FAQ zum Motorsägenschein, Teil 1

FAQ zum Motorsägenschein, Teil 1

Sein eigenes Brennholz schneiden, große Hecken stutzen, Äste entfernen, Bäume fällen: Die Motorsäge kann verschiedene Aufgaben übernehmen. Aber das praktische Werkzeug ist nicht ungefährlich. Bei Wald-, Forst- und Gartenarbeiten kommt es immer wieder zu Unfällen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

FAQ zum Motorsägenschein, Teil 1

Umso wichtiger ist deshalb der richtige Umgang mit der Motorsäge. Er wird bei entsprechenden Kursen vermittelt. Und als Nachweis gibt es am Ende den Motorsägenschein.

Nur: Wie lange dauert so ein Lehrgang? Wer bietet Kurse an? Was kostet das Ganze? Und wer braucht den Schein überhaupt?

In einem zweiteiligen Beitrag beantworten wir FAQ zum Motorsägenschein!:

Wer braucht einen Motorsägenschein?

Motorsägen sind frei verkäuflich. Der Heimwerker kann also einfach in den Baumarkt spazieren, sich eine Säge aussuchen und diese kaufen. Einen Nachweis, dass er mit diesem Gerät umgehen kann, muss er nicht vorlegen.

Als Gartenbesitzer wird der Heimwerker vielleicht schon darüber nachgedacht haben, sich eine Motorsäge zuzulegen. Gleiches gilt, wenn der Heimwerker auf seinem Grundstück eine Feuerstelle oder einen Räucherofen hat, im Wohnzimmer ein Kaminofen steht oder die Heizung im Haus mit Holz betrieben wird. Mithilfe der Motorsäge kann der Heimwerker das Brennholz dann nämlich selbst schneiden.

Solange sich die Arbeiten auf dem eigenen Grund und Boden abspielen, ist kein Motorsägenschein erforderlich. Einen Kurs zu machen, kann zwar nicht schaden. Denn der Heimwerker kann das Wissen und die Tipps aus dem Lehrgang nutzen, um sich die Arbeit künftig zu erleichtern. Eine Pflicht dazu besteht aber nicht.

Das ändert sich, sobald der Heimwerker sein Brennholz im öffentlichen Forst machen möchte. Dann braucht er einen Motorsägenschein als Nachweis dafür, dass er für solche Arbeiten ausgebildet ist.

In Wäldern mit einem Zertifikat für nachhaltige Waldbewirtschaftung wird der Schein seit 2013 grundsätzlich gefordert. Die meisten Landesforste und kommunalen Forstbetriebe wollen inzwischen ebenfalls einen Motorsägenschein sehen.

Und selbst private Waldbesitzer, die Brennholz zum Selbermachen verkaufen, lassen immer öfter nur noch Inhaber von Motorsägenscheinen ran.

Neben der Arbeit im öffentlichen Wald braucht der Heimwerker außerdem einen Schein, wenn er auf dem Grundstück eines Dritten mit der Motorsäge hantieren will. Ob das Grundstück ein Garten, Bauland oder eine landwirtschaftliche Fläche ist, spielt keine Rolle.

Und es ist auch egal, ob der Eigentümer ein Verwandter, ein Freund, der Nachbar oder ein Fremder ist. Wenn das Grundstück nicht dem Heimwerker gehört, muss er einen Motorsägenschein haben. Diese Vorgabe soll Sicherheit gewährleisten und das Unfallrisiko minimieren. Außerdem kommen versicherungstechnische Gründe zum Tragen.

Wer kann einen Motorsägenschein machen?

Um einen Lehrgang zu absolvieren, braucht der Heimwerker keine Vorkenntnisse. Selbst wenn er die Motorsäge zum ersten Mal überhaupt in die Hand nimmt, kann er den Kurs machen.

Für die Teilnahme muss er aber ein paar andere Voraussetzungen mitbringen:

Volljährigkeit

Der Heimwerker muss volljährig sein, das 18. Lebensjahr also abgeschlossen haben. Eine Ausnahme gilt nur für Azubis in den sogenannten Grünen Berufen. Sie können den Lehrgang absolvieren, auch wenn sie noch keine 18 Jahre alt sind. Eine Höchstgrenze gibt es hingegen nicht.

Geistige Eignung und körperliche Fitness

Die Motorsäge ist ein Werkzeug mit einem hohen Gefahrenpotenzial. Allein schon deshalb muss die geistige Eignung für Arbeiten mit diesem Gerät vorhanden sein.

Außerdem braucht der Heimwerker eine gewisse Fitness. Er muss zwar kein ausgewiesener Sportler sein. Doch ganz ohne Fitness geht es nicht.

Denn Holzarbeiten sind körperlich anstrengend. Die Motorsäge als solches wiegt schon ein paar Kilo und der Heimwerker braucht Kraft, um sie auch über einen längeren Zeitraum vernünftig zu halten.

Ausstattung

Für den Lehrgang braucht der Heimwerker nicht nur eine Motorsäge. Vielmehr benötigt er auch die vorgeschriebene Schutzausrüstung.

Sie umfasst

  • eine Schnittschutzhose,
  • Sicherheitsschuhe mit Schnittschutz,
  • einen Helm mit Geschichts- und Gehörschutz,
  • Handschuhe und
  • eine Jacke.

Je nach Farbe der Schutzkleidung wird außerdem eine Sicherheitsweise empfohlen. Sie sollte ähnlich wie die Warnweste im Auto in einer Signalfarbe gehalten sein. Die Richtlinien zur persönlichen Schutzausrüstung bei Wald- und Forstarbeiten hat die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in einer PDF zusammengefasst.

Bei vielen Kursanbietern muss der Heimwerker nicht unbedingt eigene Sachen mitbringen, sondern kann sich sowohl die Säge als auch die Schutzausrüstung ausleihen. Teilweise ist das kostenlos, teilweise wird eine Gebühr fällig.

Besser ist aber, wenn der Heimwerker seine Ausrüstung mitbringt. Spätestens wenn er in den Wald möchte, muss er sich die Sachen nämlich ohnehin besorgen. Dann kommen für die eigene Sicherheit übrigens noch Verbandszeug und ein Handy dazu.

Wie lange dauert ein Motorsägen-Lehrgang?

Die Kurse teilen sich in mehrere Module auf. Den Anfang macht der einfache Motorsägenschein. Er besteht aus einem oder zwei Modulen. Bei einem weiterführenden Schein sind es drei Module.

Neben diesen beiden Grundvarianten gibt es noch spezielle Motorsägenscheine. Sie umfassen zum Beispiel die Ausbildung für Arbeiten mit Sturmholz, Windbruch oder gefährliche Fällungen.

Für den normalen, privaten Gebrauch genügt in aller Regel der einfache Motorsägenschein. Der dazugehörige Kurs dauert einen oder zwei Tage.

Umfasst der Kurs mehrere Module, ist auch die Dauer entsprechend länger. Meist sind es dann vier bis sechs Tage. Weiterführende Motorsägenscheine sind aber in erster Linie für Teilnehmer gedacht, die beruflich mit Holz arbeiten oder den Schein gewerblich nutzen möchten.

Mehr Anleitungen, Tipps und Ratgeber:

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Redaktion

Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.
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