So bleiben Arbeitsplatte und Schneidebretter lange schön

So bleiben Arbeitsplatte und Schneidebretter lange schön

Ob Arbeitsplatte oder Schneidebretter: Holz ist in fast jeder Küche vorhanden. Und dafür gibt es auch gute Gründe. So macht Holz optisch eine gute Figur und wirkt gerade in einer modernen Küche oft wohnlicher als eine Platte aus Stein oder Fliesen. Außerdem hat Holz eine lange Lebensdauer, denn die hölzernen Flächen können immer wieder aufgearbeitet werden. Hinzu kommt, dass Holz die Klingen der Messer schont.

So bleiben Arbeitsplatte und Schneidebretter lange schön

Nicht zuletzt ist eine Arbeitsplatte aus Holz oft kostengünstiger als eine Platte aus anderen Materialien. Und während der Heimwerker die Holzplatte selbst zu- und ausschneiden kann, ist das zum Beispiel bei einer Steinplatte nicht ohne Weiteres möglich.

Allerdings brauchen hölzerne Arbeits- und Schneideflächen die richtige Pflege. Andernfalls können die häufige Nutzung und die Feuchtigkeit die Flächen porös und trocken werden lassen. Außerdem könnten Bakterien und Keime eindringen, die beim Kontakt mit Lebensmitteln problematisch sind.

Aber keine Angst: Die Pflege ist längst nicht so aufwändig, wie oft befürchtet. Wir zeigen die drei Punkte, die dafür sorgen, dass Arbeitsplatte und Schneidebretter lange schön bleiben:

  1. Die Flächen sauber halten

Bei Küchenarbeitsplatten aus Stein, Fliesen oder mit einer Beschichtung haften Rückstände und Verschmutzungen meist nur auf der Oberfläche. Fast alle Flüssigkeiten bräuchten mehrere Tage, um tatsächlich in das Material einzudringen. Im Unterschied dazu nimmt Holz Flüssigkeiten sehr schnell auf. Die Folge sind unschöne Flecken und Verfärbungen.

Wichtig ist deshalb, hölzerne Arbeitsplatten und Schneidebretter immer sauber zu halten. Ein neutraler Reiniger oder eine milde Seife helfen dabei, Rückstände, die am Holz haften, zuverlässig zu beseitigen.

Sind die Flächen abgewischt, sollten sie mit einem Tuch abgetrocknet werden. Auf diese Weise wird die überschüssige Feuchtigkeit entfernt.

Bei der Reinigung geht es aber nicht nur um die Optik, sondern auch um die Hygiene. Aggressive chemische Reinigungsmittel beseitigen zwar Schmutz und Keime.

Allerdings hinterlassen sie Rückstände, die das Holz angreifen und die Gesundheit gefährden können. Besser ist deshalb, auf ein einfaches Hausmittel zurückgreifen. Dieses Hausmittel ist Essig.

Studien haben gezeigt, dass die Säure im Essig eine desinfizierende Wirkung hat. Für die Anwendung ist es am besten, den Essig unverdünnt in eine Sprühflasche einzufüllen und die Flächen damit einzusprühen. Anschließend kann der Essig mit einem Tuch dünn und gleichmäßig verteilt werden.

  1. Flecken entfernen

Auch wenn die Arbeitsplatte und die Bretter immer gleich abgewischt werden, bleibt es nicht aus, dass mal eine kleine Verschmutzung übersehen wird oder beim Kochen etwas daneben geht.

Um die unschönen Flecken dann wieder wegzubekommen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

Zitrone

Ein natürlicher Fleckenentferner besteht aus einer halben Zitrone und Salz. Dazu wird der Fleck zuerst mit Salz bestreut. Anschließend wird die Stelle mit der Schnittfläche der halbierten Zitrone gut abgerieben.

Auf diese Weise werden das Salz und der Zitronensaft in das Holz eingearbeitet. Die Mischung sollte nun über Nacht einwirken können. Am nächsten Tag werden die Reste mit einem feuchten Tuch abgewischt.

Das Salz wirkt wie Schleifpapier, während der Zitronensaft säubert und aufhellt. Gleichzeitig können mit dieser Methode Gerüche neutralisiert werden, die sich zum Beispiel beim Schneiden von Zwiebeln und Knoblauch festgesetzt haben.

Natron

Ebenfalls ein bewährtes Hausmittel zur Fleckenentfernung ist Natron. Der Fleck wird großzügig bestreut und das Pulver dann mit viel Druck möglichst gut in das Holz eingerieben.

Nach einigen Minuten Einwirkzeit kann das überschüssige Natron abgewischt werden. Mit etwas Glück kann das Natron die Feuchtigkeit komplett binden und die Verfärbung vollständig aus dem Holz ziehen.

Abschleifen

Ist der Fleck schon tief ins Holz eingedrungen, wird mitunter nichts anderes übrig bleiben, als die Fläche abzuschmirgeln. Ratsam dabei ist, für den ersten Durchgang ein mittelgrobes Schmirgelpapier mit einer 80er- oder 100er-Körnung zu verwenden. Die gröbsten Verschmutzungen lassen sich damit gut beseitigen.

Danach sollte ein zweiter Durchgang mit einem feinen Schleifpapier mit einer 180er- oder 220er-Körnung folgen. So wird das Holz wieder glatt und geschmeidig.

Beim Abschmirgeln entsteht zwangsläufig eine kleine Vertiefung. Damit die Delle nicht zu sehr auffällt, sollte die Fläche um den Fleck herum ebenfalls etwas angeschliffen werden. Dabei dann mit zunehmendem Abstand immer weniger Holz abtragen, um die Höhe anzugleichen.

Bleichmittel

Wenn alle Hausmittel versagen und das Abschleifen der Holzflächen noch etwas hinausgeschoben werden soll, kann eine Mischung aus Bleichmittel und Wasser weiterhelfen.

Für die Lösung werden Bleichmittel und Wasser zu gleichen Teilen gemischt. Dann einen Lappen oder Schwamm leicht mit der Flüssigkeit befeuchten und die fleckige Stelle damit behandeln. Wichtig ist aber, die Lösung wirklich nur sehr sparsam auf das Holz aufzutragen.

Bei einem hartnäckigen Fleck kann die Lösung über Nacht einwirken. Anschließend die Stelle mit klarem Wasser säubern. Danach sollte die Stelle unbedingt noch mit Essig behandelt werden, um das Bleichmittel zu neutralisieren. Und Vorsicht: das Bleichmittel kann nicht nur den Fleck beseitigen, sondern auch das Holz bleichen.

  1. Die Holzflächen ölen

Um das Holz zu schützen, sollten die Oberflächen regelmäßig versiegelt werden. Wichtig ist das vor allem nach einer Fleckenentfernung. Aber auch zwischendurch sollten die Arbeitsplatte und die Schneidebretter immer mal wieder eingeölt werden, damit das Holz nicht austrocknet.

In der Küche dürfen grundsätzlich nur Öle zum Einsatz kommen, die keine schädlichen Substanzen enthalten. Denn anders als Schranktüren oder Regalböden kommen die Arbeitsflächen in der Küche mit Lebensmitteln in Kontakt.

Um die Schutzschicht aufzufrischen, ist Olivenöl gut geeignet. Auch Leinöl, Kokosöl, Mandelöl oder Nussöl können verwendet werden. Eine weitere Alternative ist eine lebensmittelechte Politur aus Mineralöl.

Das Öl wird großzügig auf die Fläche aufgetragen und entweder mit dem Lappen oder der Hand verteilt.

Wichtig dabei ist, auch die Seitenflächen gut einzuölen. Denn hier verlaufen die Holzfasern oft quer, wodurch diese Stellen besonders anfällig für Feuchtigkeit und Schmutz sind.

Nach etwa 20 Minuten ist das Öl an einigen Stellen komplett aufgesogen, während es sich an anderen Stellen auf der Oberfläche staut. Dann sollte das Öl noch einmal gleichmäßig über die ganze Fläche verteilt werden.

Nach weiteren 15 Minuten kann das überschüssige Öl mit einem sauberen Lappen abgenommen werden. Sollte das Holz das ganze Öl sofort eingezogen haben, ist es ratsam, eine zweite Schicht aufzutragen. Dann war das Holz nämlich schon ziemlich trocken.

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Markus Scheuer, 47 Jahre, Tischlermeister, Mario Schwab, 36 Jahre, Holzmechaniker und Timor Arksol, 43 Jahre, Inhaber Holzhandel, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes zum Rohstoff Holz, sowie Anleitungen, Tipps und Ratgeber für die Holzbearbeitung.

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