablonen verwenden. Sind der Herd und die Spüle neu gekauft, liegen ihnen meist Schablonen bei. Diese kann der Heimwerker natürlich ebenfalls nutzen.

Hat der Heimwerker die Größe der Felder ermittelt und die richtigen Positionen auf der Platte ausgemessen, kann er die Maße übertragen. Anschließend zeichnet er in jedes Feld ein Innenfeld, das rundherum zwei Zentimeter kleiner ist. Die Aussparungen etwas kleiner anzulegen, ist es deshalb wichtig, weil das Kochfeld und die Spüle sonst durch die Arbeitsplatte durchrutschen würden.

3 Tipps

Wenn der Heimwerker seine Maße und Schnittlinien auf die Arbeitsplatte überträgt, sollte er den Bleistift gut aufdrücken. Schließlich müssen die Markierungen gut zu erkennen sein.

Außerdem sollte er nie auf der Oberseite, sondern immer nur auf der Unterseite der Küchenarbeitsplatte arbeiten. Die Unterseite ist später nämlich nicht zu sehen. Deshalb macht es nichts, wenn der Heimwerker hier eventuell Korrekturlinien aufzeichnen muss. Auf der Oberseite hingegen müsste er später alle Markierungen wieder entfernen.

Und noch etwas: Tauscht der Heimwerker lediglich die Arbeitsplatte aus, bleibt ansonsten aber alles wie gehabt, kann er die alte Küchenarbeitsplatte als Schablone verwenden. So muss er nichts messen, sondern kann die Länge und die Aussparungen direkt übertragen.

Die Vorarbeiten sind damit abgeschlossen. Im 2. Teil geht es mit dem Zuschnitt der Arbeitsplatte und den Eckverbindungen weiter.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

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