Anleitung: Plattieren mit Silber

Anleitung: Plattieren mit Silber 

Möbel, Einrichtungsgegenstände, Skulpturen, Bilderrahmen und andere Objekte aus Holz sind oft an sich schon dekorativ. Um ihnen eine einzigartige und zugleich edle Optik zu verleihen, können sie aber mit Blattmetallen dekoriert werden. Viele werden nun an Blattgold denken.

Bei Blattgold handelt es sich um hauchdünne Blätter aus echtem Gold oder Goldimitat. Die Blättchen werden vorsichtig mit einem Pinsel auf eine Schicht Speziallack namens Vergolderleim aufgelegt und angedrückt. Es muss aber gar nicht immer Blattgold sein. Eine Alternative, die mindestens genauso elegant aussieht, ist nämlich das Plattieren mit Silber. Besonders tolle Effekte lassen sich dabei auf Holzflächen mit Schnitzereien erzielen. 

Das Blattsilber legt sich wie eine zweite Haut auf das Holz, passt sich den Konturen an und betont so die eingeschnitzten Ornamente. Aber natürlich können auch ein schlichter Bilderrahmen, eine einfache Holzkiste oder ein anderes, eher langweiliges Werkstück aus Holz durch eine Auflage mit Blattsilber aufgepeppt werden. Wird die Silberauflage anschließend mit etwas Tusche bemalt, entsteht eine Optik, die das Werkstück leicht antik wirken lässt. 

Wie das Plattieren mit Silber konkret funktioniert,
erklärt die folgende Anleitung Schritt für Schritt:

Plattieren mit Silber – das wird benötigt

·         Beize im gewünschten Farbton
·         Blattsilber
·         Kontaktklebstoff
·         Tusche
·         Polyurethanlack
·         Zaponlack
·         Putzwolle
·         Schleifpapier
·         Pinsel
·         Achat-Polierstein 

Plattieren mit Silber – so wird’s gemacht

1. Schritt: das Holz schleifen, beizen und lackieren

Zunächst wird die Holzoberfläche gründlich geschliffen. Die Fläche muss dabei nicht völlig glatt und eben sein. Allerdings sollten keine Holzfasern abstehen. Das Anschleifen ist außerdem deshalb notwendig, damit das Holz die Beize und den Lack gut aufnehmen kann.

Damit die Farbe und die Maserung des Holzes schön zur Geltung kommen, wird die geschliffene und abgesaugte Holzoberfläche nun gebeizt. Wer die natürliche Holzfarbe betonen möchte, sollte zu einer Beize im Farbton des Holzes greifen. Genauso ist aber natürlich möglich, das Holz in einem anderen Farbton einzufärben. Für das Einfärben wird die Beize mit dem Pinsel gleichmäßig auf das Holz aufgetragen. Anschließend wird die Fläche mit Putzwolle abgerieben, um so überschüssige Beize zu entfernen. Nach dem Beizen muss das Werkstück trocknen.

Danach wird es mit einer dünnen Schicht Polyurethanlack versiegelt. Polyurethanlack ist ein äußerst strapazierfähiger Lack auf Polyester- oder Acrylharzbasis. Er wird unter anderem verwendet, um Holzböden und Hölzer im Außenbereich zu schützen. Polyurethanlack ist sowohl gebrauchsfertig angemischt als auch in zwei Komponenten, die vor dem Gebrauch angerührt werden, erhältlich. Zwei-Komponenten-Polyurethanlack sorgt für besonders strapazierfähige Flächen. Um das Werkstück zu versiegeln, reicht herkömmlicher Polyurethanlack aber vollkommen aus. Der Lack wird mit einem Pinsel aufgetragen. Danach muss die Lackschicht trocknen.  

2. Schritt: das Blattsilber aufbringen

Nachdem das Werkstück vorbereitet und trocken ist, kann das Plattieren beginnen. Dazu wird auf die Fläche, die mit Blattsilber dekoriert werden soll, Klebstoff aufgetragen und mit einem kleinen Pinsel gleichmäßig verteilt. Anschließend wird ein Blatt Silber genommen und mit dem Achat-Polierstein angedrückt. Ein Achat-Polierstein ist ein spezielles Werkzeug mit einem Holzgriff und einem Achat oder einem anderen, ähnlich harten Halbedelstein an der Spitze. 

Mit dem Spezialwerkzeug werden Metallblätter auf Holz und anderen Materialien festgedrückt, wobei der Halbedelstein das Metall poliert und zum Glänzen bringt. Wer keinen Achat-Polierstein hat und nicht extra einen kaufen möchte, kann das Blattsilber aber auch mit einem anderen Hilfsmittel, beispielsweise dem Stiel eines dünnen Pinsels andrücken. 

Ein schöner Glanz kann dann, sofern gewünscht, mithilfe eines Poliertuches erzielt werden. Um zu vermeiden, dass der Klebstoff zu schnell antrocknet, sollte beim Plattieren Stück für Stück gearbeitet werden. Zudem ist beim Plattieren etwas Feingefühl gefragt. Blattsilber ist zwar robuster als Blattgold, verträgt aber trotzdem keine allzu rabiate Behandlung. 

3. Schritt: das Blattsilber versiegeln

Sind alle Bereiche wie gewünscht mit Silber verziert, kann mit einem dünnen Pinsel vorsichtig etwas Tusche auf das Blattsilber aufgetragen werden. Durch die Tusche erhält das Silber eine leicht antike Optik. Bevor die Tusche antrocknet, werden die Silberflächen vorsichtig mit Putzwolle abgerieben. So wird die Tusche gleichmäßig verteilt, überschüssige Tusche wird abgenommen und es entstehen keine unschönen Flecken. 

Zum Schluss werden die versilberten Bereiche mit Zaponlack lackiert. Zaponlack ist ein dünnflüssiger, transparenter Lack, der als Firnis und zum Lackieren von Metallen, Holz und anderen Materialien verwendet wird. Hier dient der Zaponlack aber als Oxidationsschutz. Das bedeutet, die Silberflächen werden zaponiert, um zu verhindern, dass sie mit der Zeit anlaufen. Der Zaponlack wird mit dem Pinsel in einer gleichmäßig dünnen Schicht auf die versilberten Flächen aufgetragen. Nach dem Trocknen ist das kleine Kunstwerk fertig.

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