Güte- und Sortierklassen von Holz

Übersicht über die Güteklassen und Sortierklassen von Holz 

Holz weist von Natur aus unterschiedliche Eigenschaften und Qualitäten auf. Dies gilt jedoch nicht nur beim Vergleich unterschiedlicher Holzarten, sondern auch innerhalb einer Holzart. 

Je nach dem, welche Wachstumsbedingungen vorherrschten und aus welcher Region das Holz stammt, können sich trotz gleicher Holzart deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Eigenschaften und die Qualitäten ergeben. 

Um Holz als Baustoff nutzen oder Holz in bestimmten Qualitäten verkaufen und erwerben zu können, gibt es daher allgemeingültige Kriterien, die für die Sortierung und die Gütebestimmung herangezogen werden.

Dabei handelt es sich entweder um festgelegte Normen oder um definierte Qualitätsbeschreibungen, die sich auf die konstruktiven oder optischen Anforderungen beziehen.

Hier die wichtigsten Güte- und Sortierklassen von Holz in der Übersicht:

•        Sortierung nach der Tragfähigkeit. 

Um die Sicherheit von Holzbauten zu gewährleisten, hat der Gesetzgeber für Bauteile aus Holz, die eine tragende oder aussteifende Funktion haben, verbindliche Normen eingeführt. 

Durch die Normen ist sichergestellt, dass die Bauprodukte aus Holz im Hinblick auf ihre Tragfähigkeit definierte Mindestqualitäten aufweisen. Die Optik wird durch die Normen nicht bewertet. 

•        Für Schnittholz gilt die Normreihe DIN 4074 als maßgeblich. 

Mittels bestimmter Merkmale, die Einfluss auf die Festigkeit nehmen, wird Schnittholz in die jeweilige Sortierklasse eingestuft. Jeder der Sortierklassen sind technische Kennwerte für eine Bemessung zugeordnet und die Sortierung kann visuell oder maschinell erfolgen. 

Bei der visuellen Sortierung durch Fachpersonal gehören die Baumkante, Risse, Verfärbungen, Äste, die Breite der Jahresringe oder die Faserneigung zu den ausschlagenden Merkmalen. Bei Brettern, Latten und Bohlen spielt zudem noch das Merkmal Markröhre eine Rolle. 

Die Einstufung erfolgt bei visueller Sortierung in die Klassen S7, S10 oder S13. Bei einer maschinellen Sortierung erfolgt die Bewertung anhand des Elastizitätsmoduls, der Rohdichte, der Äste oder der Faserabweichung. 

Die Einteilung erfolgt dann in die Klassen MS7, MS10, MS13 oder MS17, handelt es sich um Laubholz wird das Kürzel LS verwendet. 

•        Brettschichtholz wird anhand der Festigkeit maschinell sortiert. 

Je nach Festigkeitsklasse erfolgt eine Einstufung in BS11 oder GL24, BS14 oder GL28, BS16 oder GL32 und BS18 oder GL36, wobei es sich bei den GL-Werten um die europäischen Bezeichnungen handelt.

•        Vollholzprodukte wie Kreuzbalken oder Balkenschichtholz sind nicht alle verbindlich genormt. 

Hier wird die Festigkeit durch individuelle Zulassungsbescheide nachgewiesen.

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Für Holzwerkstoffe, die als tragende Bauteile eingesetzt werden, gibt es je nach Anwendungsbereich und Herstellungsverfahren unterschiedliche technische Klassen. 

Die wichtigste Norm in diesem Zusammenhang ist die DIN EN 13986, die die Produktnormen für Holzwerkstoffplatten zur Verwendung im Bauwesen regelt. 

•        Sortierung nach Oberflächenqualität und Güte. 

Für Holzbauteile, die keine tragende Funktion haben, gelten teils sehr unterschiedliche Kriterien. So gibt es eine Reihe von DIN-Normen, die die optischen und die konstruktiven Anforderungen berücksichtigen. 

Allerdings arbeiten die Hersteller teils mit eigenen Güte- und Sortierklassen, so dass ein Vergleich letztlich nur anhand eines Materialmusters tatsächlich möglich ist.

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