Halböl selber machen – so geht’s

Halböl selber machen – so geht’s

Halböl wird oft als Grundierung für Holzoberflächen verwendet, die anschließend mit einer ölhaltigen Farbe gestrichen werden sollen. Doch auch als natürlicher Holzschutz ist Halböl geeignet. Das Produkt gibt es fertig zu kaufen. Weil nur zwei Zutaten benötigt werden, ist es aber genauso möglich, Halböl selber herzustellen. Wie das geht, erklären wir in diesem Beitrag.

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Halböl selber machen - so geht's

Was ist Halböl überhaupt?

Halböl heißt deshalb so, weil es nur ein halbes Öl ist. Es besteht nämlich zu gleichen Teilen aus Leinöl und einem Lösungsmittel.

Bereits im Mittelalter wurde Leinöl verwendet, um Ölfarben herzustellen. Auch für den Holzschutz kam Leinöl zum Einsatz. Die Behandlung mit Öl betont die natürliche Holzstruktur. Das Holz wird etwas dunkler und die Maserung tritt deutlicher hervor. Das führt dazu, dass die Holzoberfläche optisch wärmer wirkt.

Um zu erreichen, dass das Leinöl tiefer ins Holz eindringt, wird es mit Lösungsmitteln versetzt. Auf diese Weise entsteht Halböl. Halböl füllt die Holzporen sehr gut aus. Das führt dazu, dass ölhaltige Anstriche sicher auf dem Untergrund haften. Gleichzeitig ist das auch der Grund, warum Halböl oft als Grundierung vor Ölanstrichen aufgetragen wird.

Durch Halböl entsteht eine offenporige Schicht, die imprägniert und sowohl wasser- als auch schmutzabweisend wirkt. Für Flächen im Innenbereich, die keinen großen Belastungen ausgesetzt sind, reicht die Behandlung mit Halböl aus.

Im Unterschied dazu sollte bei stark beanspruchten Flächen wie zum Beispiel dem Fußboden und im Außenbereich ein weiterer Anstrich mit einer Holzlasur oder einer Ölfarbe erfolgen, um einen guten Holzschutz zu gewährleisten.

Die benötigten Zutaten für eigenes Halböl

Wer selbst Halböl herstellen möchte, braucht dafür:

  • Leinöl

  • Lösungsmittel

  • ausreichend großes Gefäß zum Anrühren

  • Rührwerkzeug

  • Messbecher

  • kleiner Eimer mit Deckel, Schraubglas oder ähnliches Gefäß

Als Lösungsmittel wird meistens Balsamterpentinöl verwendet. Durch die Zugabe von Balsamterpentinöl ist Halböl zwar kein reines Naturprodukt mehr. Trotzdem kann diese Mischung bedenkenlos in Innenräumen verarbeitet werden.

Etwas preiswerter wird das selbstgemachte Halböl, wenn zum Leinöl Testbenzin oder Petroleum hinzukommt. Sogar flüssiger Grillkohleanzünder eignet sich als Lösungsmittel. Weil diese Stoffe bedenkliche Ausdünstungen verursachen können, eignet sich solches Halböl aber nur für den Außenbereich.

Halböl selber machen – so geht’s

Zunächst einmal ist wichtig, dass der Arbeitsplatz und die Werkzeuge sauber und staubfrei sind. Gelangen Staub oder andere Schmutzpartikel ins Halböl, werden sie später auf der Holzoberfläche sichtbar. Deshalb sollten die Gefäße und das Rührwerkzeug gut ausgespült sein. Verwendet werden sie erst im trockenen Zustand. Auch die Arbeitsfläche sollte sauber abgewischt sein.

Für das Halböl werden nun das Leinöl und das Lösungsmittel im Verhältnis 1:1 in ein Gefäß gegeben. Das Gefäß sollte so groß sein, dass gut darin gerührt werden kann. Die Mischung zu gleichen Teilen macht den Charakter des Halböls aus. Es kann deshalb sinnvoll sein, die beiden Komponenten abzumessen, statt sich nur auf sein Augenmaß zu verlassen.

Das Halböl sollte nun mehrere Minuten lang gut gerührt werden, bis sich das Leinöl und das Lösungsmittel gleichmäßig miteinander vermischt haben.

Damit ist das selbstgemachte Halböl auch schon fertig. Um es zu lagern, wird es in ein Gefäß mit Deckel eingefüllt. Auf diese Weise gelangen keine Verunreinigungen in das Halböl. Außerdem hat es keinen Kontakt zur Luft und das Lösungsmittel kann sich nicht so schnell verflüchtigen.

Das Halböl verwenden

Das Halböl kann auf alle unbehandelten Holzoberflächen aufgetragen werden, die sauber, staubfrei und trocken sind. Für den Auftrag kann entweder ein fusselfreier Lappen oder ein weicher Pinsel verwendet werden. Das Halböl wird dann in einer dünnen Schicht in Richtung der Holzmaserung aufgebracht.

Nach 20 bis 30 Minuten sollte die Holzoberfläche mit einem sauberen, weichen Lappen abgewischt werden, um auf diese Weise das überschüssige Halböl zu entfernen. Anschließend die Fläche trocknen lassen.

Verglichen mit gekauftem Halböl, dauert es länger, bis das selbstgemachte Halböl getrocknet ist. Das liegt daran, dass gekauften Produkten sehr oft Sikkative und andere Stoffe beigemischt sind. Sikkative beschleunigen die Aushärtung.

Noch ein Tipp

Wer möchte, kann sein Halböl pigmentieren. Sinnvoll ist das zum einen dann, wenn die Holzoberfläche farbig gestrichen werden soll. Durch die Farbpigmente im Halböl ist die Fläche farblich schon auf den Folgeanstrich vorbereitet. Und weil das Halböl tiefer in das Holz eindringt, fällt es weniger auf, wenn der Anstrich irgendwann etwas abblättert.

Zum anderen schützen Farbpigmente im Halböl das Holz besser vor der UV-Strahlung. Deshalb neigt das Holz weniger zum Vergrauen.

Um das Halböl zu pigmentieren, wird zunächst eine kleine Menge Halböl abgenommen. Anschließend reichlich Farbpigmente hinzufügen, bis eine glatte Paste entsteht. Dann die benötigte Menge Halböl in ein großes Gefäß füllen und mit der Farbpaste einfärben.

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Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

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