Holz als Rohstoff – ein Überblick

Holz als Rohstoff – ein Überblick 

Ganze Häuser, Möbel und Einrichtungsgegenstände, Papier, Brennmaterial – das sind nur ein paar Beispiele dafür, was alles aus Holz entstehen kann. Schon seit jeher wissen die Menschen die vielen guten Eigenschaften des natürlichen Werkstoffes zu schätzen und zu nutzen. Aber was ist Holz eigentlich genau? 

 

Und was macht das Material so besonders? Holz als Rohstoff – hier ein Überblick.  

Was ist Holz?

Holz gehört zu den stabilsten Pflanzenprodukten überhaupt. Der Rohstoff ist so fest, dass Bäume viele Meter breit und hoch werden können, ohne umzufallen oder abzuknicken. Das Holz selbst besteht aus röhrenförmigen Zellen aus Zellulose.

Als Klebstoff, der die Zellulosezellen zusammenhält und dem Holz gleichzeitig seine Festigkeit verleiht, dient Lignin. Das farblose Lignin ist eine feste Kohlenwasserstoff-Verbindung und lagert sich in den Zellwänden ein.

Das Verholzen von pflanzlichen Zellen wird deshalb auch Lignifizierung genannt. Die Zellulosezellen sind je nach Baumart unterschiedlich groß und verschieden strukturiert. Aus diesem Grund weisen die einzelnen Holzarten ihre jeweiligen Eigenarten auf. So sind sie beispielsweise unterschiedlich schwer, dicht und fest. Die Botanik unterteilt Hölzer in Nadel- und in Laubhölzer. Nadelhölzer sind meist leichter als Laubhölzer. Außerdem sind sie nicht ganz so hart. Aus diesem Grund werden Laubhölzer auch Harthölzer genannt.  

Welche Funktion haben die verschiedenen Holzschichten?

Ein Baumstamm setzt sich aus mehreren Schichten zusammen. Dabei hat jede dieser Schichten ihre Aufgabe:

·         Den Mittelpunkt eines Baumstamms bildet das Kernholz. Das Kernholz besteht aus abgestorbenen Holzzellen. In den Holzzellen haben sich aber Gerbstoffe und Harze abgelagert. Deshalb ist das Kernholz besonders fest und sehr widerstandsfähig.

·         Das Kernholz ist vom Splintholz umschlossen. Das Splintholz besteht aus lebenden Holzzellen in Röhrenform. Diese Holzzellen speichern Nährstoffe und sind für die Wasserversorgung der Baumkrone zuständig.

·         Die nächste Schicht ist das Kambium. Das Kambium hat die Aufgabe, neue Holzzellen zu bilden. Deshalb besteht es aus Holzzellen, die sich teilen können. Wenn neue Holzzellen entstehen, nimmt der Baum an Umfang zu. Dabei bildet das Kambium zum einen Holzzellen, die sich in Richtung Splintholz positionieren und den Transport von Nährstoffen und Wasser übernehmen. Zum anderen entstehen zur Außenseite hin Siebzellen, die die Holzsäfte unter der Rinde abtransportieren.

·         Die äußerste Schicht ist die Baumrinde, die auch Borke genannt wird. Die Rinde besteht aus abgestorbenen Holzzellen und dient als Schutzschicht.  Das Zellwachstum im Kambium findet vom Frühling bis zum Spätherbst statt. Die neuen Zellen, die in diesem Zeitraum entstehen, sind größer als die Zellen im Vorjahr. Dies führt dazu, dass sich die sogenannten Jahresringe bilden, durch die abgezählt werden kann, wie alt ein Baum ist.  

Was bedeutet nachhaltige Waldwirtschaft?

Bei den Rohstoffen, die weltweit am intensivsten gehandelt und am häufigsten genutzt werden, belegt Holz einen der Spitzenplätze. Dabei gehört Holz zu den nachwachsenden Rohstoffen. Je nach Holzart dauert es aber mitunter sehr lange, bis ein Baum eine stattliche Größe erreicht hat. Um zu vermeiden, dass in zu kurzer Zeit zu große Flächen gerodet werden, wurde das Konzept der nachhaltigen Waldwirtschaft entwickelt.

Zur Nachhaltigkeit gehört beispielsweise, dass für jeden Baum, der gefällt wurde, ein neuer Baum angepflanzt wird. Dadurch soll sichergestellt sein, dass das geschlagene Holz nachwachsen kann und sowohl die Wälder als auch die Holzvorräte erhalten bleiben. In diesem Zusammenhang wurde 1993 auch das Forest Stewardship Council, kurz FSC, ins Leben gerufen.

Die Organisation hat Standards etabliert, die eine umwelt- und sozialverträgliche Waldwirtschaft kennzeichnen und weltweit gültig sind. Gleichzeitig vergibt das FSC Gütesiegel an Holzprodukte, die aus nachhaltiger und umweltfreundlicher Forstwirtschaft stammen.  

Wie sieht es mit der Ökobilanz von Holz aus?

Holz zählt zu den sehr umweltfreundlichen Werkstoffen. Ein Grund hierfür ist die CO2-Bilanz. So entsteht kein neues Kohlendioxid, wenn Holz verwendet wird, verbrennt oder sich auf natürlichem Wege abbaut. Beim Verbrennen gibt Holz beispielsweise nur das Kohlendioxid ab, das der Baum während seiner Lebenszeit gespeichert hat.

Dieses freigesetzte Kohlendioxid wird von anderen Waldbäumen wieder aufgenommen. Wird heimisches Holz verwendet, sorgen die kurzen Transportwege für weitere Pluspunkte in Sachen Ökobilanz. Ein weiterer wichtiger Pluspunkt ist, dass bei der Verwendung von Holz so gut wie keine Abfälle entstehen.

Neben- und Abfallprodukte wie Hackschnitzel, Späne oder Sägemehl können unter anderem zu Holzpellets, Spanplatten oder Papier weiterverarbeitet werden. Und selbst ausgediente Holzerzeugnisse können noch zum Lieferant für Wärme oder Strom werden.     

Wofür kann der Rohstoff Holz verwendet werden?

Holz ist ein unglaublich vielseitig verwendbarer Rohstoff. Treppen, Bodenbeläge im Innen- und Außenbereich, Wand- und Deckenverkleidungen, Möbel, Skulpturen, Deko-Artikel oder auch Küchenutensilien wie Kochlöffel dürften zu den Holzprodukten gehören, die sich in nahezu jedem Haushalt finden lassen.

Hinzu kommt das Holz, das als Brennmaterial in modernen Heizungsanlagen oder als Kaminholz für wohlige Wärme sorgt. Aber aus Holz können auch ganze Häuser und große Bauwerke entstehen. So sind etwa in Skandinavien und in den USA Holzhäuser die häufigste Häuserform überhaupt.

Selbst Brücken und Hallen können komplett aus Holz gebaut werden. Zudem werden Boote und Schiffe, Kutschen und unzählige andere Dinge aus dem Rohstoff gefertigt.

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